Das Europaprogramm der großen Parteien fanden sie langweilig. Also gründeten Katharina Hartz, Jonathan Lessing und Tobias Uelpenich ihre eigene Partei. "Young European Spirit", kurz YES, heißt die Pro-Europa-Partei der drei Schulfreunde aus Nordrhein-Westfalen. 

Es gibt sie seit vergangenem Oktober. Ihre nächsten Ziele: zuerst auf den Europawahlzettel, dann ins Europaparlament.

Wir haben mit Tobias Uelpenich, Parteigründer und Mitglied im Parteivorstand, gesprochen.

bento: Tobias, hat die EU in den vergangenen Jahren in euren Augen versagt?

Als wir im letzten Frühjahr im Freundeskreis zusammensaßen, haben wir über Politik und die Krise der EU gesprochen. Da ist einerseits das Brexit-Referendum, andererseits die nationalistischen und populistischen Bewegungen in mehreren Staaten. Wir haben uns gesagt: Es braucht auf jeden Fall eine Gegenbewegung.

bento: Und wie kamt ihr von dieser Bestandsaufnahme auf die Idee: Wir gründen nun eine eigene Partei?

Wir schauten uns zuerst einmal um, ob wir nicht eine andere Bewegung finden, zu der wir uns zugehörig fühlen könnten. Die haben wir nicht gefunden. Dann haben wir überlegt, was man eigentlich anders machen müsste als die anderen – und wie wir es eigentlich machen würden.

Der erste Schritt war, Mitstreiter zu finden. Wir suchten in ganz unterschiedlichen Kreisen nach Unterstützung für unsere Ideen: unter Kommilitonen, bei Familie und Freunden, auch einfach bei fremden Leuten, mit denen wir ins Gespräch kamen. Viele waren überzeugt. Das war dann der Startschuss dafür zu sagen: Jetzt wagen wir die Parteigründung.

Das will YES erreichen

Europäische Demokratie: Bisher kann man bei Europawahlen lediglich nationale Parteien wählen, die sich im Europaparlament mit den anderen europäischen Parteien ihrer Parteifamilie zusammenschließen. Dagegen spricht sich YES für gesamteuropäische Parteien aus und will auch selbst eine rein europäische Partei sein.

Am liebsten würde YES deshalb nur zu Europawahlen antreten – momentan geht das nicht. Das deutsche Parteiengesetz schreibt vor, dass Parteien mindestens alle sechs Jahre zu Bundestags- oder Landtagswahlen antreten müssen.

Energiepolitik: Bei der Bewältigung der Energiewende kommt es laut YES auf den Kulturwandel hin zu mehr Umweltbewusstsein in der Bevölkerung an. Den will die Partei durch einige Maßnahmen unterstützen.  

Bildungspolitik: Die Hürden für Auslandssemester sollen noch weiter abgebaut werden – dazu sollen sich die Strukturen der europäischen Universitäten noch weiter angleichen. Es soll europäische Universitäten und Europaschulen mit stärkerem Fokus auf europäische Themen geben.

Digitalisierungspolitik: Langfristig soll allein die EU für Digitalisierungsfragen zuständig sein. Dazu soll es, wie in anderen Politikfeldern auch, einen Digital-Ministerrat geben. 

bento: Auf die Idee, eine pro-europäische Gegenbewegung zu starten, kamen aber auch schon andere. Es gibt "Pulse of Europe", es gibt die Partei "Volt". Braucht es euch da noch?

"Pulse of Europe" ist eine wichtige Bewegung, die wir toll finden, aber sie möchte keine politische Partei sein. Wir dagegen wollen für unsere Ideen eintreten und wirklich etwas verändern. Wir wollen nicht nur auf die Straße gehen.

"Volt" ist eine Partei, die zwar pro-europäisch ist, ihre Ziele aber doch auf nationaler Ebene umsetzen will – so wie die großen Parteien übrigens auch. Die sagen zwar: "Europa ist gut und wir brauchen Europa", aber letztlich sind es doch nationale Parteien. Wir glauben, dass wir uns von den nationalen Interessen lösen und die gemeinsamen europäischen Interessen in den Vordergrund stellen müssen. Dazu müssen wir die Institutionen der EU weiterentwickeln. Diese strukturellen Vorschläge fehlen bei Volt und sind auch bei keiner der großen Parteien zu finden.

Was Volt selbst dazu sagt

Tim Kissels aus dem Presse-Team von Volt sagt, Ziel sei es, in so vielen europäischen Staaten wie möglich bei der kommenden Europawahl anzutreten. Um dann mit möglichst vielen Abgeordneten ins Parlament einzuziehen. Die Partei vertrete ein "einheitliches gesamteuropäisches Wahlprogramm". Und: "Volt ist somit nicht bloß 'pro-europäisch' wie es andere nationale Parteien sind. Wir sind durch und durch paneuropäisch."

bento: Gibt es sowas wie gesamteuropäische Interessen denn überhaupt? Handeln nicht letztlich alle Mitgliedsstaaten nach ihrem eigenen Vorteil?

