Hier wird Geschichte geschrieben.

Als eine der Letzten tritt Emma González auf die Bühne. 800.000 Menschen sind ihrem Aufruf gefolgt, demonstrieren an diesem Samstag in Washington. "March for our Lives" ist ihr Motto. Emma González ihre Anführerin.  Nach dem Massaker in Parkland ist Emma zum Gesicht des Protests gegen die Waffengewalt und für eine Reform der Waffengesetze geworden. 

Jetzt geht sie mit großen Schritten ans Mikrofon. Wie zuvor schon Cameron Kasky zählt sie die Namen der 17 Opfer des Amoklaufs in Parkland auf (bento). Sie alle sind tot. In Worten ausgedrückt ist die Erkenntnis hart genug.

Was ist in Parkland passiert?

Ein 19-Jähriger hatte am 14. Februar 17 Menschen erschossen, darunter zahlreiche Schülerinnen und Schüler. Der Schütze wurde festgenommen. Er hatte die Waffen legal gekauft, obwohl bekannt war, dass er seit langer Zeit psychische Probleme hatte und verhaltensauffällig war.

Was aber folgt, sind vielleicht die schwersten Minuten des Tages:

Emma bricht plötzlich ab. Spricht nicht mehr. Kein Wort. Knapp sechseinhalb Minuten lang steht die 18-Jährige auf der Bühne – so lange, wie der Amokläufer an ihrer Schule um sich schoss und 17 Menschen tötete.

Emma schweigt minutenlang, Tränen fließen ihr über die Wangen. Die 800.000 Menschen, die vor ihr auf der Straße stehen, verstummen und sind gezwungen, die Stille auszuhalten.

Es ist der emotionalste Moment der Demo. Einige Demonstranten versuchen, Emma aufzumuntern. "Never again", skandieren sie. Aber Emma bleibt bei sich. Äußerlich zeigt sie fast keine Reaktion. Da sind nur die Tränen, die über ihre Wangen rinnen. Stille. Lange Sekunden, die den Schmerz symbolisieren; Sekunden, welche die Wut der Überlebenden besser verständlich macht als jedes Wort.

Dann der Wecker.

Emma schaltet ihn aus. "Das ist die Zeit, die der Mörder brauchte", sagt sie. Sie hat nur noch eine Botschaft:

Kämpft für euer Leben, bevor es jemand anderes tun muss.
Emma González

Gerechtigkeit

Amazon und Thalia verkaufen rechte Bücher aus der Nazi-Zeit
Dahinter steckt ein Verleger, der in der in der Jugendorganisation der NPD war.

"Das Buch der deutschen Sinnzeichen" wird von seinen Käufern auf Amazon in den höchsten Tönen gelobt: 

  • Der Nutzer "Hermann" schreibt: "Wer etwas über die Symbolik unserer Ahnen erfahren möchte, ist mit diesem Buch mehr als gut bedient." 
  • "Rene" empfiehlt mit Zwinkersmiley: "Holt es euch, bevor es verboten wird." 
  • Und "Pinalna" schreibt, der einzige "Minuspunkt" sei die altdeutsche Schrift: "Man kanns zwar lesen, aber es ist echt anstrengend."

Das Buch beschäftigt sich mit Runen und Symbolen der Nazi-Zeit, Erstauflage 1941 – und es ist derzeit frei im Netz zu kaufen.