Bild: dpa/Michael Nigro
So mutig reagieren Soldaten auf Trumps neues Transgender-Verbot

Transgender haben laut US-Präsident Donald Trump nichts beim Militär verloren. Am Mittwoch hat er ein entsprechendes Verbot via Twitter angekündigt – weil Transgender angeblich eine zu große Belastung für die US-Truppen darstellen (bento).

Konkret twitterte Trump:
"Nach Beratung mit meinen Generälen und Militärexperten, beachten Sie bitte, dass die US-Regierung weder akzeptieren noch erlauben wird, dass Transgender an irgendeiner Stelle des US-Militär dienen sollen. 
Unser Militär muss sich auf einen entschiedenen und überwältigenden Sieg konzentrieren und kann sich nicht mit den enormen medizinischen Kosten und der Zerrüttung belasten, die Transgender mit sich bringen. Danke." (bento)

Erst 2016 waren Transmenschen im US-Militär durch Ex-Präsident Barack Obama überhaupt erstmals zugelassen worden.

Mit nur drei Tweets hat Trump also eine der größten Gleichstellungserrungenschaften der letzten Zeit zunichte gemacht.

Das Verbot halten viele für falsch – Dutzende Soldaten, Politiker und Aktivisten reagieren nun mit Wut oder Witz auf Trumps Entscheidung.

1.

Was Soldaten sagen:

Chelsea Manning war beim US-Militär als IT-Spezialistin beschäftigt. Sie wurde als Whistleblowerin bekannt, weil sie Geheimnisse über die Überwachungspraxis verraten hat. Sie hat eine Geschlechtsangleichung vornehmen lassen und musste mehrere Jahre ins Gefängnis. Im Mai kam sie frei (bento).

Sie twitterte:

"Die größte, gefährlichste und $$ [also teuerste] Armee der Erde jammert über ein paar Transmenschen, aber hat Geld für den F-35 [einen Tarnkappen-Kampfjet]? Hört sich sehr feige an."

Business Insider hat mit einer Soldatin gesprochen, die früher als Mann bei der Spezialeinheit der Navy Seals arbeitete: 

Kristin Beck hat 20 Jahre als Soldat gearbeitet und mehrere hochrangige Auszeichnungen gewonnen, dann hat sie ein Geschlechtsangleichung durchführen lassen. Jetzt sagt sie:

"Schau mir ins Gesicht und sag mir, ich bin nichts wert. Transgender hat [im Dienst] keine Auswirkung. Mach' lieber selbst deinen Militärdienst."

Auch andere ehemaligen Soldaten meldeten sich auf Twitter. Sie nannten Trump einen Verräter und betonten ihre Dienst für die USA – unabhängig ihres Geschlechts.

2.

Was Prominente sagen:

Nicht nur Soldaten meldeten sich zu Wort, auch Politiker und Promis äußerten sich auf Twitter zum Transgender-Verbot. Viele halten die Entscheidung für falsch und setzen lieber ein Zeichen für Liebe und Toleranz:

"Wir sollten jedem dankbar sein, der dient – und ihnen nicht den Rücken zuwenden. Transgender zu verbieten ist falsch, nutzlos und verletzend."
"An alle Transmenschen, die gerade in der Armee sind: Danke für euren Dienst. Es tut mir so leid, dass euer "Oberbefehlshaber" ihn nicht würdigt."
"Jeder patriotische Armerikaner, der für den Dienst im Militär qualifiziert ist, sollte ihn auch durchführen dürfen. Punkt."
"Jeder Amerikaner, der die aktuellen medizinischen Standards erfüllt, sollte auch weiter dienen dürfen." Der republikanische Senator schrieb weiter, man solle auch Transgender als Patrioten würdigen.
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Viele Politiker reagierten wie der republikanische Senator John McCain kritisch auf das Verbot. Die Republikaner sind eigentlich die Partei, die hinter Trump steht. Aber auch Demokraten kritisierten Trump:

"Reich und arm, jung und alt, Demokraten oder Republikaner, schwul oder nicht", schreibt der Demokrat Joe Kennedy, "unsere Soldaten diskriminieren nicht. Sie opfern sich nicht nur für einige Amerikaner und für andere nicht. Die Regierung sollte ihnen mit der gleichen Höflichkeit begegnen." (CBS)

Transgender im US-Militär

Schätzungen gehen weit auseinander. 1600 bis 3000 Transgender-Soldaten gibt es laut der Forschungsgruppe RAND, bis zu 15.000 laut dem Williams-Institut.

Wirklich "zur Last" fallen sie nicht. Eine Studie von 2015 schätzt, dass sich die medizinische Betreuung auf etwa 5,6 Millionen Dollar beläuft (Fortune). Zum Vergleich: Trump plant momentan mit einem Budget in Höhe von knapp 825 Milliarden Dollar für das Militär (bento). 

Auch bei Jimmy Fallon war das Trans-Verbot ein Thema:


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