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In anderthalb Wochen wird Donald Trump neuer US-Präsident – und noch immer wird die Wahl diskutiert. Es geht um angebliche russische Einmischung. Russische Hacker sollen dabei geholfen haben, US-Wähler zu manipulieren. Das sagen zumindest die US-Geheimdienste.

Jetzt haben sie einen neuen Bericht veröffentlicht. Angeblich soll der russische Präsident Wladimir Putin höchstpersönlich den Hacker-Angriff befohlen haben. Bereits im Frühjahr war die angebliche Ausspähung Thema:

Wer veröffentlichte den Bericht?

Die beiden Auslandsgeheimdienste CIA und NSA, sowie die Inlands-Sicherheitsbehörde FBI.

Was steht im Bericht?

Es gibt zwei Versionen. Eine "klassifizierte" für hochrangige Regierungsmitglieder mit mehr Details – und eine "deklassifizierte", die unter anderem hier öffentlich einsehbar ist. Das steht in der öffentlichen Version:

  1. Mit "hoher Wahrscheinlichkeit" habe Putin persönlich eine Kampagne zur Beeinflussung der US-Wahl in Auftrag gegeben.
  2. Zur Kampagne gehörten Hacks in E-Mails der Demokraten und hochrangiger US-Politiker.
  3. Der Angriff soll zwei Ziele gehabt haben: Clinton als unglaubwürdig darstellen und das US-Wahlsystem insgesamt infrage stellen.
  4. Das verantwortliche Hackerteam Guccifer 2.0 soll mit "hoher Sicherheit" vom russischen Militärgeheimdienst GRU kommen.
Wer ist Guccifer 2.0?

Eine Gruppe, die sich in Systeme hackt und dann sensible Daten veröffentlicht. Sie haben die Verantwortung für den Hack der Demokraten-Mails übernommen und die Dokumente offenbar an WikiLeaks weitergegeben:

Was ist so schlimm daran, Daten bei WikiLeaks zu veröffentlichen?

Eigentlich nichts. Die Enthüllungsplattform hat seit Jahren Materialien von öffentlichem Interesse veröffentlicht – Regierungen und Banken hassen WikiLeaks dafür. In den Demokratenmails geht es vor allem darum, dass Hillary Clinton versucht haben soll, die Vorwahlen zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Das ist von öffentlichem Interesse.

Was nun viele aber kritisieren: Wenn Russland hinter dem Material steckt, dann war das ein Cyber-Angriff eines fremden Landes. Außerdem soll durch den Hack Trump bevorteilt worden sein: Von seiner republikanischen Partei wurden zwar auch Daten veröffentlicht (NBC), allerdings nur in sehr kleinem Umfang.

Im Geheimdienstbericht heißt es daher, dass die russische Regierung eine "deutliche Bevorzugung" von Trump umgesetzt habe.

Wie glaubwürdig ist der Geheimdienstbericht?

Namen von Hintermännern, eigenen Zuträgern oder möglichen Kontaktpersonen in der russischen Regierung publizieren die Behörden nicht. Das macht es schwer, den Wahrheitsgehalt einzuschätzen. Allerdings ist der Bericht selbstkritisch verfasst: CIA, NSA und FBI legen dar, wann sie etwas wissen – und wo sie sich unsicher sind.

Welche Quellen nutzen die Geheimdienste?

CIA und FBI verlassen sich vor allem auf "human sources", auf Informanten. Die NSA hingegen stützt sich auf "technical collections", auf Daten aus massenhafter oder zielgerichteter elektronischer Überwachung.

Was sagt Russland?

Auf den jüngsten Bericht gab es bis zum Samstag noch keine Reaktion. Aber bereits im Vorfeld hatte Russland jegliche Beteiligung an den Leaks abgestritten. Auf jüngste US-Sanktionen hatte die russische Botschaft in London noch mit Humor reagiert:

Wie reagiert der künftige US-Präsident?

Donald Trump wurde am Freitag von den Geheimdiensten in den geheimen Bericht eingeweiht (SPIEGEL ONLINE). Er sagte anschließend, dass Russland wohl hinter Angriffen auf die USA stecke. Allerdings gebe es auch andere Länder, die die USA hacken – sich nur auf die US-Wahl und Russlands Einmischung zu konzentrieren sei "eine politische Hexenjagd" der Medien, sagte Trump der New York Times.

Auf Twitter schrieb Trump, dass die Demokraten ihre Niederlage bei der Wahl einfach nicht verkraften würden:

Allerdings kündigte Trumps künftiger Vize Mike Pence an, die neue Regierung werde ein Sofortprogramm zur Abwehr von Cyberangriffen umsetzen. Hackerattacken auf die US-Regierung sollen "aggressiv" bekämpft werden. (New York Times)


Gerechtigkeit

Die Bombenbilanz der USA: 26.000 Luftangriffe in einem Jahr

US-Präsident Barack Obama ist nur noch wenige Tage im Amt – und die Zeit des politischen Rückblicks beginnt. Obama war mal als Friedensnobelpreisträger gestartet, hatte aber zugleich Kriege in Afghanistan und dem Irak von seinem Vorgänger geerbt.

Ein Tweet zeigt nun die Bombenbilanz der USA für das Jahr 2016: