Bild: Reuters / Pascal Rossignol
Laut einem exklusiven Bericht des "Independent" sollen außerdem Flüchtlinge von der Polizei und rechten Bürgermilizen angegriffen worden sein.

Ein Teil des sogenannten "Dschungel von Calais" soll geräumt werden. Etwa 1000 Flüchtlinge sollen von dem Lager am Rand des Ärmelkanals evakuiert werden, berichtet unter anderem der Deutschlandfunk.

Die Menschen, die evakuiert werden, sollen in Containern unterkommen. Laut verschiedener Medienberichte leben derzeit rund 4000 Menschen in dem Flüchtlingscamp (Figaro, AlJazeera). Sie warten dort auf eine Chance, um den Ärmelkanal nach Großbritannien zu überqueren.

Sowohl hygienisch als auch in Fragen der Sicherheit leben die Flüchtlinge unter schlimmen Bedingungen. Der Platz, auf dem sie untergebracht sind, war früher eine Mülldeponie. Nachts patrouillieren Bereitschaftspolizisten vor dem Camp; Flüchtlinge und freiwillige Helfer berichteten, dass sie regelmäßig von Anwohnern und Beamten belästigt würden (bento).

(Bild: Reuters/ Pascal Rossignol)

Der Independent berichtet nun exklusiv von Angriffen auf die Flüchtlinge in Calais durch eine rechte Bürgerwehr (Independent). Um was für Gruppen es sich genau handelt, ist unklar. Die Angreifer sollen ihre Opfer ausgezogen und ihnen die Hände auf den Rücken gefesselt haben, um dann auf sie einzuprügeln. Andere seien verschleppt und abseits des Camps geschlagen worden.

Die Flüchtlinge beschuldigen die französische Polizei, sie nicht vor den Angriffen zu schützen – und auch selbst ihnen gegenüber aggressiv zu werden. Laut Independent haben die Flüchtlinge schwerwiegende Verletzungen, die auf Angriffe mit Messern oder Schlägen mit Metallstäben hinweisen. Die Nachrichtenseite beruft sich unter anderem auf Informationen von "Médecins sans Frontières" und "Médecins du Monde".