Bild: Getty/Frazer Harrison
"Ich weiß wirklich nicht, was meine Brüste damit zu tun haben."

Emma Watson will Feministin sein, deshalb darf sie ihre Brüste nicht zeigen. Oder umgekehrt: Wenn Emma Watson ihre Brüste zeigt, ist sie keine Feministin.

So lässt sich die Meinung Dutzender Menschen zusammenfassen, die sich in den vergangenen Tagen über ein Foto der Schauspielerin beschwert haben. Auf dem Bild trägt Watson ein kurzes, löchriges Westchen, das gerade mal so ihre Brustwarzen bedeckt; aufgenommen wurde es für die Modezeitschrift "Vanity Fair".

Egal ob man das Foto nun ästhetisch findet, oder nicht: Es zeigt viel nackte Haut, und genau dafür wird Emma Watson nun beschimpft – gerade von anderen Frauen.

Eigentlich dachte man, die Diskussion sei geführt. Eigentlich dachte man, allen sei inzwischen klar, dass Feminismus nichts mit Kleidung oder Körperbehaarung zu tun hat, sondern mit Einstellungen, mit Werten, mit Freiheit. Die Diskussion um das Foto von Emma Watson zeigt, dass dem offenbar nicht so ist.

Jetzt hat sich die 26-Jährige zu der Kontroverse geäußert. In einem BBC-Interview sagte sie, dass sie "verwirrt" sei – und erinnerte ihre Kritiker daran, worum es im Feminismus geht.

Jedenfalls nicht um ihre Brüste.
"Im Feminismus geht es darum, Frauen eine Wahl zu geben. Feminismus ist kein Stock, mit dem man andere Frauen schlägt. Es geht um Freiheit, es geht um Befreiung, es geht um Gleichberechtigung. Ich weiß wirklich nicht, was meine Brüste damit zu tun haben. Es ist sehr verwirrend, ich bin verwirrt, die meisten Menschen sind verwirrt. Ich bin immer irgendwie sprachlos."
Hier siehst du den Ausschnitt aus dem BBC-Interview im Video:

Emma Watson on the controversy over her almost topless Vanity Fair cover shoot. http://bbc.in/2mGeKru

Posted by BBC News on Sunday, March 5, 2017
Wir finden, dass sie Recht hat. Hier kommen drei Gründe, warum Emma Watsons Foto nicht antifeministisch ist:
Grund #1 – Der Kontext
Das Foto ist im Rahmen eines größeren Shootings entstanden, Thema: "Viktorianische Rebellin".
Der Stylistin Jessica Diehl und dem Fotografen Tim Walker ging es also um das Ausbrechen aus Konventionen.
Und das passiert in diesem Fall eben nicht nur, aber auch mit Nacktheit. In allen anderen Bildern hat Emma Watson mehr an.
Grund #2 – Feminismus ist Entscheidungsfreiheit
Im Feminismus geht es doch genau darum, selbst über den eigenen Körper entscheiden zu dürfen.
Darüber, welche Kleidung man trägt oder eben nicht trägt. Denn Körper sind erstmal nur Körper.
Grund #3 – Egal, wie du bist: Du kannst einfordern, ernst genommen zu werden
Emma Watsons Film-Papa aus "Die Schöne und das Biest", Kevin Kline, fasste es perfekt zusammen:
"Feministinnen können feminin, grazil, verletzlich oder süß sein – und trotzdem einfordern, ernst genommen zu werden."
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