Bild: Kat Yukawa / Unsplash
Damit mit unserer Generation wirklich alles anders wird.

Das Jahr 2019 ist schon zweieinhalb Monate alt, doch bisher haben Frauen in Deutschland keinen einzigen Cent verdient. Zumindest statistisch: Der Aktionstag "Equal Pay Day" weist am 18. März darauf hin, dass der durchschnittliche Lohn von Frauen noch immer rund 21 Prozent niedriger liegt als der der Männer. Aufs Jahr gerechnet ergibt das etwa zweieinhalb Monate, die Männer schon ordentlich Kohle einsacken, während Frauen nichts verdienen. 

Dass der "Equal Pay Day" nun schon seit mehreren Jahren am selben Tag stattfindet, ist ziemlich traurig, denn es zeigt: Verändern tut sich nicht besonders viel.

Viele junge Frauen und Männer werden jetzt sagen: Hä, bei mir ist das nicht so. Ich verdiene genau soviel wie meine Kolleginnen oder Kollegen. 

Und überhaupt: Unsere Generation ist doch ganz anders. Bei uns gibt es kein Problem mit der Verteilung von Aufgaben, Rollenklischees oder ungleichem Einkommen.

Doch leider könnte genau dieses Denken zum Problem werden. 

Denn ja, bei Unter-30-Jährigen ist der sogenannte Gender Pay Gap kaum zu spüren: In den Altersgruppen bis 25 Jahre und 25 bis 29 Jahre liegt der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern gerade mal bei jeweils sechs und neun Prozent (Statistisches Bundesamt). Doch das bedeutet nicht, dass in unserer Generation endlich alles gut wird – denn die Probleme lauern in den kommenden Lebensphasen.

Damit ihr also nicht doch aus Versehen in die Gender-Gap-Falle tapst, ist hier ein Guide zu den größten Gefahren – und wie wir sie beseitigen können.

1 Der Job

Der wichtigste Faktor bei den Lohnunterschieden zwischen Frauen und Männern ist, dass der Arbeitsmarkt noch immer sehr stark nach Geschlecht aufgeteilt ist. Frauen ergreifen häufiger traditionell weiblich dominierte Jobs, wie Pflege oder Pädagogik, während Männer nach wie vor im technischen Bereich in der Überzahl sind. Das Problem: Erstere Branchen werden deutlich schlechter bezahlt als letztere.

Da könnte man nun natürlich leicht sagen: Hey, Frauen, verlasst doch die "typischen" Jobs und eignet euch die Männerdomänen an.

Wann immer das geschieht, ist das natürlich toll, aber so leicht ist das Ganze nicht. 

Viel interessanter ist außerdem die Frage, warum frauendominierte Berufe so viel schlechter bezahlt werden als Jobs mit hoher Männerquote. 

An niedrigen Voraussetzungen der Jobs liegt es jedenfalls nicht. Das Wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Institut der Hans-Böckler-Stiftung (WSI) hat ein Instrument entwickelt, das berechnet, welche Anforderungen und Belastungen bestimmte Berufe mit sich bringen – und wie sie bezahlt werden. Das Ergebnis zeigt: Frauendominierte Berufe wurden in der Vergangenheit trotz vergleichbarem Aufwand mit deutlich niedrigeren Löhnen belegt als die der Männer. 

Es wird Zeit, dass wir von Politik und Wirtschaft fordern, dies zu ändern. 

2 Die Gehaltsverhandlung

Selbst innerhalb des selben Berufes werden Frauen häufig diskriminiert. So verdienen weibliche Versicherungskaufleute rund 21 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, Bauingenieurinnen und Chemikerinnen sind 16 Prozent schlechter bezahlt, selbst bei Sozialpädagoginnen beträgt der Rückstand 11 Prozent. (SPIEGEL ONLINE)

In vielen Fällen liegt das daran, dass Frauen häufiger als Männer in Teilzeit gehen – und viele Unternehmen Teilzeitkräften einen niedrigeren Stundenlohn zahlen als Vollzeitangestellten, wie eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigt. 

Da kann eine kluge Gehaltsverhandlung viel bewegen. Allerdings zeigen Studien, dass Frauen um ihr Gehalt im Schnitt weniger hart feilschen als Männer (SZ). Womit wir direkt zum nächsten Punkt kommen:

3 Der eigene Kopf

Frauen trauen sich im Vergleich zu Männern im Beruf seltener Verantwortung zu, streben weniger nach Karriere und gelangen seltener in Führungspositionen.

Daran sind natürlich auch gesellschaftliche Strukturen schuld: Jungs wird schon früh vermittelt, sich durchzusetzen, während Mädchen lieber zurückhaltend sein sollen. 

Hier sind alle Beteiligten gefragt: Personalerinnen und Personaler können offene Stellen mit anderen als den gewohnten Persönlichkeitstypen besetzen; Männer können ihre Kolleginnen für wichtige Posten vorschlagen; Frauen können ihren eignen Wert mehr herausstellen.

4 Das Privatleben

Leider beschränkt sich das Problem nicht auf dem Arbeitsmarkt, sondern zieht sich bis in den privaten Bereich. Das liegt vor allem an der bereits erwähnten Teilzeitarbeit.

2017 arbeitete etwa die Hälfte der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen in Teilzeit, im Gegensatz zu knapp 13 Prozent der Männer. (Bundesagentur für Arbeit)

Der Grund dafür ist nicht, dass Frauen einfach Freizeit lieben: Die meisten geben in Umfragen an, gerne mehr arbeiten zu wollen. Doch vor allem in heterosexuellen Beziehungen erledigen sie noch immer mehr Haus- und Fürsorgearbeit, gehen öfter und länger in Elternzeit, unterbrechen dadurch ihren Berufsweg und reduzieren nach dem Kinderkriegen deutlich drastischer ihre Arbeitszeit als es die Partner tun. Besserung ist nicht in Sicht: Die Gleichstellung im Haushalt ist seit 2005 leicht rückläufig. (Zeit Online)

2017 arbeiteten 95 Prozent der Väter minderjähriger Kinder in Vollzeit, versus 33,5 Prozent der Mütter (Statista). Und nur ein Drittel aller Männer ist täglich mehr als eine Stunde im Haushalt oder für die Familie tätig – dafür verbringen sie deutlich mehr Zeit als Frauen mit Sport und Hobbys (Zeit Online). Okay.

Da hilft nur, dass sowohl Frauen als auch Männer daran arbeiten, dieses Verhältnis auszugleichen. Davon profitieren nämlich am Ende alle – auch die Männer:

5 Die Steuererklärung

Ja ja, bla, langweilig. Aber trotzdem wichtig. Denn falls du vorhast zu heiraten oder schon verheiratet bist, solltest du dies wissen: Das Steuersystem verfestigt den Lohnunterschied mit dem Ehegattensplitting. Dabei werden Paare steuerlich entlastet, bei denen einer – oder eher eine – von beiden weniger verdient. Meist ist das die Frau. 

Das Problem: Am Ende guckt die Frau dann erschrocken auf den Rentenbescheid, denn leider hat sie jahrelang zum Wohle des gemeinsamen Haushaltseinkommens im Job zurückgesteckt und zusätzlich auch noch eine schlechtere Steuerklasse in Kauf genommen. Wumms: Altersarmut. (Zeit Online)

Unter anderem deshalb hat bento-Redakteurin Dilan beschlossen, nicht zu heiraten: 

Also: Wenn du deinen Job magst und aktuell genau so viel verdienst wie deine männlichen Kollegen – super! Lasst uns dann alle gemeinsam daran arbeiten, dass das auch so bleibt.



Fühlen

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