Rechte Politiker in Kiew regen sich sonst auf.

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew findet in diesem Jahr der Eurovision Song Contest statt. Und die Stadt bewirbt das Musikevent schon mal ganz besonders: mit einem gigantischen fast vollständigen Regenbogen. 

Das Bauwerk ist ein deutliches Augenzwinkern in Richtung LGBT-Community: Die Regenbogenflagge gilt als Symbol der Szene. 

Zugleich ist der bunte Bogen aber auch ein ausgestreckter Mittelfinger gen Russland – denn der ursprünglich betongraue Bogen symbolisierte früher die russisch-ukrainische Freundschaft.

Der 1982 eingeweihte "Bogen der Völkerfreundschaft" war der Partnerschaft zwischen der ehemaligen Sowjetunion (dem heutigen Russland) und der Ukraine gewidmet. Mittlerweile sind beide Länder jedoch verfeindet, Russland hat die ukrainische Halbinsel Krim annektiert und fördert im Osten der Ukraine einen Krieg mit Aufständischen (bento).

Jetzt heißt das Monument "Bogen der Vielfalt", eine PR-Agentur hat es im Auftrag der Stadtverwaltung gestaltet. In der Szene kommt es gut an. Die lokale LGBT-Community hat ihn sich als Logo der im Sommer stattfindenden "Kyiv Pride" schon zu eigen gemacht:

Eliash Strongowski

Posted by KyivPride on Montag, 10. April 2017
Und junge Ukrainer haben am ersten Wochenende jede Menge Selfies mit dem Regenbogen gemacht:
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Allerdings kommt der bunte Regenbogen in der Stadt nicht überall gut an – Homophobie ist auch in der Ukraine weit verbreitet. Kaum wurde das Monument mit der bunten Folie beklebt, meldeten sich lokale Politiker und Journalisten zu Wort.

"Es ist ein verstecktes Propagandasymbol der LGBT-Szene", beschwerte sich zum Beispiel ein Abgeordneter der rechten Partei "Pravyi Sector" gegenüber der Nachrichtenagentur UNAIN (auf Ukrainisch). "Während also jede Menge Leute aus ganz Europa hierherkommen, stellen die Verantwortlichen in Kiew die Stadt als Hauptstadt des Schmutzes dar!"

Der Hass von rechts ist auch der Grund, warum der Bogen nicht vollendet wurde – die Arbeiten wurden eingestellt.

Die Folie soll nach dem Eurovision Song Contest wieder verschwinden – wenn es nach den erzürnten Politikern geht. 

Junge Ukrainer sehen es allerdings anders: "Lasst es bitte bis zur Pride Parade im Juni", wünscht sich unter anderem der LGBT-Aktivist Zoryan Kis auf Facebook. Und der Kiewer Designer Taras Volkov freut sich auf Instagram, dass das alte Sowjetdenkmal modern umgedeutet wird: 

"Die neue Wirklichkeit, die wir aufbauen wollen, bedeutet auch, den Orten, an denen wir leben, ein Update zu verpassen."

Gerechtigkeit

Sie wird wegen ihrer Figur gemobbt – er kontert perfekt

Der Abschlussball. Die Liebe ihres Lebens. Sie trägt ein rosa glitzerndes, bodenlanges Kleid, er die passende Fliege. Das pure Glück, in einem Tweet.

Und dann wird sie fett genannt, auf Twitter, von einer Person, die sie nicht kennt.