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Menschenrechte, anybody?

Die USA und Nordkorea mögen sich wieder. Nach Jahrzehnten erbitterter Feindschaft zwischen beiden Seiten haben sich am Dienstag US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un in Singapur erstmals zu Gesprächen getroffen. (bento)

Zuvor hatten sich beide mehrere Monate lang angestachelt, bedroht und beleidigt – dann war plötzlich alles recht harmonisch.

"Aus Gegnern könnten Freunde werden", sagte Trump nach dem Gipfel. Kim sprach von "einem historischen Treffen". Dann unterzeichneten beide eine gemeinsame Vereinbarung.

Trump und Kim bei der Vertragsunterzeichnung.(Bild: Getty Images)

Aber was genau haben Donald Trump und Kim Jong-un eigentlich verhandelt? Und worüber wurde lieber nicht geredet?

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

1.

Was verhandelt wurde:

  • Beide Länder wollen an einer "Denuklearisierung" der koreanischen Halbinsel arbeiten. 

Viele Beobachter sehen in der nordkoreanischen Atombombe eine große Gefahr, vor allem für das benachbarte Südkorea. Seit dem Ende des Koreakriegs 1953 haben beide Länder nach wie vor keinen Friedensvertrag unterschrieben und beginnen gerade erst einen Friedensprozess (bento). Kim Jong-un zeigt nun, dass er an der Abrüstung interessiert ist – bereits vor dem Gipfel mit Trump hatte er eine wichtige Atomtestanlage sprengen lassen. (bento)

Wie genau die "Denuklearisierung" ablaufen soll, wurde noch nicht bekannt gegeben. Es soll nur eine "entschlossene Verpflichtung" dazu geben, kritische Nachfragen akzeptiere Trump nicht.

  • Die USA wollen ihre militärische Präsenz im Pazifik einschränken.

Konkret sollen Militärmanöver von US-Truppen und der südkoreanischen Armee beendet werden. Schon aus Kostengründen wolle Trump die "Kriegsspiele" vor Ort beenden, bisher haben die USA 28.500 Soldaten in Südkorea als Abschreckung stationiert. 

Was für eine Entspannung ein wichtiger Schritt ist, sehen Beobachter dennoch mit Sorge: Die USA macht so dem aufstrebenden China Platz im Pazifik.

  • Sanktionen gegen das nordkoreanische Regime sollen vorerst in Kraft bleiben.

Um das Regime zu schwächen, gibt es derzeit harte Wirtschaftssanktionen. Trump freue sich aber, die künftig zu lockern.

  • Kim Jong-un soll schon bald nach Washington zum Besuch kommen.

Eine Einladung ins Weiße Haus habe er akzeptiert, sagte Trump. Dann wolle man weiter an einem Frieden mit Südkorea arbeiten. "Der Krieg ist seit 70 Jahren nicht beendet, aber er wird bald enden", sagte Trump. 

2.

Was nicht verhandelt wurde:

  • Die Menschenrechte

Kim regiert sein Land diktatorisch, 80.000 bis 120.000 Menschen werden nach Schätzungen in Arbeitslagern gefangen gehalten. Viele Nordkoreaner leiden unter eine Mangelwirtschaft, während sich das Regime bereichert.

Laut Trump wurde über Menschenrechtsfragen gesprochen – allerdings "verhältnismäßig kurz". Dann zeigte sich Trump optimistisch, dass Kim das Thema Menschenrechtsverletzungen schon angehen werde. 

Ich glaube, er will was machen. Er will die richtigen Dinge machen.
Trump über Kim

Was bedeutet die Vereinbarung?

Vor allem ein Gewinn für Kim. Der Diktator wurde als Staatsmann ernst genommen – und konnte schöne Fotos mit Trump sammeln. Außerdem hat er eine Reduzierung von US-Manövern vor seiner Küste erreicht.

Weil viele andere Vereinbarungen im Vagen bleiben, muss sich Kim kaum an Zusagen halten. 

So war es schon in der Vergangenheit. Bereits 1993 und 2006 hatte die nordkoreanische Regierung den USA Sicherheiten in Aussicht gestellt. Passiert war dann jedoch nichts. 


Gerechtigkeit

Hier veralbern Menschen mit Down-Syndrom ein Vorurteil, das ihnen immer begegnet

Was sind besondere Bedürfnisse? Ein Dinosaurier-Ei zum Frühstück haben zu wollen zum Beispiel. Oder in einer Ritterrüstung zum Einkaufen zu gehen. Meint zumindest die "Not Special Needs, Just Human Needs"–Kampagne.

Aber: Menschen mit Down-Syndrom haben diese besonderen Bedürfnisse nicht.

Sie haben die gleichen wie alle anderen auch, wollen eine faire Chance auf Bildung, einen Job, wollen Liebe erfahren und Freundschaft.

Die Kampagne entstand mit Coordown, einer italienischen Organisation, die sich für Menschen mit Down-Syndrom einsetzt, und der Down Syndrome International Organisation.