Die gesamteuropäischen Interessen sind die, für die die Union ursprünglich überhaupt erst gegründet wurde: Friedenssicherung und Wohlstand. Aber auch Themen wie der Klimaschutz müssen ein gemeinsames Interesse sein. Klimaschutzpolitik ist eines der großen Themen, für das wir uns einsetzen wollen. Diese Fragen kann man am allerbesten auf der europäischen Ebene lösen – und nicht auf der nationalstaatlichen. 

Die drei Initiatoren von YES: Katharina Hartz, Tobias Uelpenich und Jonathan Lessing. 

bento: Wenn die Union nur für gesamteuropäische Interessen einstehen sollte – wäre das nicht sowas wie eine "EU des kleinsten gemeinsamen Nenners"? Man einigt sich auf das Grundlegende, aber für die wirklich visionären Entscheidungen findet man keine gemeinsame Position.

Eben nicht. Die "EU des kleinsten gemeinsamen Nenners" haben wir eigentlich im jetzigen System. Viele Entscheidungen werden schon per Mehrheit getroffen, das ist aber bei Weitem nicht in allen Themenbereichen so.

Bei anderen Fragen – wenn es etwa um die Außen- und Sicherheitspolitik oder um die Rechte der EU-Bürger geht – braucht es noch immer die Einstimmigkeit aller Mitgliedsstaaten. Aber damit kann man keine größeren Sprünge machen. Wenn nur ein Staat gegen den Strom schwimmt, wird es schon schwierig. Das ist der Grund dafür, warum die EU gerade nicht vorankommt.

Unser Ziel ist ein Format, das wir den "offenen europäischen Kern" nennen. Nicht immer müssen alle Mitgliedsstaaten dabei sein, um die EU voranzutreiben. Der europäische Kern bestünde nur aus einer Handvoll Staaten, die noch enger zusammenarbeiten wollen und vorangehen. Wenn man Teil dieses Kerns wäre, bedeutet das aber: Wir tragen alles mit, und zwar komplett. Kein 'cherry picking' mehr.

bento: Als ihr die Partei im letzten Jahr gegründet habt, wart ihr 22 und 23 Jahre alt. Seid ihr sowas wie eine Europapartei für junge Leute?

Grundsätzlich wollen wir mit unserem Programm alle Menschen ansprechen. Unter unseren Mitgliedern – wir haben mittlerweile mehr als 70 – ist zwischen 18 und 80 Jahren alles dabei.

Trotzdem fallen wir mit unserem jungen Parteivorstand natürlich auf. Wenn wir dadurch vielleicht auch diejenigen mitnehmen können, die sich bisher gar nicht so sehr für Europa interessiert haben, dann ist das gut. Aber wir richten uns nicht speziell an die jüngere Generation.

bento: Wie schätzt ihr euren Erfolg ein?

Im Moment geht alles sehr schnell. Ende Dezember haben wir auf einem Parteitag unsere Europaliste beschlossen – Jonathan steht auf dem ersten, ich auf dem zweiten Listenplatz.

Um aber überhaupt für die Wahl aufgestellt zu werden, müssen wir bis Anfang März zunächst 4000 Unterschriften sammeln. Wie viele wir bisher haben, ist schwer zu sagen, aber etwa ein Viertel dürfte geschafft sein. Wir sind zuversichtlich, dass wir dieses Ziel erreichen.

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Witzige "Harry Potter"-Fakten: So machen sich Fans über J.K. Rowlings Enthüllungen lustig
"Der Penis des sprechenden Hutes liegt auf deiner Stirn, wenn du ihn trägst."

Die Buchreihe ist zwar fertig geschrieben, doch die Welt von Harry Potter lebt ewig. Und das muss nicht nur etwas Gutes sein. Denn die Potter-Erfinderin J.K. Rowling kann ihr Kind anscheinend nicht ziehen lassen. 

Die Veröffentlichung des ersten "Harry Potter"-Buches ist mehr als 20 Jahre her. Der letzte Film, "Die Heiligtümer des Todes 2", erschien vor mehr als sieben Jahren. Trotzdem verkündet Rowling auf Twitter oder der Fanseite Pottermore immer wieder kleine Details rund um Hogwarts, um Fans bei Laune zu halten.

Viele Fans von Harry Potter sind aber verwirrt oder genervt von den ungefragten Enthüllungen von J.K. Rowling.

Einer der größten Aufreger war, als Albus Dumbledore im Nachhinein für schwul erklärt wurde oder jüdische Zauberer erfunden wurden, um Hogwarts nachträglich diverser zu machen. Das fanden viele Fans heuchlerisch. Geradezu "scheiße" fanden sie die Verbreitung eines Fakts, den niemand wissen wollte: