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Was das bedeutet – und wie es jetzt weitergeht.

US-Präsident Donald Trump hat das wichtige Atomabkommen mit dem Iran gekündigt. Der Atomdeal "brachte keinen Frieden und er wird es nie". Das verkündete Trump am Dienstag in Washington. (White House)

Das Atomabkommen regelt, dass der Iran sein Atomprogramm international überwachen lässt – und dafür Handelsbeziehungen mit dem Westen aufbauen darf. Der Deal war international umstritten, galt aber dennoch als großer diplomatischer Erfolg. 

Unter Ex-Präsident Barack Obama hatten die USA ihre Wirtschaftssanktionen gegen den Iran als Teil des Deals immer wieder ausgesetzt. Trump hat damit nun Schluss gemacht. 

  • Für den Iran bedeutete der Deal bislang eine gestärkte Wirtschaft und eine Annäherung an den Westen.
  • Für den Westen bedeutete er die relative Sicherheit, dass das Regime nicht an der Atombombe bastelt. 

US-Präsident Trump war das nicht genug – er bezeichnet das Abkommen als "schrecklichen" und "einseitigen" Deal, "der nie hätte passieren dürfen".

Was genau hat Trump nun gesagt?

Der Iran sei "der wichtigste Sponsor von Terror" und würde islamistische Gruppen wie Al-Qaida und Hisbollah unterstützen. Das iranische Regime habe US-Soldaten entführt und gefoltert. 

Entsprechend dürfe es kein Abkommen mit Iran geben:

Nichts an dem Regime ist so gefährlich wie sein Versuch, an Atomwaffen zu kommen.

In Theorie sollte der Atomdeal die USA schützen, sagte Trump. "Tatsächlich hilft der Deal dem Iran, weiter Uran anzureichen." 

Es gebe nur "sehr wenige Einschränkugen", die dem Iran auferlegt wurden. Entsprechend sei der Deal eine "Fiktion" und "im Kern verfault". Die USA hätten Beweise, dass der Iran heimlich an Atomwaffen arbeitet. Hierbei bezog sich Trump auf Erkenntnisse Israels. (Hier erfährst du mehr darüber)

Entsprechend müsse das Atomabkommen nun beendet werden:

Wenn ich erlauben würde, diesen Deal fortzuführen, gäbe es im Nahen Osten bald ein Wettrennen um Atomwaffen.

Was bedeutet das Ende des Atomdeals?

Neue Spannungen im Nahen Osten. 

  • Der Atomdeal galt als wichtigste Leistung vom liberalen iranischen Präsidenten Hassan Ruhani. Religiöse Hardliner in Iran wollen den Streit mit den USA hingegen für ihre Zwecke nutzen. 
  • Die Aufkündigung könnte nun neue politische Machtkämpfe im Iran auslösen – und damit eines der einflussreichsten Länder im Nahen Osten destabilisieren.

Das ist gefährlich: Denn aktuell engagiert sich der Iran unter anderem im Jemen und in Syrien militärisch.

Wie geht es weiter?

Ruhani hatte vor Trumps Erklärung bereits erklärt, er wolle eine "Win-win-Situation für alle" und hoffe, dass der Deal erhalten bleibe. Nun will er einen Übergang vorbereiten – damit die iranische Wirtschaft nicht zusammenbricht. 

Auch hofft Ruhani, dass sich andere Vertragspartner – vor allem Deutschland, Großbritannien und Frankreich – weiterhin an den Deal halten. 

Die Entscheidung Trumps wird auf jeden Fall für neue Spannungen im Nahen Osten sorgen, vor allem zwischen Israel und dem Iran. Beide Länder stehen sich in Syrien feindlich gegenüber.


Gerechtigkeit

Studierende krempeln gerade eines der ärmsten Länder der Welt um
Was in Nicaragua los ist.

In Nicaragua stehen sich demonstrierende Studierende und Schlägertrupps der Regierung seit Wochen feindlich gegenüber – die Demonstranten fordern den Rücktritt des Präsidenten Daniel Ortega, die Regierung will das verhindern. 

Fast 60 Menschen wurden bereits umgebracht, mindestens die Hälfte davon waren Studentinnen und Studenten. Was am Anfang nur ein Streit um Sozialreformen war ist längst ein blutiger Straßenkampf geworden.