Bild: Getty Images; Montage: bento

US-Präsident Donald Trump möchte, dass die Leute für ihn klatschen, wenn er eine Rede hält. Tun sie das nicht, dann seien sie Verräter. Das sagte Trump bei einer Rede vor Anhängern in Ohio.

Trump bezog sich dabei auf seine Rede zur Lage der Nation vergangene Woche. Diese wichtige Rede hält der amtierende US-Präsident einmal im Jahr vor dem US-Kongress (hier kannst du nachlesen, wie Trumps erste Rede war).

Weil einige Politiker nicht applaudierten, spricht Trump von "Verrat".

Trump sagte in Ohio, die Republikaner – also Abgeordneter seiner Partei – seien "total ausgerastet". Die oppositionellen Demokraten hingegen klatschten nicht. "Sie saßen da wie tot - und unamerikanisch, unamerikanisch", sagte Trump.

Das ist unamerikanisch. Man könnte auch sagen verräterisch.
Donald Trump

An seine Anhänger gewandt rief er dann: "Können wir das Verrat nennen? Warum eigentlich nicht? Ich meine, ganz offensichtlich scheinen sie unser Land nicht sehr zu lieben."

Warum ist das wichtig?

Trump sprach in der Rede zur Lage der Nation davon, die US-Gesellschaft einen zu wollen. Tatsächlich ist er ihr größter Spalter. Sein Vorwurf des Verrats wurde von mehreren Medien aufgegriffen, unter anderem Fox News bezeichnete die demokratischen Abgeordneten als unfair.

Tatsächlich ist es üblich, nicht applaudieren. Abgeordnete können zeigen so, wenn sie mit der Politik des Präsidenten nicht einverstanden sind. Auch als Ex-Präsident Barack Obama Reden hielt, applaudierten die Republikaner nicht. (Quartz)

Wenn Trump Menschen also wirklich zum Klatschen zwingen will, hat er die Spielregeln einer Demokratie nicht verstanden. Es gibt nur eine Staatsform, in denen der Regierungschef die Abgeordneten im Parlament zum Jubel zwingt, sie heißt Diktatur. Zumindest Trumps Wortwahl gleicht immer mal wieder der eines autoritären Herrschers.

Mehr zu Trumps Amtsführung kannst du hier nachlesen – Tag für Tag:

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