Die Bilanz in zehn Fakten

Seit dem 1. Oktober 2017 gibt es die Ehe für alle in Deutschland. Im Juni hat der Bundestag mit einer Mehrheit für die Einführung der Ehe für alle gestimmt. (bento)

Manche homosexuellen Paare mussten jahrzehntelang lang darauf warten, heiraten zu dürfen, dasselbe Recht zu haben, wie heterosexuelle Menschen. Seit genau einem Jahr ist das anders. Zeit, Bilanz zu ziehen.

Hier kommen zehn Fakten zur Ehe für alle: 

  1. Seit dem 1. Oktober 2017 haben mehr als 10.000 gleichgeschlechtliche Paare geheiratet.
  2. Weil das Datum auf einen Sonntag fiel, öffneten Standesämter wie in Hannover oder Berlin außerplanmäßig. In Hamburg konnten sich Paare im Rathaus trauen lassen.
  3. Die erste Ehe für alle wurde in Berlin geschlossen. Die beiden Männer waren bereits seit 1979 ein Paar. (Tagesspiegel)
  4. Davor durften Homosexuelle nur eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen, diese Regelung galt seit August 2001. Mit einer solchen Lebenspartnerschaft hatten sie aber nicht die gleichen Rechte wie Eheleute. Zum Beispiel durften sie keine Kinder adoptieren. (bento)
  5. Bereits Anfang Oktober hat ein gleichgeschlechtliches Paar aus Berlin sein Pflegekind adoptiert. Damit waren die beiden Männer deutschlandweit die ersten, die als gleichgeschlechtliches Paar ein Kind gemeinsam adoptiert haben. (SPIEGEL ONLINE)
  6. 2017 sprachen sich in einer Umfrage der Antidiskiminierungsstelle des Bundes rund 86 Prozent der befragten für eine gleichgeschlechtliche Ehe aus. Fast 76 Prozent gaben an, es in Ordnung zu finden, wenn zwei Männer oder zwei Frauen gemeinsam ein Kind adoptieren würden. (Statista)
  7. Im letzen Jahr wurden in Berlin insgesamt 1537 gleichgeschlechtliche Paare getraut. In Köln 1056 Paare. Das entspricht einem Anteil von 18 Prozent aller Eheschließungen (SPIEGEL ONLINE). In Leipzig lag der Anteil gleichgeschlechtlicher Ehen sogar bei 19 Prozent. In Sachsen-Anhalt war jede zehnte Ehe, die geschlossen wurde, gleichgeschlechtlich. (MDR)
  8. Es gibt auch Gemeinden, die darauf verzichten, die gleichgeschlechtliche Ehe statistisch festzuhalten. "Ehe für alle heißt Ehe für alle - das wird bei uns gar nicht gesondert erfasst", sagte Carsten Müller, Sprecher der Gemeinde Bad Mergentheim in Baden-Württemberg dem SPIEGEL.
  9. Die Niederlande ermöglichte als erstes Land weltweit bereits 2001 die Ehe für gleichgeschlechtlichen Paare. Nach und nach schlossen sich 20 weitere Staaten an. Die Ehe für alle gibt es seitdem zum Beispiel auch in Belgien, Schweden, Spanien, Frankreich oder Irland. (MDR)
  10. Seit die Ehe für alle gilt, kann man keine eingetragene Partnerschaft mehr eingehen. Paare in eingetragenen Partnerschaften durften noch mal vors Standesamt. Wenn sie dort ihre eingetragene Lebenspartnerschaft nachwiesen und bestätigten, dass sie noch nicht verheiratet seien, wurde die Lebenspartnerschaft dann vor Ort in eine Ehe umgewandelt. (bento)

Und was ist in diesem Jahr nicht passiert?

Mit Material von dpa


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