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Hater-in-Chief.

Für Donald Trump beginnt der Tag mit Hass. Um 6 Uhr morgens Ortszeit hat der US-Präsident mehrere anti-muslimische Videos einer rechtsextremen Politikerin aus Großbritannien weiter verbreitet. Angeblich sollen die Videos Gewaltakte von muslimischen Männern zeigen.

  • In einem Video ist zu sehen, wie Männer einen Jungen von einem Hausdach stürzen,
  • ein anderes zeigt einen Mann, der eine Gipsstatue der Jungfrau Maria zerschmettert.
  • Das dritte Video zeigt angeblich einen muslimischen Flüchtling, der auf einen Jungen mit Krücken eintritt.
Trump – der knapp 44 Millionen Follower auf Twitter hat – hat die Videos umkommentiert geteilt.

Die kurzen Clips wurden von Jayda Fransen eingestellt, der stellvertretenden Vorsitzenden der rechtsextremen Partei "Britain First". Sie behauptet, bei den Männern in den Videos handele es sich um Muslime, einen Nachweis liefert sie nicht. 

Die Rechtsextreme Fransen freut sich über die Aufmerksamkeit von Trump:
Tatsächlich sind die Videos echt – und sind zum Teil Propagandavideos der Terrorgruppe Al-Qaida.

Allerdings sind die drei Videos nicht neu:

  1. Die Szene, in der mehrere Männer einen Jungen vom Hausdach werfen, stammt aus dem Jahr 2013. Bei den Angreifern handelt es sich um Anhänger der Muslimbruderschaft in Ägypten.
  2. Auch das Video mit der zerschmissenen Statue zirkuliert seit 2013 im Netz. Hier soll es sich um einen Qaida-Sympathisanten aus Syrien handeln.
  3. Das dritte Video mit dem Angriff auf einen Jungen mit Krücken tauchte zuerst im Mai 2017 auf. Es wurde in den Niederlanden aufgenommen, nach Angaben niederländischer Medien war der Schläger aber weder Muslim noch Migrant. 

Soll heißen: Mindestens in zwei Fällen hilft der US-Präsident also dabei, völlig veraltete islamistische Propagandavideos neuerlich zu verbreiten. Das Weiße Haus hatte sich am Mittwoch zunächst nicht zu den Tweets geäußert (CNN).

Der Mann mit dem wichtigsten politischen Amt der Welt hat es so geschafft, gleichzeitig zum Sprachrohr von Rechtsextremen und Islamisten zu werden.

Trump besorgt so das Geschäft der Islamisten – denn sie brauchen Aufmerksamkeit, um so ihren Schrecken verbreiten. Um für Anhänger attraktiv zu werden, streuen Islamisten immer wieder brutale Fotos und Videos im Netz. Die Botschaft an den Westen: Wir sind eine Gefahr für eure Sicherheit.

Das beste Mittel dagegen: Die Videos ignorieren, ihrer Propaganda nicht noch zusätzlich Aufmerksamkeit verschaffen. Trump tut genau das Gegenteil.

Twitter ist Trumps direkter Kanal zu seinen Wählern. Der US-Präsident ist auch ein Jahr nach der US-Wahl immer noch im Wahlkampfmodus, offenbar braucht er die permanente Erregung. Immer wieder schürte er im Wahlkampf Hass gegen Muslime. Das ungeprüfte Verbreiten der anti-muslimischen Videos ist da nur die nächste Eskalationsstufe.

Besonders bitter: Die Menschen, die Al-Qaida und der sogenannte Islamische Staat mit ihrer perfiden Propagandastrategie nicht erreichen, sehen diese Videos jetzt. Dank Donald Trump.


Style

Diese Weihnachts-Pullover sind so hässlich, dass es ein Fest ist

Weihnachten ist so ein Feiertag, den gibt es gar nicht in stilvoll. Es gibt keine "guten Weihnachtslieder" – es gibt nur Last Christmas. Es gibt keine "geschmackvolle Weihnachtsdeko" – es gibt verträumte Putten und Christbäume mit Epilepsie-Warnung. Und darum ist es auch unmöglich, sich gleichzeitig festlich und stilsicher anzuziehen. 

Wer das erstmal realisiert hat, der kann aus der Not eine Tugend machen und das frohe Fest folglich in einem Sweater begehen, der so hässlich ist, dass sich die Lebkuchenmännchen die Rosinen aus dem Gesicht reißen. 

Wir hätten da ein paar Vorschläge.