Woher der Ausschnitt stammt – und was am Begriff problematisch ist.

"Die unterschiedliche Hautfarbe von Menschen der gleichen Menschenrasse wird von mehreren Faktoren bestimmt."

Dieser Satz steht nicht in einem Buch aus dem Dritten Reich, sondern in einem Schriftstück, das Schülerinnen und Schülern im Biologie-Unterricht verwenden sollen. Das Wort "Menschenrasse" ist kursiv hervorgehoben. In dem Buch gibt es Bilder von schwarzen, weißen und asiatischen Menschen, darunter werden sie einem "negriden", "europiden" und einem "mongoliden Rassenkreis" zugeordnet.

Publik wurde der Ausschnitt auf Twitter. 

1 Um was für einen Text geht es?

Nicht um ein Schulbuch, sondern um ein Themenheft aus der Reihe "Naturwissenschaften: Biologie - Chemie - Physik". Es geht um den Sonderband "Farben". 

Der Band erschien ursprünglich 1998.

2 Wird es wirklich an sächsichen Schulen verwendet?

Jein. Welche Lehrbücher im Unterricht zum Einsatz kommen, legt das jeweilige Kultusministerium eines Bundeslandes fest. Das sächsische Kultusminsterium hat sich am Freitag der Sache angenommen – und auf Twitter geantwortet. Weil der umstrittene Text nicht aus einem Buch, sondern nur einem Themenheft ist, war das Heft nie im Schulbuchverzeichnis:

Das beantwortet aber nicht, ob Lehrerinnen und Lehrer selbstständig zum Themenheft gegriffen haben. 

Das Heft gehörte ursprünglich zum "Volk und Wissen"-Verlag, einem Verlag aus der ehemaligen DDR. Nach der Wende wurde dieser vom Verlag Cornelsen übernommen, die Titel wurden aber noch einige Jahre unter "Volk und Wissen" weitergeführt.

Was das kritisierte Themenheft angeht, gab es mittlerweile eine Überarbeitung. Cornelsen schreibt in einer Stellungnahme, dass das Heft nun unter dem Titel "Natur und Technik – Farben" läuft und die im Netz kursierende Seite nicht länger enthält.

Wir bedauern den abgebildeten Seitenausschnitt und billigen diesen in keiner Weise.
Cornelsen

Ob die alte Version noch von Lehrerinnen und Lehrern verwendet wird, ist bislang unklar. Das sächische Kultusministerium war am Samstag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

3 Woher kommt der Begriff "Menschenrasse" überhaupt?

In der Biologie wurde der Begriff "Rasse" lange Zeit verwendet, Wissenschaftler unterschieden vor allem die drei "Großrassen" Europäer, Afrikaner und Asiaten – so, wie es auch im Buch abgebildet wird. 

Dieses Konzept war allerdings weniger biologisch, als vor allem historisch geprägt: Denn es entstand zur Zeit des Kolonialismus. Europäische Großmächte unterwarfen Länder auf anderen Kontinenten und versklavten oder unterdrückten die dortige Bevölkerung. Die Herrschenden wollten ihre aggressive Expansion naturwissenschaftlich untermauern, schreibt die Bundeszentrale für politische Bildung: Wenn man davon ausgeht, dass nicht-weiße Menschen Angehörige einer anderen "Rasse" seien, lässt sich leichter rechtfertigen, diese zu unterdrücken.

Kurzum:

Die Einteilungen in "Rassen" waren und sind stets mit gesellschaftlichen und politischen Interessen verbunden.
Bundeszentrale für politische Bildung

Im englischsprachigen Raum gibt es die Bezeichnung "human race" noch heute. Im Deutschen wird der Begriff allerdings anders verstanden, gerade durch seine Nutzung zur Zeit des Nationalsozialismus. Die Nazis hatten behauptet, es gebe unterschiedliche "Menschenrassen", von denen einige höherwertiger seien als andere. 

