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"Rückkehr in die Sechziger"

Missbrauch und Gewalt in Ehe und Familie sind immer noch weit verbreitet. Viele Taten werden – auch im Westen – nicht immer hart verfolgt. In Deutschland zum Beispiel wurde Vergewaltigung in der Ehe erst 1997 unter Strafe gestellt. 

Dass häusliche Gewalt als solche anerkannt wurde, war vor allem für die Rechte von Frauen ein großer Schritt.

In den USA unter Präsident Donald Trump geht es in Sachen Frauenrechte nun einen Schritt zurück – denn das US-Justizministerium hat heimlich seine Definition häuslicher Gewalt abgeändert.

Häusliche Gewalt wird nur noch rein körperlich als Gewalt anerkannt – seelische, sexuelle, psychische oder auch ökonomische Gewalt zählen nicht mehr. Diese Punkte waren noch unter Ex-Präsident Barack Obama Teil der Definition häuslicher Gewalt auf der Website des US-Justizministeriums. 

Unter Donald Trump wurden sie nun gestrichen. Auch den Zusatz, dass häusliche Gewalt jede und jeden treffen, ungeachtet von Herkunft, sexueller Sortierung oder Geschlecht, gibt es nicht mehr.

Verkündet oder erklärt hat die Trump-Administration diese Neudefinition nicht. Die US-Seite Slate hat sie entdeckt, auch der britische "Independent" berichtete darüber. Demnach wurde die Änderung bereits im April vergangenen Jahres vorgenommen, fiel aber erst jetzt auf.

Warum ist das wichtig?

Unter Barack Obama wurde häusliche Gewalt umfangreich definiert, um vor allem Frauen und Minderheiten besser zu schützen. Es galt die Erkenntnis, dass Gewalt nicht immer ein Schlag sein muss – auch sexuelle Nötigung in der Ehe, das Schaffen einer finanziellen Abhängigkeit oder psychischer Terror sind demnach Formen von Gewalt.

Durch die Streichung all dieser Punkte werden Opfer häuslicher Gewalt nun weniger geschützt, ihre Fälle vor Gericht wohlmöglich nicht anerkannt. Der Schritt werfe die Frauenrechte zurück in die Sechziger und Siebziger, sagte die Psychologin Holly Taylor-Dunn dem "Independent"


Gerechtigkeit

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Greta Thunberg findet klare Worte gegen den Klimawandel. Und damit auch gegen alle, die sie in der Verantwortung sieht, etwas dagegen zu tun. Für die 16-jährige Schwedin sind das vor allem Spitzenpolitikerinnen und -politiker, aber auch alle Erwachsenen, die die Augen vor der Klimakrise verschließen.

Beim Weltwirtschaftsforum in Davos hielt Greta – wie schon auf dem Weltklimagipfel – eine emotionale Rede. Sie appellierte an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass sie so handeln sollten, als würde ihr Haus brennen. Denn genau das täte es.