Bild: privat
Wird auch Zeit.

Ebay hat ein Rassismusproblem. Noch. Bisher ergibt die Suche nach dem N-Wort mehr als 2600 Ergebnisse.

Das soll sich ändern. Eine Berliner Mutter hat Ebay zum Umdenken gedrängt. Das N-Wort sollen Nutzerinnen und Nutzer seit kurzem nicht mehr schreiben. Damit es künftig auch wirklich nicht mehr erscheint, soll es schon bei der Eingabe automatisch geblockt werden.

Eigentlich wollte Susan, 49, nur ein Weihnachtsgeschenk für ihre Tocher kaufen. Die steht gerade auf Tiana aus dem Disney-Weihnachtsfilm "Küss den Frosch". Tiana ist für Susans Tochter nicht nur irgendeine Prinzessin: Als einzige schwarze Disneyprinzessin ist sie eine Identifikationsfigur.

Auf Ebay findet Susan dann das:

"Der Verkäufer schrieb in der Artikelbeschreibung für die Puppe das N-Wort."

Ich dachte: Das kann ja nicht sein, das verstößt bestimmt gegen die Richtlinien!
Susan

Susan kündigt dem Nutzer an, ihn wegen eines Verstoßes gegen die Richtlinien zu melden. Aber sie stellt fest: Die Richtlinien erlauben das N-Wort unter Umständen sogar explizit. Dort steht:

Ich dachte: Was ist das denn? Das Wort ist doch per se beleidigend. Das ist doch Unfug.
Susan

Susan nimmt sich vor, das zu ändern.

Zuerst, erzählt sie, habe sie den Nutzer kontaktiert und gebeten, die rassistische Beschreibung zu ändern. "Der meinte, er sei kein Rassist und habe auch Freunde in den USA. Er hat die Beschreibung aber gelöscht." 

Ebay habe auf ihre Facebook-Nachrichten und Mails nur mit einem Verweis auf die Richtlinie reagiert, sagt Susan. Also schaltete sie die Antidiskriminierungsstelle des Bundes ein. Das ist eine kleine Behörde in Berlin, die gegen Benachteiligungen vorgeht.

Die Behörde weist Ebay auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz hin, das in Deutschland Benachteiligungen aus Gründen der Rasse, ethnischen Herkunft, Geschlecht, Religion, Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität verbietet.

Tatsächlich: Einen Monat nach der Beschwerde reagiert Ebay.

Seit Anfang des Jahres ist das N-Wort in den meisten Fällen verboten. Wir haben bei Ebay nachgefragt. Die Antwort auf unsere Anfrage: "Wir haben den von Ihnen angesprochenen Passus in unserem Grundsatz Ende letzten Jahres gelöscht, da er zu Missverständnissen geführt hat."

Ebay will bald auch einen Blockfilter für das N-Wort installieren. Der soll schon bei Eingabe des Wortes in die Produktbeschreibung auf das Verbot hinweisen und einen alternativen Vorschlag für die Formulierung machen.

Welchen? Das wird noch diskutiert.

Zwei Möglichkeiten wären: "schwarz" oder "Person of Color". Diese Begriffe schlägt auch die Amadeo-Antonio-Stiftung in ihrem Glossar als Bezeichnung für nicht-weiße Menschen vor.

Weiter erlaubt bleiben aber Fälle, in denen der Begriff legal verwendet werden kann, erklärt eBay.  "Zum Beispiel bei Angeboten des Buches "Neger, Neger, Schornsteinfeger". Auch das Buch "Der weiße Neger Wumbaba" ist weiter zu finden – trotz rassistischer Darstellung auf dem Cover.

Die konkreten Buchtitel gehen durch, alles andere wird geblockt: Susan ist damit zufrieden. Sie habe nicht zum ersten Mal Rassimus angeprangert. Meist seien die Erfahrungen aber nicht so positiv.

Manchmal denke ich, ich stifte hier nur Unfrieden und alle gehen mit einem schlechten Gefühl. Das jetzt macht schon Mut.

Mittlerweile hat Susan eine ganze Sammlung an Tiana-Puppen. Sie verschenkt sie als empowerndes Geschenk für andere schwarze Mädchen. Sollten die Puppen irgendwann wieder auf Ebay landen, wird zumindest niemand sie mit einem rassistischen Schlagwort versehen können. 

Bleiben noch die rassistischen Buchtitel. Da drückt sich Ebay leider bisher vor einer klaren Haltung und Absage an Rassismus. Aber das kann ja noch werden.

bento per WhatsApp oder Telegram



Today

Sophia Thiel hat jetzt ein eigenes Magazin – das sind die only 5 people, denen es gefallen wird

Ob Joachim "Joko" Winterscheidt, Jerome Boateng oder Barbara Schöneberger – sie alle haben etwas gemeinsam: ein eigenes Magazin im Kiosk-Regal.

Jetzt ist auch Fitness-Bloggerin, Bodybuilderin und YouTuberin Sophia Thiel dabei. Auf 145 Seiten gibt sie (oder doch eher die Redaktion) Ernährungs- und Fitnesstipps. 

Wir haben uns "Sophia Thiel" (das Magazin natürlich) angeschaut und überlegt, für wen es sich eignen könnte. 

1 Menschen, die sich nicht zwischen Deutsch und Englisch entscheiden möchten

Ob Ice-Queen, Food-Crush oder Prep – mit einer Step-by-Step-Anleitung kommt ihr so richtig in shape. Support gibt es beim Traum-Move und Intermittent Fasting. Außerdem werden alle healthy Benefits der Power-Porridges für sporty Girls zusammengefasst. All das führt zu einer Self-Fulfilling-Prophecy beim Trailrunning in Südafrika. Wem das zu viel ist, der kann sich in Ruhe ein schönes Brinner gönnen. Und falls es nicht für immer "Me, Myself & I" heißen soll: Vielleicht auch mal nach Mr. Right suchen?