Biologisch ist das Konzept seit langem überholt. Die tatsächliche genetische Vielfalt des Menschen lässt sich anhand von unterschiedlichen Hautfarben oder Haarfarben nicht wirklich beschreiben. 

4 Was ist am Wort "Rasse" problematisch?

Dass damit lange Zeit nicht nur körperliche Merkmale verbunden wurden – sondern auch charakteristische Merkmale, geistige Intelligenz oder das Temperament. 

  • Genau das ermöglicht Rassismus: Nämlich die Überzeugung, dass Menschen aufgrund bestimmter ihnen zugeschriebenen Merkmale unterschiedlich behandelt werden können oder sollen. (bpb)

Rassisten nutzen diese Unterscheidung, um Stimmung gegen Minderheiten zu machen. Die Nazis konnten so behaupten, einige "Menschenrassen" seien höherwertiger als andere. Vor allem Juden wurden von ihnen diffamiert. Heute hetzt unter anderem der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke gegen Afrikaner, indem er ihnen "rassische" Unterschiede zu Europäern andichtet. (SPIEGEL ONLINE)

Die Unterscheidungen sind allerdings völliger Quatsch: Der Biologe und Geograf Jared Diamond hat zum Beispiel belegt, dass kulturelle Unterschiede nicht auf genetischen oder sonstigen biologischen Eigenschaften der Bevölkerung beruhen, sondern auf den sogenannten "biogeographischen Bedingungen" der Umgebung. (Die Zeit)


Fühlen

Frauen schlafen mit Hund im Bett besser als mit Menschen – sagen Forscher
Katzen als Kuschelpartner wurden auch untersucht.

In der kalten Jahreszeit rücken wir gerne besonders nahe zusammen. Wollen uns warm in die Bettdecke einrollen, die Füße unter die Waden eines Mitkuschlers schieben. Zumindest einer kann dann gut einschlafen.

Forscherinnen wollen nun herausgefunden haben, dass Hunde die idealen Einschlafpartner sind – zumindest für Frauen.

Das Ziel der Wissenschaftlerinnen vom Canisius College in New York und der Universität von Florida war: Herausfinden, wie Tiere im Bett den Schlaf beeinflussen. 

Das Ergebnis: Mit einem Hund im Bett schläft Sie deutlich besser als mit menschlichen Partnern oder Katzen. (Hier geht's zur Studie)

1 Wie wurde genau geforscht?

  1. Die Wissenschaftlerinnen haben  962 Frauen aus den USA online befragt. 
  2. Untersucht wurde, mit wem das Bett geteilt wird – dabei zählten sowohl menschliche Partner wie Haustiere – und wie der Schlaf verläuft. 
  3. Bewertet wurde die Schlafqualität mit dem Pittsburgh Sleep Quality Index, einem international anerkannten Fragebogen.

2 Mit wem schlafen die befragten Frauen ein?

  • 55 Prozent der Teilnehmerinnen teilten ihr Bett mit mindestens einem Hund.
  • 31 Prozent gaben an, mindetens eine Katze im Bett zu haben.
  • Unabhängig der Tierfrage schliefen insgesamt 57 Prozent der befragten Frauen auch an der Seite eines Menschen ein.

3 Und was kam heraus?

Die Teilnehmerinnen, die beim Schlafen einen Hund an ihrer Seite haben, gaben an, mehr Sicherheit und mehr Schlafkomfort zu empfinden, als die übrigen Teilnehmerinnen. Außerdem gingen sie früher ins Bett und wachten auch früher auf – laut den Forscherinnen alles Anzeichen für einen guten, erholsamen Schlaf.

Frauen und Männer, die nun das Gefühl haben, den Schlaf ihrer Partnerin zu stören, können aber aufatmen: Laut der Studie bieten Katzen noch deutlich weniger Komfort und Sicherheit als Menschen. Die Forscherinnen schreiben: