Bild: dpa/Sven Hoppe
Natürlich!

Was ist passiert?

33 Prozent. So hoch ist der Anteil der Stimmen, den die CSU am Sonntag bei der Wahl in Bayern bekommen könnte, wenn man den neuesten Umfragen glaubt. 33 Prozent, das wäre für die CSU ein Debakel. Jahrzehntelang hat man in Bayern alleine regieren können, weil die Partei stets die absolute Mehrheit erreichte. Noch 2003 lag die CSU bei 60 Prozent. (Merkur)

Wer ist also schuld am drohenden Wahldebakel? Es könnte daran liegen, dass die CSU sich monatelang im Stile der Rechtspopulisten nur um tatsächliche oder vermeintliche Probleme mit Flüchtlingen gekümmert hat. So richtig möchte das aber niemand zugeben.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und CSU-Vorsitzender Horst Seehofer jedenfalls schieben sich schon seit Tagen die Schuld gegenseitig zu. Diese Strategie hat den Nachteil, dass am Ende trotzdem die eigene Partei verantwortlich gemacht wird. Edmund Stoiber, CSU-Ehrenvorsitzender mit viel Wahlkampferfahrung, hat allerdings noch eine bessere Idee: Die Ausländer seien schuld, meint er. Aber nicht so, wie man jetzt denken könnte. Für Stoiber ist alles Ausland, was nicht Bayern ist.

Wie argumentiert Edmund Stoiber?

Dem "Redaktions Netzwerk Deutschland" (RND) sagte er:

"In den vergangenen Jahren hat es aufgrund unseres wirtschaftlichen Erfolgs eine einzigartige Wanderungsbewegung nach Bayern gegeben." Aus allen Teilen Deutschlands seien mehr als eine Million Menschen nach Bayern gekommen.

Und nicht jeder von ihnen kann wissen, welchen großen Anteil die CSU am Erfolg Bayerns hat.
Edmund Stoiber

Heißt: Die CSU war in Bayern so erfolgreich, dass dort nun jede Menge Menschen wohnen wollen. Nur wissen die Neu-Bayern halt noch nicht, wie toll die CSU ist. Zack, Problem gelöst. Wie geschickt.

Dass Stoiber überhaupt zu solchen Tricks greifen muss, liegt an den schlechten Umfragen. Sie kratzen am Selbstbewusstsein der CSU. Es könnte gut sein, dass Stoibers Partei mit den Grünen koalieren muss, um an die Macht zu kommen. Die stehen in Umfragen derzeit bei 18 Prozent.

Stoiber selbst hält natürlich nicht viel davon. Es gebe fundamentale Unterschiede zwischen CSU und Grünen, sagte er dem RND. Diese reichten von der Umwelt- und Energiepolitik über die Wirtschaftspolitik bis hin zur Inneren Sicherheit und Migrationspolitik. "Ich sehe nicht, wie bei diesen Unterschieden ein stabiles Bündnis möglich sein könnte." Vielleicht wird die CSU es einfach mal probieren müssen.

Mit Material von dpa


Gerechtigkeit

Protest gegen Hambacher-Forst-Rodung: Was bringt ein Wechsel zu Ökostrom-Anbietern?
Wir haben bei der Verbraucherzentrale nachgefragt.

Das Oberverwaltungsgericht Münster hat am Freitag vorerst die Rodung des Hambacher Forsts gestoppt. (bento) Drei Wochen lang hatte die Polizei für den Energiekonzern RWE den Wald geräumt. Am Samstag kamen nun rund 50.000 Menschen im Forst zusammen, um den Stopp zu feiern und erneut zu protestieren. (bento war mit der Kamera dabei)

Aber Menschen halten aus Protest nicht nur Schilder hoch: Seit dem Beginn der Räumungen kündigen zahlreiche Menschen ihre Verträge bei RWE, E.ON, Innogy und anderen Energieanbietern und wechseln zu Ökostromanbietern.