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Wer interessiert sich schon für Mutterschutz und Schwangerschaft?

Seit Donald Trump Präsident ist, wird in den USA um die Gesundheitspolitik gerungen. Obamacare, das Vorsorgesystem von Vorgänger Barack Obama, halten Trump und die Republikanische Partei für Teufelswerk – und arbeiten daher an dessen Abschaffung (bento).

Ein erster Entwurf für eine Art Trumpcare war so schlecht, dass er keine Mehrheit bei den Abgeordneten bekam (bento). Nach wochenlanger Arbeit haben die Republikaner nun einen neuen Gesetzentwurf vorgestellt. 

Der Entwurf ist 142 Seiten lang. Und das Wort "Frauen" kommt nicht vor.
Warum ist das so?

Weil das Gesetz von 13 Männern erarbeitet wurde, die offensichtlich nicht sehr oft an Frauen denken:

Aber warum sollte es im Gesundheitsgesetz überhaupt um Frauen gehen?

Weil Frauen Kinder kriegen. Und damit schon allein in der Schwangerschaft und danach im Muttersein besonderen Schutz brauchen. Wie eine Gesellschaft also mit Frauen umgeht, zeigt, wie viel ihr an ihrer eigenen Zukunft liegt.

In den USA zahlten Frauen vor Obamacare zwischen 52 bis 69 Prozent mehr in die Krankenversicherung ein als Männer. Eben, weil sie als "Risikogruppe" gelten, obwohl trotzdem beide Seiten die Kinder zeugen (PolitiFact). In Europa gelten hingegen einheitliche Unisex-Tarife (Rheinische Post).

Der neue Gesetzesentwurf will von Frauen mehr abverlangen – gerade ärmeren Bürgerinnen sollen Gelder bei der Geburtshilfe und bei der Kleinkindfürsorge entzogen werden.

Das heißt, im Gesetz geht es doch um Frauen?

Ja, aber nur sehr beiläufig. Das Wort "Frauen" (women) taucht nicht auf, "Frau" (woman) hingegen drei Mal, in diesen beiden Punkten:

  1. Abtreibungen sollen nicht mehr gefördert werden. Ausnahmen gelten für Frauen, die vergewaltigt wurden oder deren Leben durch die Schwangerschaft bedroht ist.
  2. Gesundheitsfürsorge gibt es für Menschen die arbeiten. Eine Frau erhält aber auch Unterstützung, wenn sie nach einer Schwangerschaft zwei Monate lang nicht arbeitet.

Mit Bezug auf Abtreibung taucht auch das Wort "Mutter" zwei Mal auf. "Mutterschaft" oder "Kindeswohl" hingegen nicht. Hier kannst du das Dokument einsehen (PDF).

Wem hilft denn das Gesundheitsgesetz dann?

Reichen US-Bürgern. Ärmeren Menschen sollen Gelder in der Gesundheitsvorsorge gestrichen werden – und für den wegfallenden Ausgaben wird gleichzeitig Besserverdienern Steuererleichterungen versprochen (Quartz). 

Trump erhofft sich, dass die Reichen so animiert werden, die US-Wirtschaft anzukurbeln. Realistischer ist, dass sie die Gelder in die eigene Tasche stecken. 

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Gerechtigkeit

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