Zwei Fragen und Antworten zur türkischen Polizei-App

Es gibt eine App, mit der in Deutschland lebende türkische Kritiker des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan der Zentralbehörde der türkischen Polizei gemeldet werden können, das berichtet Report Mainz. Zwei FDP-Bundestagsabgeordnete haben nun wegen dieser App Strafanzeige beim Generalbundesanwalt gestellt. 

Was ist das für eine App?

Die App heißt "EGM", die Abkürzung steht für "Emniyet Genel Müdürlüğü" (Zentralbehörde der türkischen Polizei) und kann kostenlos im Google Play Store und im App Store heruntergeladen werden (Report Mainz).

Das ARD-Politikmagazin "Report Mainz" hatte über einen in Deutschland lebenden Türken berichtet, der vor wenigen Wochen wegen eines Erdogan-kritischen Facebook-Eintrags per App angezeigt worden sei. Der Unbekannte, der ihn angezeigt habe, habe ihm sogar einen Screenshot der via App erstatteten Anzeige geschickt, hieß es in dem Bericht.

Der Geheimdienstexperte Erich Schmidt-Eenboom hatte im Interview ein Eingreifen der deutschen Behörden gefordert und die App als eine "digitale Gestapo-Methode" bezeichnet.

Warum haben jetzt FDP-Politiker Strafanzeige gestellt?

Weil ein "Verdacht auf Spionage" bestehe, das teilte das Büro des FDP-Bundestagsabgeordneten Manuel Höferlin am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur mit.

Nach Auffassung der FDP-Politiker haben sich Denunzianten mit einer Anzeige über die App möglicherweise in Deutschland strafbar gemacht. Der außenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion Bijan Djir-Sarai forderte zudem:

Die Bundesregierung muss sich schnellstens um die Aufklärung dieser Vorwürfe bemühen. Dazu muss sie unverzüglich den türkischen Botschafter in Deutschland einbestellen.
Bijan Djir-Sarai

Mit Material von dpa.


Today

Amerikanerin wirft Cristiano Ronaldo vor, sie vergewaltigt zu haben – und verklagt ihn
Im SPIEGEL hat sie erstmals über die Nacht gesprochen.

Eine Frau aus den USA, Kathryn Mayorga, wirft Fußballstar Cristiano Ronaldo vor, sie vergewaltigt zu haben. Das berichtet der SPIEGEL in seiner neuen Ausgabe. Ronaldo bestreitet die Vorwürfe. 

Welche Vorwürfe erhebt Mayorga?

Nach eigner Aussage habe sie Ronaldo 2009 in einem Hotel in Las Vegas getroffen. Auf ihrem Zimmer habe er sie anal vergewaltigt, sagt die 34-Jährige.

Nach der Nacht hat Ronaldo ihr 375.000 US-Dollar gezahlt, damit sie ihre Vorwürfe nicht öffentlich macht. Ihr Anwalt, so berichtet der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe, greift dieses Abkommen nun in einer Zivilklage in Nevada an.

Mayorga schildert nun im SPIEGEL erstmals ihre Version dessen, was sich in der Hotelsuite vor neun Jahren zugetragen haben soll. Nach dem Vorfall habe Ronaldo sie demnach gefragt, ob sie Schmerzen habe: "Dabei ging er auf die Knie irgendwie und sagte: 'Zu 99 Prozent bin ich ein guter Kerl, ich weiß nicht, was mit diesem einen Prozent ist'."

Was sagt Ronaldo zu den Vorwürfen?

Der Spieler von Juventus Turin bestreitet die Vorwürfe. Der Sex sei einvernehmlich gewesen. Mayorgas Anwalt stützt die Klage unter anderem auf ein Dokument, in dem geschildert wird, wie Ronaldo die Nacht erlebt hat. "Sie hat mehrfach Nein und Stopp gesagt", wird der Fußballer in dem Papier zitiert.

Die Vorwürfe sind nicht neu, der SPIEGEL hatte bereits im vergangenen Jahr über sie berichtet. und sich dabei auf Dokumente gestützt, die die Enthüllungsplattform "Football Leaks" dem Magazin überlassen hat.