Bild: Getty Images
Ein Raum voller Männer entscheidet über das Schicksal von Millionen Frauen.

Der US-Präsident Donald Trump hat als eine seiner ersten Amtshandlungen staatliche Zuschüsse für Organisationen gestrichen, die im Ausland Abtreibungen anbieten. In einer "executive order" – also einem präsidialen Dekret – strich er die sogenannte Global Gag Rule ("New York Times").

Die Global Gag Rule erlaubte der US-Regierung, Programme und Nichtregierungsorganisationen auf aller Welt zu bezuschussen, die Frauen bei Abtreibungen unterstützen – oder auch einfach nur während der Schwangerschaft beraten.

Das Streichen der Frauenhilfe unterzeichnete Trump am Montag im Kreise seiner Berater.

Das Foto der Unterzeichnung zeigt, wie Männer über Frauen bestimmen – und sich dabei auch noch freuen:

Obama hatte für NGOs, die in der Schwangerschaftsberatung tätig sind, 2009 wenige Tage nach seiner Amtseinführung neue Finanzmittel verfügbar gemacht. Diese Gelder fehlen nun.

Trumps Kürzungen haben nun weitreichende – und brutale – Folgen für Frauen auf aller Welt.

Gestrichen werden nicht einfach Abtreibungshilfen – sondern vor allem Gelder für Beratungsstellen. Vor allem in Schwellenländern kann das weitreichende Folgen haben:

  • Die Frauenrechtsorganisation Marie Stopes International geht von 6,5 Millionen ungewollten Schwangerschaften bis 2020 aus und von 2,1 Millionen illegalen Abtreibungen. Mehr als 21.000 Frauen könnten in der Zeit bei der Geburt sterben.
  • Und als die Gelder unter George W. Bush 2001 schon einmal gestrichen wurden, stieg die Abtreibungsrate laut der Weltgesundheitsorganisation WHO in Afrika, anstatt zu sinken.
(Bild: Marie Stopes International)
Was noch an Tag 4 geschah:

Eigentlich sollte mit der Transpazifischen Partnerschaft (TPP) die größte Freihandelszone der Welt entstehen. Einer der Vorteile: Durch den Wegfall von Zöllen sollte die Wirtschaft in Australien, Brunei, Chile, Japan, Kanada, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur, Vietnam – und den USA profitieren. Doch die USA ist nun raus.

Trump unterzeichnete einen Erlass zum Austritt aus dem TTP-Abkommen. Er verfolgt die Taktik, den Import ausländischer Waren einzuschränken und so stattdessen US-amerikanische Produkte und Jobs zu fördern. Australien will TPP jetzt noch retten und China für einen Beitritt gewinnen ("The Sydney Morning Herald").

Hier informieren wir dich über die bisherigen Amtshandlungen von Trump:
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Jetzt doch: Das britische Parlament muss der Regierung den Brexit erlauben

So einfach, wie sich die britische Regierung das gedacht hat, wird es mit dem Brexit nicht laufen. Sie muss zunächst die Zustimmung des Parlaments einholen, bevor sie den Austritt des Landes aus der Europäischen Union erklärt. Das hat das höchste britische Gericht am Dienstag in London entschieden ("The Guardian").

Das bedeutet: Die Abspaltung von der Europäischen Union darf die Regierung um Premierministerin Theresa May nur dann starten, wenn die britischen Abgeordneten zustimmen. May muss im Parlament einen offiziellen Austritts-Antrag stellen.