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Und immerhin bei einem Satz von Trump gejubelt

Die Mauer, die Mauer und die Mauer: Das war das Thema von US-Präsident Donald Trump am Dienstagabend. Vor dem US-Kongress hat er seine "Rede zur Lage der Nation" gehalten. Diese wichtige Rede hält jeder US-Präsident einmal im Jahr, es geht um das Erreichte und das noch zu Erwartende aus dem Weißen Haus. 

Trump nutzte die Rede, wie zu erwarten, als Showbühne. Er lobte seine Leistungen, die brummende Wirtschaft, warnte vor Migranten. Und forderte erneut: die Mauer. Trump übertrieb an vielen Stellen, log gar an anderen. (Eine Analyse findest du bei SPIEGEL ONLINE)

Aber Donald Trump war nicht der einzige, der die Rede zur Lage der Nation zur Show machte – auch die Frauen im US-Kongress nutzten die Bühne für sich. Und stahlen dem US-Präsidenten mit einer einfachen Geste die Show.

Viele Demokratinnen im Saal waren in weißer Kleidung erschienen. Das Outfit gilt als Symbol der Suffragetten-Bewegung. 

Die Suffrageten waren Frauenrechtlerinnen, die Anfang des 20. Jahrhundertes für ein allgemeines Wahlrecht demonstriert hatten. Bis dahin durften in Großbritannien und den USA nur Männer wählen. Die Frauen wollten das nicht länger hinnehmen – und gewannen.

Dass die US-Demokratinnen nun vor Trump weiß zeigten, war ein klares Zeichen für Feminismus und Frauenrechte. 

Im Wahlkampf brüstete sich Trump damals, Frauen gerne mal "an die Pussy" zu grabschen, Journalistinnen beleidigt er auf Twitter gerne, nennt sie hässlich oder wirft ihnen vor, ihre Tage zu haben. Politisch beschränkt Trump Frauenrechte, unter anderem mit einem Gesetz für weniger Selbstbestimmung bei Abtreibungen oder einer heimlichen Neudefinition dessen, was als häusliche Gewalt gilt: 

Die weißen Outfits bei Trumps Rede stehen dem entgegen. Angeführt wurde die Riege von der Demokratin Nancy Pelosi. Sie ist Sprecherin des Repräsentantenhauses und gilt in den USA als größte politische Gegenspielerin Trumps. 

Neben ihr trugen auch viele neu in den US-Kongress gewählten Frauen weiß, darunter die junge Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez. Sie gilt als eine der Aushängeschilder der neuen jungen Abgeordneten. Und hatte schon bei ihrer Vereidigung weiß getragen:

Insgesamt 102 Frauen sitzen nun im US-Kongress – zwar nur ein Viertel aller Abgeordneten, aber dennoch mehr als je zuvor. Darunter sind offen lesbische Politikerinnen, die ersten indigenen Abgeordneten, die ersten Frauen, die Kopftuch tragen. (bento)

Immerhin an einer Stelle bei Donald Trumps Rede applaudierten und jubelten die Frauen – auch wenn Trump die Stimmung dann gleich wieder zunichte machte.

Trump lobte sich für die niedrige Arbeitslosenquote und sagte, dass vor allem Frauen von den vielen guten Jobs profitieren würden. Auch im US-Kongress sitzen nun so viele Frauen wie noch nie. 

Daraufhin sprangen die Angesprochenen von ihren Sitzen und applaudierten sich selbst. Trump ließ den Applaus gewähren, sagte dann aber, wohl witzig gemeint: "Das hättet ihr nicht tun sollen."

Hier kannst du dir die Szene anschauen:


Fühlen

Eine Frau wird in Wien überfallen – nun sammeln Frauen Tipps, wie sie sich nachts auf dem Heimweg schützen
Wir haben mit der Initiatorin gesprochen.

Den Schlüssel zwischen die Finger, straffer Schritt, Fake-telefonieren: Das sind drei Standard-Tricks, mit denen sich viele Frauen in dunklen Parks, auf Straßen, Parkplätzen sicherer fühlen. (bento) Viele kennen Übergriffe und ungewünschte Anmachen nachts auf dem Heimweg. Und wollen sich mit kleinen Hilfen schützen. 

Von der Wahl der Schuhe bis zur Frage, welcher Platz in der S-Bahn der sicherste ist – Frauen müssen immer wieder solche Entscheidungen aus Angst fällen.

Eine Diskussion auf Twitter zeigt jetzt, dass das nur ein kleiner Ausschnitt ist. Wir haben mit der Twitter-Nutzerin gesprochen, die die Diskussion gestartet hat: Natascha aus Wien.

In Österreich tobt gerade eine Debatte um Gewalt gegen Frauen, nachdem eine junge Frau an den Haaren aus einer Wiener Bar gezogen und auf die Straße gestoßen worden sein soll. Sie war mit einer Gehirnerschütterung im Krankenhaus gelandet. (Oe24)

Außerdem hat es in Österreich seit Jahresbeginn bereits fünf Morde an Frauen gegeben und die Hilfetelefone für Frauen verzeichnen einen "enormen Anstieg" von Anrufen besorgter Frauen. (ARD)

Dann wurde ein Foto des Täters ins Internet gestellt und plötzlich ging es nur noch darum: Durfte man das zeigen?

Natascha hat sich darüber geärgert und wollte auf Twitter wieder auf das zurückkommen, was sie und ihre Freundinnen seit Tagen beschäftigt: Gewalt gegen Frauen und die Sicherheit von Frauen, transsexuellen Menschen oder nicht-binären Personen in Bars, auf Parkplätzen und Straßen. 

Sie startete einen Aufruf: