Alternative Fakten schaffen? Erledigt. Geld für Abtreibungsberatung streichen? Erledigt. Die Einreise von Flüchtlingen und Muslimen aus mehreren Ländern kurzzeitig stoppen? Erledigt. Eine Ministerin entlassen, die eine gegenteilige Meinung hat? Erledigt. Donald Trump hat all dies in den ersten zwei Wochen seiner Amtszeit getan.

Viele Menschen zucken bei all diesen Nachrichten zusammen und fühlen sich machtlos. Trump rüttelt an den Grundwerten, droht Populismus gesellschaftsfähig zu machen – und wir können nur dabei zusehen?

Nein, auch von Deutschland aus können wir etwas unternehmen. Letztlich geht es dabei nicht nur um Trump: Er diskriminiert Minderheiten, beleidigt Frauen – es ist wichtig zu zeigen, dass diese Politikstil niemals zur Selbstverständlichkeit werden darf.

5 Vorschläge für mehr Engagement:
1. Geld spenden

Die American Civil Liberties Union (ACLU) ist eine amerikanische Bürgerrechtsorganisation, die bereits seit 1920 existiert. Sie bezahlte zum Beispiel einige Anwälte, um festgehaltene Muslime an den amerikanischen Flughäfen zu beraten – mit großem Erfolg.

Promis wie die Sängerin Sia rufen dazu auf, für die NGO zu spenden und wollen jedes Mal den gleichen Betrag dazugeben. Kurz nachdem der "Muslim Ban" bekannt wurde, sammelte die ACLU bereits 24 Millionen Dollar Spendengeld ein ("Vanity Fair").

Auch Deutsche können spenden – und Mitglied werden, um die Arbeit der Organisation zu unterstützen. Du kannst so viel Mitgliedsbeitrag bezahlen wie du möchtest.

Darüber hinaus gibt es viele weitere Bürgerrechtsbewegungen und NGOs, die sich für Muslime, den Kampf für die Pressefreiheit und gegen Rechtsradikalismus einsetzen. Einige Beispiele:

  • Die "Women's March"-Bewegung sammelt weiter Spenden. Sie plant regelmäßige Protestaktionen.
  • Die "Union of Concerned Scientists" ist genau das: eine Vereinigung besorgter Wissenschaftler. Mit Spenden unterstützt du unter anderem ihre Arbeit für Klimaschutz.
  • Das "Centre for Reproductive Rights" berät in Abtreibungs- und Schwangerschaftsfragen und nimmt hier Spenden an. Trump hatte jüngst Fördergelder für ähnliche NGOs im Ausland gestrichen.
  • Das "National Immigration Law Center" bietet Migranten Rechtsberatung an. Hier kannst du es unterstützen.
  • Der "Natural Resources Defense Council" setzt sich für Umweltschutz ein – eine gute Idee im Kontrast zum Klimawandel-Leugner Trump. Hier kannst du spenden.
2. Protestieren

Wenn du in Deutschland gegen Trump auf die Straße gehst und Plakate hochhältst, zeigst du damit nicht nur deine Solidarität mit den Trump-Kritikern in Amerika. Sondern du setzt auch ein Zeichen gegen einen populistischen Politikstil, der Menschen beleidigt und diskriminiert.

Wo kann man sich engagieren?

  • Daniel und Sabine Röder – zwei überzeugte Europäer aus Frankfurt – gründeten einen Tag nach der US-Wahl im November eine Initiative für ein starkes demokratisches Europa. Ihr Name: "Pulse of Europe". Inzwischen finden jeden Sonntag Kundgebungen in Frankfurt, Freiburg und Karlsruhe statt.
  • Du kannst auch deine eigene Demo anmelden, zum Beispiel vor der US-Botschaft in Berlin oder einem der US-Konsulate in Düsseldorf, Frankfurt, Leipzig, Hamburg und München. Das musst du mindestens 48 Stunden vorab machen, bei der zuständigen Versammlungsbehörde deiner Stadt.

3. Lesen, immer lesen!

In den Augen Trumps sind Journalisten "Lügner" – außer, sie berichten ihm wohlgesonnen. Eine freie, unabhängige Presse passt dem US-Präsidenten nicht in den Kram. Gerade deshalb ist es wichtig, dass es sie gibt.

