Bild: dpa/AP/Alex Brandon
Irakkrieg? Tolle Idee. Iran? Bomben!

US-Präsident Donald Trump wechselt seinen nationalen Sicherheitsberater: John Bolton, der frühere US-Botschafter bei den Vereinten Nationen soll den Job nun machen. Trump gab die Personalie am Donnerstag via Twitter bekannt. Bolton werde zum 9. April das Amt von Herbert Raymond McMaster übernehmen, schrieb er.

Über McMasters Ablösung wurde seit Wochen spekuliert. Er war ins Amt gekommen, nachdem der von Trump geschätzte Sicherheitsberater Michael Flynn im Februar 2017 zurücktreten musste.

Die Berufung Boltons beobachten viele Kommentatoren mit Sorge.

Denn der 69-Jährige ist ein außenpolitischer Hardliner:

  • Während der Regierungszeit von Präsident George W. Bush war er einer der glühendsten Verfechter des Irak-Kriegs.
  • Als Bush ihn für den Posten des Uno-Botschafters nominierte, wandten sich mehr als hundert US-Diplomaten in einem offenen Brief gegen diese Wahl (SPIEGELN ONLINE).
  • Erst kürzlich hat er sich erneut für einen Präventivschlag der USA gegen Nordkorea ausgesprochen.
  • Für die "New York Times" schrieb er einst einen Artikel mit dem Titel "To Stop Iran’s Bomb, Bomb Iran"
  • Die "Los Angeles Times" beschreibt ihn als "neokonservativen Kampfhund".
  • Der republikanische Senator Rand Paul unterstellte Bolton, dieser sei "besessen, praktisch jeden Fehler zu wiederholen, den die US-Außenpolitik in den vergangenen 15 Jahren begangen hat". (SPIEGEL ONLINE)
  • In der Vergangenheit scherzte er darüber, dass Barack Obama "König der muslimischen Welt" sei. (BuzzFeed)
  • Und er sucht die Nähe von islamfeindlichen Organisationen (The Nation).

Und Trump?

Der entlässt nach und nach vor allem diejenigen Berater, die man als halbwegs rational und gelassen einschätzen kann. Vor allem Raymond McMaster galt als moderater und besonnener Mann. Trump und er sollen sich persönlich allerdings nie gut verstanden haben.

Werden wir untergehen?

Naja, nicht so schnell. Bolton ist ein Hardliner mit wirklich besorgniserregenden Ansichten. Ob seine Berufung große Auswirkungen auf Trumps Außenpolitik haben wird, muss sich aber erst noch zeigen. In Trumps neuem Team sitzen nun Menschen mit ganz unterschiedlichen Ansichten. Boltons Ansichten zur Russland-Affäre beispielsweise passen nicht zu denen des Präsidenten.

Trump sucht seine Berater also eher nicht nach Ideologie aus. Tatsächlich haben sie nun vor allem eines gemeinsam: Sie sind als konservative TV-Kommentatoren bekannt.

Zumindest das könnte man als Anzeichen dafür werten, dass es Trump nicht um einen grundlegenden Wandel in der Außenpolitik geht, sondern schlicht darum, medial besser rüberzukommen.


(Mit Material der dpa)


Today

Instagram sortiert den Feed in Zukunft wieder stärker chronologisch
Und noch etwas ändert sich.

Wenn wir ehrlich sind, ist Instagram nicht nur eine App zum Veröffentlichen von Bildern – sondern vor allem zum Anschauen von Bildern. Wir nutzen sie tagtäglich, um zu sehen, was Menschen machen, die uns wichtig sind. Wie sie scheitern, wie sie besondere Momente erleben und wie sie sich selbst der Welt zeigen möchten. 

Seit knapp zwei Jahren ist das allerdings schwieriger. Denn seitdem sortiert Instagram den Feed mithilfe eines Algorithmus. Viele Nutzer mochten das nicht, immer wieder wurde die Sortierweise des Instagram-Feeds infrage gestellt, ähnlich wie bei Facebook. Wann welcher Post wo zu sehen war, blieb oft unklar. Es zählen Werte wie Likes, Follower oder Interaktionen. Doch damit soll jetzt Schluss sein, zumindest ein bisschen.