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"Naiv, ekelhaft, erbärmlich."

Da standen sie nun also bei der lang erwarteten Pressekonferenz in Helsinki: Donald Trump links und Wladimir Putin rechts. Der russische und der amerikanische Präsident spielten sich die Bälle zu.

(Bild: dpa/Jussi Nukari/Lehtikuva)

Eine russische Einmischung in die US-Wahlen? Habe es wohl nie gegeben, waren sich beide einig. Obwohl das FBI, die US-Geheimdienste und auch der amerikanische Senat das Gegenteil behaupten. Und so vermittelte Trump den Eindruck, dass er dem russischen Präsidenten mehr glaubt, als so ziemlich allen wichtigen Institutionen der Vereinigten Staaten.

Putins blutiger Krieg in Syrien, die russische Ignoranz für Menschenrechte, Russlands Einmarsch auf der Krim – auch dafür hatte Trump zumindest bei der öffentlichen Pressekonferenz kein Wort übrig. Stattdessen ließ Trump es zu, dass Putin sich als Staatsmann präsentierte, der scheinbar auch moralisch auf Augenhöhe mit den USA steht (mehr dazu hier bei bento).

Daheim in den USA kam der Auftritt gar nicht gut an. Hier sind die heftigen Reaktionen von Republikanern und Demokraten.

Ein CNN-Journalist kommentiert:

Eine der erbärmlichsten Performances eines amerikanischen Präsidenten.
Anderson Cooper

Selbst Fox News urteilt:

Das ist, was seine Performance ekelhaft gemacht hat. Er hat ihn nicht mal milde kritisiert.
Neil Cavuto

Bob Corker, republikanischer Senator:

Er hat die USA wie einen Schwächling aussehen lassen.

Ari Fleischer, Pressesprecher unter George W. Bush:

Naiv

Jeff Flake, republikanischer Senator aus Arizona:

Ich habe nie gedacht, dass ich den Tag erleben würde, an dem unser amerikanischer Präsident auf der Bühne neben dem russischen steht und die USA für russische Aggression verantwortlich macht.

Mike Murphy, politischer Stratege der Republikaner:

Deprimierend, ekelerregend, schwach, dämlich, vollgestopft mit Lügen und nahezu verräterisch

David Axelrod, politischer Stratege der Demokraten:

Entsetzlich

Die demokratische Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi:

Was hat Putin gegen Trump in der Hand?

Abby Huntsman, politische Kommentatorin und Tochter des amerikanischen Botschafters in Russland: 

Keine Verhandlung ist es wert, seine eigenen Bürger im Stich zu lassen.

Ex-CIA-Chef John O Brennan:

Das war verräterisch.

John Mc Cain, republikanischer Senator und bekannter Trump-Kritiker:

Noch kein Präsident hat sich jemals so vor einem Tyrannen erniedrigt.

Meghan Mc Cain, politische Analystin, Tochter von John McCain:

Ich war nie stolzer darauf, dass Putin meinen Vater hasst.

Today

Putins Traum wird wahr – drei Erkenntnisse aus dem Treffen mit Trump
"Ja, ich wollte, dass er gewinnt."

US-Präsident Donald Trump hat sich in Helsinki mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin für ein Vier-Augen-Gespräch getroffen – mehr als zwei Stunden sprachen die beiden miteinander. In der anschließenden Pressekonferenz wiesen beide die Einmischung Russlands beim Präsidentschaftswahlkampf 2016 zurück.