Bild: Alt-Wall

Die Mauer an der Grenze zu Mexiko war Donald Trumps liebstes Wahlversprechen. Dass sie tatsächlich gebaut wird, kündigte er nur fünf Tage nach seiner Amtseinführung an (bento). Mit einer Ausschreibung wirbt die verantwortliche US-Bundesbehörde nun um Architekturbüros und Baufirmen.

Mittlerweile interessieren sich knapp 700 Firmen für das Mauerprojekt – darunter sind auch zwei deutsche Firmen. Aus Deutschland sind die bayrische Baufirma Bauer und das Münchener Architekturbüro Leupold Brown Goldbach dabei.

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte berichtet, das könne nun beiden Firmen Imageschäden bescheren.

Deutsche Firmen wollen also Trumps Mauer hochziehen? Stimmt das?

Nein, so einfach ist es nicht. Tatsächlich sind die Vorsitzenden beider Firmen alles andere als Trump-Fans – sagen sie. Wir haben sie gefragt:

1. Die Firma Bauer

"Wir haben gar kein Interesse, an dem Bauprojekt teilzunehmen", sagt Unternehmenssprecher Christopher Wolf. Die Liste der US-Behörde sei keine Bewerberliste, sondern nur ein Mail-Verteiler zum Projekt.

"Unser US-Mitarbeiter hat uns bloß in einem Routineschritt in diesen Verteiler eingetragen – aber das heißt nicht, dass wir den Mauerbau gut finden."
Bauer-Sprecher Christopher Wolf

Laut Wolf müsse man die Ausschreibungsliste zunächst wie einen Newsletter verstehen. Firmen bleiben über die Vorhaben der US-Regierung informiert, es bedeute aber nicht, dass sie sich tatsächlich bewerben wollen. Die Firma Bauer setze vor allem Tiefbauprojekte um – "Mauern bauen wir gar nicht", sagt Wolf.

Auch moralisch halte das Unternehmen die Mauerpläne von Trump für fragwürdig: "Unser Vorstandsvorsitzender steht dem Verhalten des US-Präsidenten sehr kritisch gegenüber."

Gemeint ist der Bauunternehmer Thomas Bauer, der gleichzeitig Schatzmeister der bayerischen Regierungspartei CSU ist.

2. Das Architekturbüro Leupold Brown Goldbach

"Wir machen da hundertprozentig nicht mit", sagt der Architekt Christian Goldbach zu bento. Dass sein Büro auf dem Mailverteiler stehe, habe vielmehr subversive Gründe – denn die Architekten haben gerade eine Gegenaktion zum Mauerbau gestartet.

"Unser Büro steht für Demokratie, Transparenz und Offenheit. Trump steht nur für Stumpfsinn."
Christian Goldbach

Auf der offiziellen Ausschreibungsliste stünden sie daher nur, um mitzubekommen, was die US-Regierung real plant. "Es gibt tatsächlich Firmen, die damit werben, spezielle rutschfeste Lackierungen gegen Mauerkletterer anzubieten."

Goldbach und seine Kollegen würden genau nach gegenteiligen Ideen Ausschau halten. Auf der eigens gegründeten Facebook-Seite "Alt-Wall" sammeln sie Vorschläge von Architekten aus aller Welt, wie Trumps Mauer aussehen könnte, wenn sie für Toleranz stünde.

Das sind die bislang besten Vorschläge für die "alternative Mauer":
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Dass Leupold Brown Goldbach nur im Mailverteiler steht, um Trumps Mauerpläne eigentlich zu unterwandern, hatte deren US-Mitarbeiter auch schon dem Branchenblatt "Architectural Record" erzählt.

"Ich bin gegen diese Mauer", sagte Wyly Brown – schon allein, weil man als Mitarbeiter einer deutschen Firma weiß, was Mauern tatsächlich bedeuten.

Die Facebook-Seite mit den Anti-Mauern sei erst mal nur ein Ameisenschritt im Vergleich zu Trumps Politik, gibt Architekt Goldbach zu. "Aber hey, viele Ameisen schaffen einen Ameisenberg."

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