Traditionsblätter wie die "New York Times" und die "Washington Post" haben neue Fakten-Teams aufgestellt, um die Lügen Trumps zu entlarven. Andere Redakteure recherchieren zu den Verstrickungen von Trumps Familie und seinen Wall-Street-Freunden in die Politik. Die US-Medien haben in der Demokratie einen wichtigen Job: Diese zu verteidigen.

Du kannst dir zum Beispiel ein Digital-Abo der "New York Times" holen (14 Euro im Monat), oder ein Digital-Abo der "Washington Post" (9,50 Euro im Monat). Sehr gut, und kostenlos, ist auch Vox.com.

Neben Medien auch eine gute Idee – Bücher, die dir die USA und die Gefahren des Totalitarismus erklären:
Der Holocaust steht auf dem Lehrplan. Die Schüler fragen sich: Wie konnte sich ein solches Regime etablieren? Der Lehrer wagt ein Experiment.
Das Buch beschreibt den allmählichen Niedergang der amerikanischen Gesellschaft entlang der Biografien mal berühmter, mal gänzlicher unbekannter Menschen. Mit dabei: Jay-Z, Peter Thiel und Oprah Winfrey.
Wie entsteht Nationalismus? Hannah Arendt untersucht die Historie. Wir können davon viel für die Zukunft lernen.
Ein Bürger versucht einem totalitären Überwachungsstaat zu entfliehen – im "Ministerium für Liebe" wird ihm wieder Vertrauen "eingefoltert. Besonders ist die Sprache des Buches – hier erfährst du mehr.
Ifemelu und Obinze wachsen beide in Nigeria auf. Später studiert Ifemelu in Princeton, Obinze strandet als illegaler Einwanderer in London. Ein Roman über Liebe, Identität – und wie es ist, als schwarze Frau in den USA zu leben.
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4. Diskutieren, diskutieren, diskutieren!

Klingt simpel, ist es auch – und trotzdem müssen wir es häufiger tun. Trump hat mehrmals betont, dass er ein Befürworter des Brexit ist und damit auch ein Gegner einer vereinten, starken EU. Trump will Importe in die USA reduzieren und eigene Produkte stark machen. "America First" ist seine Devise.

Die Folge: Die Populisten in Europa nehmen sich Trumps Politik zum Vorbild. AfD, Front National und die niederländische Partij voor de Vrijheid gewinnen an Zustimmung, weil auch sie internationale Beziehungen abbrechen wollen und Minderheiten diskriminieren.

Wenn wir den Populismus klein halten wollen, müssen wir miteinander ins Gespräch kommen – mit Menschen, die sich von den liberalen Traditionsparteien nicht vertreten fühlen, die Frust verspüren und daran Europa, Ausländern und Minderheiten die Schuld geben.

5. In eine Partei eintreten

Im Endeffekt ist Politik Graswurzelarbeit. Du musst nicht nach Amerika schauen, wenn du etwas verändern willst. Ein Zeichen gegen Trump kannst du auch setzen, wenn du dich in Deutschland für eine demokratische Partei engagierst. Hier erklären wir, was du dabei beachten musst:


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Warum mich die Fruchtbarkeits-Performance von Beyoncé nervt
Es ist die konservativste Vorstellung von Mutterschaft

Beyoncé hat wieder zugeschlagen. Mit spektakulären Bildern gab sie die zweite Schwangerschaft bekannt. Ihre erste Tochter Blue Ivy ist fast fünf und jetzt kommen die Zwillinge. Die dazugehörigen Fotos, irgendetwas zwischen Kunst und Kitsch, lösten vom Schmunzeln und kleinen Lästereien bis hin zu uneingeschränkten Begeisterungsstürmen so ziemlich alles aus. Inmitten von Blumen findet man den Megastar, mit einem Schleier bedeckt oder im Wasser schwebend.

Über allem liegt ein hübscher Filter und selbst das rote Auto, auf dem Beyoncé den Babybauch streichelnd verweilt, wirkt nicht deplatziert inmitten dieser natürlichen Künstlichkeit. Narzisstisch kann man das nennen, aber Bescheidenheit war noch nie eine von Beyoncés Charaktereigenschaften. Und ehrlich: Wieso sollte sie dies auch sein? Angesichts ihrer Erfolge.