Bild: Unsplash

Ein Mann bekommt einen Preis dafür, dass er ein Jahr lang in Elternzeit geht, damit seine Frau ihren Beruf ausüben kann. Und dann explodierte das Internet. (bento

Den Preis als "Spitzenvater des Jahres" bekam Daniel Eich, Mann der deutschen Astronautin Dr. Insa Thiele-Eich. Damit seine Frau ihren Beruf weiter ausüben kann, übernimmt er die einjährige Elternzeit für das dritte gemeinsame Kind. Der Preis wurde – zusammen mit einem Preisgeld von 5000 Euro – von der Großbäckerei Mestemacher vergeben. Seit 2006 wird dieser Preis verliehen. Gestärkt werden soll die "Vereinbarkeit von Elternschaft und Erwerbstätigkeit". 

Und dann brach die Empörungswelle los. Der Tenor: Frauen hätten auch seit Jahren Elternzeit genommen und auf die Kinder aufgepasst. Dafür hätten sie keine Preise bekommen. 

"Gut, dass sie's machen. Weiter so. Aber von mir gibt es keinen Preis dafür, dass sich ein Vater um seine Kinder kümmert. Oder Hausarbeit macht. Oder kocht,” schreibt eine Frau bei Twitter

Und klar, ein bisschen verstehe ich ihre Wut: Natürlich ist es frustrierend, wenn Männer für Dinge gelobt werden, die Frauen schon immer gemacht haben – für eine Selbstverständlichkeit. Und natürlich ist es toll, wenn man heutzutage Beziehungen führt, in denen Gleichberechtigung ohne Lohngefälle oder gesellschaftliche Erwartungen gelebt werden kann. 

Aber: Das ist noch längst nicht immer und überall Alltag. In vielen heterosexuellen Beziehungen ist es noch immer die Ausnahme, dass sich ein Mann für Haushalt und Kindererziehung entscheidet. Nur ein Drittel der deutschen Väter geht überhaupt in Elternzeit. Und ein Großteil derer, nimmt sich dafür höchstens zwei Monate Zeit. (Zeit

Deshalb ist es wichtig, dass solche Väter öffentlich gelobt werden. Sie sind Positivbeispiele für eine Gesellschaft, in der wir leben wollen. 

Sie zeigen anderen Männern, die zögern, in Elternzeit zu gehen: Hey, das geht. Das darfst du, genau wie die Frauen. Das steht dir zu. Genauso wichtig ist es übrigens, Frauen positiv hervorzuheben, wenn sie sich in der Wirtschaft besonders durchgesetzt haben, wenn sie Führungspositionen besetzen oder Bürgermeisterin werden - eben all die Dinge tun, die Frauen noch immer nicht so oft tun wie Männer. Damit andere Frauen sehen: Das schaffst du. Das steht dir zu. Wenn die das kann, kannst du das auch. 

Und natürlich könnte man auch einen Preis an die Spitzenmutter verleihen. Jedes Elternteil hat Anerkennung für die Leistung verdient, die sie bringen.

bento per WhatsApp oder Telegram

Seit 2002 verleiht die Bäckerei übrigens auch einen Preis für die "Managerin des Jahres", der ebenfalls mit 5000 dotiert ist. Das Ziel dieses Preises ist es, "in der männerdominierten Welt der Wirtschaft kompetente Wirtschaftsfachfrauen als weibliche Leitbilder zu exponieren".

Anstatt sich also aufzuregen, könnte man also auch einfach sagen: Gut, dass diese Männer Elternzeit nehmen. Viel Spaß mit dem Geld und eine schöne Zeit mit dem Kind. 

Und die ganze Energie dann dafür einsetzen, dass es in einigen Jahren keine Ausnahme sondern Normalität ist, dass Paare gleichberechtigt Elternzeit nehmen können. Weil sie gleich viel verdienen und es völlig egal ist, wer zu Hause bleibt.


Today

Forscher erklärt, warum alle Hipster gleich aussehen – und ein Mann bestätigt seine Theorie unabsichtlich
"Hey, das bin doch ich!"

Sie wollen sich dem Mainstream widersetzen und sehen am Ende doch wieder alle gleich aus: Ein Mathematikprofessor hat das Phänomen des Hipsters erklärt. Im Magazin "Technology Review" erschien ein Artikel über seine Forschung. Und ein junger Mann half ihm unbeabsichtigt, seine Forschungsergebnisse zu bestätigen.

Jonathan Touboul ist Professor an der US-amerikanischen Brandeis-Universität und untersucht, wie sich Informationen über die Gesellschaft verbreiten und das Verhalten von Menschen beeinflussen. Mithilfe von mathematischen Formeln und Computersimulationen entwickelte er ein Modell, das zeigt, wie sich Akteure einer Gesellschaft verhalten, wenn es um Trends geht.

Touboul konzentrierte sich auf eine Gesellschaft, die sich zusammensetzt aus Konformisten, die die Mehrheit kopieren, und Antikonformisten (er nennt sie Hipster), die das Gegenteil tun. In seinem Modell durchläuft die "Hipster Population" eine Phase, in der sie sich miteinander "synchronisieren", während sie versuchen, das Gegenteil von dem zu tun, was die Mehrheit tut. Wenn sich die Mehrheit der Männer ihren Bart rasiere, lassen Hipster eben ihren Bart wachsen, sagt Touboul.