Bild: dpa
Alle waren sich einig, dann wurde er wütend.

Donald Trump war schon weg, als Justin Trudeau vor die Kameras trat. Er fasste seine Sicht auf den G7-Gipfel in Kanada zusammen. Sein Land werde die USA mit Zöllen belegen, weil die ebenfalls Zölle auf kanadische Waren beschlossen hatten.

Wir Kanadier sind höflich. Wir sind vernünftig. Aber wir lassen uns nicht herumschubsen.
Justin Trudeau

Offensichtlich verfolgte Donald Trump im Präsidentenjet Air Force One Trudeaus Rede und griff zum Handy. Innerhalb weniger Augenblicke zertwitterte Trump den Westen, zerstörte die mühsam verhandelte Abschluss-Erklärung der G7-Staaten:

"Basierend auf den falschen Aussagen von Justin bei seiner Pressekonferenz und dem Fakt, dass Kanada den amerikanischen Bauern, Arbeitern und Firmen massive Zölle berechnet, habe ich unsere US-Unterhändler angewiesen, die Abschlusserklärung nicht zu unterstützen."

In einem weiteren Tweet bezeichnete er Trudeau als "schwach".

Die Kanadier antworteten besonnen: Trudeau habe weder falsche Statements gemacht, noch andere Dinge gesagt als in vertraulichen Gesprächen mit Trump. Während des ganzen Dramas schlief Angela Merkel auf ihrem Rückflug nach Deutschland (Zeit Online). Als die Kanzlerin ankam, war ihr klar: Die gemeinsame Abschlusserklärung ist schon wieder Geschichte.

Die war ohnehin nur eine Fassade, die Einigkeit vorspielen sollte.

  • Zum Klimaschutz hatte es gar keine gemeinsame Position gegeben.
  • Auch bei der Vermeidung von Plastikmüll wollten die USA nicht mitspielen.
  • Laut BuzzFeed wollten die Amerikaner im Vorfeld sogar die Positionen der G7 zur Gewalt gegen Frauen abschwächen.

Was lernen wir daraus?

(Bild: dpa/Handout/Jesco Denzel/Bundesregierung)
  • Trump ist so unberechenbar wie befürchtet, so selbstbewusst wie wohl noch nie. Offenbar traut er sich jetzt zu, seine Agenda ohne Rücksicht auf Verluste durchzusetzen.
  • Früher wurde Trump von gemäßigten Beratern gebremst, die hat er gefeuert oder sie sind gegangen. Die neuen Berater bremsen Trump nicht. Trumps neuer Sicherheitsberater John Bolton ist ein Hardliner, twitterte nach dem Gipfel, die USA werde nicht mehr die Bank anderer Staaten sein.
  • Trumps Groll gegen die Überschüsse der Europäer und Kanadas im Außenhandel mit den USA ist die einzige Konstante seiner Amtszeit. Er scheint sich in das Thema hereinzusteigern und droht den ehemaligen Partnern sogar damit, den Handel zur Not ganz einzustellen, wenn er nicht bekommt, was er will.
  • Der Westen ist zerbrochen: Die G7 sind die mächtigsten und reichsten liberalen Demokratien der Welt, sie treffen sich vor allem, um der Welt zu zeigen, wie einig sie sich sind. Und dass man Probleme gemeinsam angehen will. Doch Trump legt ganz offensichtlich keinen besonderen Wert auf die Allianz. Er soll zum Gipfel angereist sein mit einer Liste. Darauf: Die Summen, die jedes teilnehmende Land den USA aus Sicht von Trump und seinen Handlangern schuldet, sei es wegen angeblich zu geringer Verteidigungsausgaben oder wegen erhobenen Zöllen auf amerikanische Produkte. Anschließend stellte Trump die sechs anderen Staaten mit seinem Tweet noch öffentlich bloß.

Style

Dieser Mann probiert schlimme Schmink-Tutorials auf YouTube aus
Und es ist großartig.

Julio Janpierres Karriere ist eine dieser Erfolgsgeschichten, bei denen man sich fragt: Warum bin ich nicht auf die Idee gekommen? Der 26-Jährige aus Puerto Rico dreht nämlich Videos, in denen er andere Videos guckt und nachahmt, was in diesen Videos so passiert. So verdient Janpierre tatsächlich Geld. 

Der 26-Jährige startete das Projekt, weil er völllig übertriebene, chinesische Schmink-Tutorials auf YouTube entdeckt hatte. Die Tipps wollte er einfach mal selbst ausprobieren. Und auch, wenn die Originale eigentlich schon bescheuert genug sind, verleiht er ihnen mit seinem entgeisterten Blick eine ganz neue Note.