Bild: Getty Images/dpa/Montage: bento
Besonders eine Klage bringt ihn in Bedrängnis.

Donald Trump bestimmt die Schlagzeilen – und wieder einmal geht es nicht um seine Politik. Wieder einmal geht es darum, wie der "Grab them by the pussy"-Präsident (bento) mit Frauen umgeht: Drei Frauen fordern Trump derzeit heraus. Es geht um sexuelle Übergriffe. Um angebliches Schweigegeld. Um eine mögliche Affäre.

Was bedeuten die Vorwürfe für Trump?

Ärger, aber wie groß der sein wird, wird sich erst noch herausstellen. Die drei Fälle unterscheiden sich stark. Hier lohnt sich ein genauer Blick.

Karen McDougal

Da ist zunächst das frühere Playmate, sie hatte am Dienstag eine Klage gegen den Verlag America Media Inc. (u.a. "National Enquirer") eingereicht. Der Verlag hatte die Exklusivrechte an ihrer Geschichte zu einer angeblichen Affäre zwischen ihr und Donald Trump gekauft.

McDougal hatte 150.000 Dollar dafür bekommen, dass sie über die Geschichte schweigt und der Verlag die Geschichte als einziger drucken darf.

Gedruckt wurde sie aber nie. Der Eigentümer ist ein enger Freund Trumps. Skandalgeschichten auf diese Weise zu unterdrücken, ist in den USA eine gängige Methode. Es gibt sogar einen eigenen Namen dafür: "catch and kill" (SPIEGEL ONLINE).

Stormy Daniels

Porno-Star Stephanie Clifford alias Stormy Daniels behauptet, im Jahr 2006 eine Affäre mit Trump gehabt zu haben. Dieser soll während seines Wahlkampfes 130.000 Dollar an Daniels bezahlt haben, damit sie genau das nie wieder behauptet. Tut sie das doch, droht ihr eine Strafe von mehr als einer Million Dollar. Denn Trump streitet die Affäre ab (SPIEGEL ONLINE). 

Stormy Daniels versucht aktuell vor einem Gericht in Los Angeles zu erreichen, dass die Vertragsvereinbarung von 2016 aufgehoben wird und sie wieder über die Affäre sprechen darf. 

Ihr Argument: Trump habe den Vertrag nicht persönlich unterschrieben. Neben seinem Pseudonym David Dennison stehe lediglich ein leerer Strich. Dafür soll angeblich Trumps Anwalt Micheal Cohen unterschrieben habenCohen hat zugegeben, dass er das Geld an Stromy Daniels überwiesen hat. Das macht Trumps Dementi der Affäre eher unglaubwürdig (SPIEGEL ONLINE)

Und wenn schon: Geht uns das was an? Ist das politisch relevant

Jein. Ob Trump eine Affäre hatte oder nicht, das ist tatsächlich seine private Angelegenheit. Und trotzdem tangiert sie auch den Politiker Trump: Denn vieles spricht dafür, dass Trumps Anwalt die Vereinbarung tatsächlich abgeschlossen hat. Damit würde der Präsident mal wieder ein problematisches Verhältnis zur Wahrheit offenbaren.

Hinzukommt, dass Trump-Kritiker derzeit prüfen, ob die 130.000 Dollar als Wahlkampfzuwendung hätten offengelegt werden müssen. Damit hätte Trump gegen die Offenlegungspflichten verstoßen.

Summer Zervos

Spätestens jetzt ist klar: Hier geht es nicht mehr um Trumps private Angelegenheit. Denn: Summer Zervos ist eine von insgesamt zehn Frauen, die Donald Trump während seines Wahlkampfs 2016 sexuelle Belästigung vorwarfen. Trump weist die Vorwürfe bis heute zurück und erklärt die Frauen zu Lügnerinnen

  • Zervos war Kandidatin in Trumps TV-Show "The Apprentice", einer Sendung, in der die Teilnehmer sich einen Jahresvertrag in einem von Trumps Unternehmen erarbeiten konnten.
  • Zervos Vorwurf: 2007 habe Trump sie in einem Hotel in Los Angeles bedrängt.
  • Ein Gericht in New York hat die Klage jetzt zugelassen.
  • Trumps Anwälte wollen den Prozess verhindern. Sie argumentieren, der Präsident könne nicht vor einem Gericht eines einzelnen Bundesstaates angeklagt werden.

Die New Yorker Richterin Jennifer Schecter sieht das anders. Niemand stünde über dem Gesetz, auch der Präsident nicht. Er würde auch bei privaten Angelegenheiten keine Immunität genießen und unterstünde wie jeder Bürger den Gesetzen des Landes (SPIEGEL ONLINE).

Die Richterin beruft sich auf eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA aus dem Jahr 1997: Zu der Zeit wurde damalige Präsident Bill Clinton ebenfalls der sexuellen Belästigung angeklagt, die Anklage wurde zugelassen. 

Es ist sogar möglich, dass Trump unter Eid aussagen muss. Die Anwälte versuchen das derzeit zu verhindern. Besonders unangenehm könnte der Prozess für Trump werden, wenn auch andere Frauen unter Eid schwören würden, dass er sie sexuell belästigt hat. Ausgeschlossen scheint das derzeit nicht. (SPIEGEL ONLINE)


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