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Emmanuel Macron ist 24 Jahre jünger als seine Frau Brigitte. Das wussten wir schon, bevor er am vergangenen Sonntag zu Frankreichs Präsidenten gewählt wurde (bento). 

Jetzt aber taucht dieser Fakt wieder überall auf: 

Auch Medien im Ausland schreiben Porträts über die neue Première Dame – und verwenden den "Altersunterschied" zwischen den beiden (BBC), den "Twist" in ihrer Beziehung ("Vogue") als ungewöhnliche Information zum Einstieg.

Und so kommen auch die alten Witze wieder auf, die alten Spekulationen: Wie soll "so eine Ehe" denn bitte funktionieren, Macron könne doch keine so viel ältere Frau lieben, er sei doch bestimmt heimlich schwul

Emmanuel Macron hat die perfekte Antwort darauf.

Und setzt gleichzeitig ein Zeichen gegen Sexismus und Homophobie.

Bereits am 11. April griff er das Thema in einem Gespräch mit der französischen Zeitung "Le Parisien" auf. Sein wichtigster Satz:

Wäre ich 20 Jahre älter als meine Frau, würde niemand die Legitimität meiner Beziehung nur eine Sekunde infrage stellen.

Wie Recht er hat, lässt sich zum Beispiel anhand des amerikanischen Präsidentenpaars beweisen: Der Altersunterschied zwischen Donald und Melania Trump ist genauso groß wie zwischen Emmanuel und Brigitte Macron. 24 Jahre. 

Aber würde deshalb jemand sagen, die Ehe der beiden könne nicht funktionieren – oder gar behaupten, sie würden nur eine Scheinehe führen, um Trumps Homosexualität zu verstecken? 

Nein. 

Was du sonst noch zur Frankreich-Wahl wissen musst:

Weil seine Frau aber zwanzig Jahre älter sei als er, würden viele denken, dass ihre Beziehung "nicht haltbar" sei, "nicht möglich", sagte Macron in dem Interview weiter. Das sei frauenfeindlich – und es würde zeigen, dass einige immer noch ein großes Problem mit der sozialen Präsentation und der Stellung der Frau hätten.

Außerdem würden die Gerüchte über sein Privatleben viel aussagen über "die schleichende Homophobie" derer, die sie verbreiten – denn Homosexualität würde behandelt wie ein "Makel", eine "versteckte Krankheit". 

Also: Lasst uns doch einfach aufhören, über den Altersunterschied zwischen Macron und seiner Frau zu sprechen.

Schließlich ist es egal, ob Brigitte Macron 25 ist oder 64. Ja, sie ist jetzt die Première Dame der Franzosen. Aber einen Präsidenten wählt man doch wegen seiner eigenen Persönlichkeit, wegen seines Programms, oder vielleicht auch nur, um eine Rechtspopulistin zu verhindern. Jedenfalls nicht wegen – oder "trotz" – seiner Frau.


Food

Dieses Kochbuch zeigt dir, wie du Gemüsereste verwerten kannst
Wir haben mit der Autorin gesprochen.

Geraspelte Avocadokerne wirken antibakteriell und schmecken lecker in Smoothies. Die Schale der Wassermelone lässt sich zu Kimchi verarbeiten. Und aus dem Fond aus Spargelschalen entsteht ein leckeres Risotto. 

Viele wissen nicht, was in Obst- und Gemüseresten steckt – und werfen sie wie selbstverständlich in den Müll. 

Dabei sind Karottenkraut, Gurkenschale und viele weitere Reste, die von Kochexperten "Second Cuts" genannt werden, viel zu schade für die Tonne. Sie sollten nicht verschwendet werden – zumal sie neue Geschmackserlebnisse bieten.