Während des 2. Weltkrieges wussten Amerikaner, was sie von Rassisten zu halten hatten. In einem vom US-Militär produzierten Kurzfilm ist ein Mann zu sehen, der gegen "Negros" und andere "Fremde" hetzt. Vor mehreren Zuhörern schreit er: "Wir können unser Land nicht unser eigenen nennen, solange es kein Land ohne Neger ist." 

Dann zählt er weitere Ausländer, weitere Minderheiten auf. Er steigert sich in seinen Rassismus, irgendwann winken alle seine Zuhörer ab.

Der Film heißt "Don't be a sucker" – und ist nach den Ausschreitungen in der US-Stadt Charlottesville nun wieder populär.

Am Wochenende waren Rechte in Charlottesville unter dem Motto "Unite the Right" aufmarschiert. Es kam zu Ausschreitungen mit linken Gegendemonstranten, ein Rechter fuhr ein Auto in eine Menschenmenge. Dabei kam eine Frau ums Leben, mehrere Menschen wurden verletzt (bento). 

Nun diskutieren die USA den Umgang mit Rassismus und rechter Gewalt. Schon allein, weil sich US-Präsident Donald Trump mit deutlichen Worten zurückhält (bento). "Don't be a sucker" – zu deutsch in etwa "Sei kein Arsch" – spielt dabei eine besondere Rolle. (IMDb)

Der 17-minütige Kurzfilm wurde 1943 produziert. Er ist ein Propagandaformat, mit dem das US-Militär vor den Nazis aufklären wollte.Im Film klärt unter anderem ein Immigrant aus Ungarn über die systematische Ausgrenzung in Nazi-Deutschland auf, die er in Berlin erlebt hat. 

Der Schwarz-Weiß-Streifen geriet in Vergessenheit, bis der Forscher Michael Oman-Reagan nun auf Twitter einen Ausschnitt teilte.

Oman-Reagan schrieb, das US-Militär habe diesen Film damals produziert, um damit vor "Menschen wie Trump" zu warnen. Die Einschätzung scheinen viele zu teilen – der Forscher hat bereits mehr als 360.000 Likes und Retweets für den Post erhalten. 

Auch auf Facebook teilen sich Versionen des Videos – eine Version bei "NowThis" hat mehr als drei Millionen Abrufe. 

Das Video hat eine klare Botschaft: Eine offene Gesellschaft darf den Einzelnen nicht ausgrenzen. 

Am Samstag marschierten in Charlottesville hingegen Neonazis auf, die genau das zum Ziel haben. Sie sagen dabei selbst, "die Versprechen Donald Trumps" erfüllen zu wollen. Die Versprechen auf ein "befreites Amerika". Es sind die gleichen Sprüche, die der Hetzer im Video von 1943 sagt.

Um diese rechten Gruppen geht es:

Der selbstgewählte Begriff ist relativ neu und versucht, Nazis als harmlose "Alternative" zu beschreiben. Die Bewegung träumt von einer "ethnischen Säuberung" der USA, ist gegen Einwanderung und Gleichstellung. Einer ihrer Anführer ist Richard Spencer, der Trump mit dem Hitlergruß zujubelt (bento).
Der KKK ist ein 1865 gegründeter rassistischer Geheimbund. Er wird auf 5000 bis 8000 Mitglieder geschätzt. Der KKK steckt hinter mehreren Gewalttaten und Morden (Southern Poverty Law Center).
White Supremacy: Sie glauben an die biologische Überlegenheit Weißer. Bekannte Gruppen sind die "Aryan Nation" und "Vanguard America", auf Demos tragen sie schwarze Schilde mit weißem Kreuz.
Sie glauben ebenfalls an die Überlegenheit der Weißen, wollen das aber auch in einem "reinen" Staat umsetzen. Die Nationalisten orientieren sich an Nazi-Deutschland und tragen oft Hakenkreuze.
"Three Percenters": Die 3-Prozenter sehen sich als patriotische Bewegung, die die USA vor ihrer angeblich korrupten Regierung schützen will. Der Name leitet sich von der Gruppe Soldaten ab, die während der Amerikanischen Revolution gegen die Briten Widerstand leisteten.
Eine militante, rechte Bewegung, die ähnlich der "3-Prozenter" am Sturz der Regierung arbeitet. Der "Schwur" bezieht sich auf die US-Verfassung – die mit Waffengewalt gegen innere und äußere Feinde geschützt werden soll.
Die Anhänger sind antidemokratisch, schwulenfeindlich und rassistisch. Sie eint die Erinnerung an den Amerikanischen Bürgerkrieg. Ihr Erkennungszeichen ist die alte Südstaatenfahne. ​
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Style

Fashion aus Plastik: Wenn Ikea Mode verkaufen würde

Alles fing an, als das Luxuslabel Balenciaga die blaue IKEA-Tragetasche "Frakta" kopierte und  die Designer-Variante für 2145 US-Dollar verkaufte (bento). 

Plötzlich erkannten die Fashion-Liebhaber: Der große Beutel kann mehr als nur Transportmittel für dreckige Wäsche oder Pfandflaschen sein. Aus ihm lassen sich ganz neue Kleidungsstücke designen – in der unverwechselbaren Ikea-Optik.