Als Donald Trump, der nächste Präsident der USA, in der Wahlnacht ans Mikro trat, gab er keine seiner Standard-Parolen von sich: "I will be President to all Americans", erklärte er staatsmännisch.

Dieser Mensch – ein Populist am rechten Rand – hat die Wähler von sich überzeugt. Trump hat im Wahlkampf nachweislich gelogen, gegen Minderheiten gewettert und keine nachhaltigen Konzepte versprochen.

Das ist kein reines US-Phänomen, das ist auch bei uns Realität. Die AfD bedient sich der gleichen Mechanismen. Und so wie es aussieht, hat der Ausgang der US-Wahl auch für die Rechtspopulisten in Deutschland eine Signalwirkung.

Was bedeutet Trumps Wahlsieg für die rechtspopulistischen Bewegungen in Deutschland?

Deutschlands Rechtspopulisten werten Trumps Erfolg als Erfolg für sich. Sie wittern jetzt den großen Aufschwung für ihre Weltanschauung und ihre Art, Politik zu machen.

Die ersten Reaktionen kamen schnell: "Der Sieg von Donald Trump ist ein Signal dafür, dass die Bürger in der westlichen Welt einen klaren Politikwechsel wollen. Das ist nur für das Establishment eine Überraschung, für mich war das zu erwarten", schrieb die stellvertretende AfD-Vorsitzende, Beatrix von Storch.

Auch die Vorsitzende, Frauke Petry, scheint vom Wahlausgang beflügelt – Härte zeigen, draufhauen auf die Presse, Freiheitsdenken angreifen: "Es war eine Botschaft an die Nationalstaatsrealisten, daß die one-world-Phantasten und Grenzenniederreißer sich künftig für die Folgen ihres Tuns zu verantworten haben werden", schrieb sie in einem Gastkommentar in der "Jungen Freiheit", einem Sprachrohr der rechten Szene.

Über mexikanische Einwanderer sagte Trump:
Über Frauen, mit denen er Sex hatte:
Über sich selbst:
Über Hillary Clinton:
Über den IS und Obama:
Über eine Mauer zu Mexiko:
Über einen Chinesen, dem er eine Wohnung verkauft hat:
Über Politiker in Washington:
Über Verlierer:
Über Bio-Essen:
Über Schwarze:
Über seine Kindheit:
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Sie nutzt den weltweiten Aufschwung des Rechtspopulismus aus, um die eigene Politik zu rechtfertigen.

Ähnlich wie Trump inszeniert sich Frauke Petry als Underdog im Kampf gegen alle etablierten Parteien und das sogenannte Establishment, schrieb der "New Yorker" (bento I) im September. Auf diese Taktik wird die AfD jetzt noch mehr bauen.

Erschreckend ist Petrys Schluss-Appell an die Wähler. In Trump-Manier hetzt sie gegen Medien, stiftet Verunsicherung. Eigene Argumente und Lösungen? Fehlanzeige!

"Die Lektion der US-Wahl für Deutschland, so verschieden die Situationen unserer Länder im Detail auch sein mögen, lautet: Vertrauen Sie den Medien nicht allzu sehr und vor allem: Pfeifen Sie auf deren Prognosen! Sagen Sie Ihre Meinung! Und machen Sie Ihr Kreuz in der Wahlkabine dort, wo Sie wollen – nicht dort, wo es nach Ansicht sogenannter Meinungsführer hingehört. Es ist Ihre Stimme. Es ist Ihre Zukunft. Es ist Ihr Land."

Das Traurige daran: In ihren Einschätzungen lagen viele Experten und Medien tatsächlich falsch (bento II). Einen Präsidenten Trump hielten sie nicht für möglich. Seinen Populismus für zu entlarvend.

Eine große Gefahr: Wenn Trump gegen Latinos und Muslime hetzen darf und damit gewinnt, dann muss sich auch Thüringens AfD-Chef Björn Höcke nicht länger mit seinen rassistischen Äußerungen gegen Afrikaner oder gegen Homosexuelle zurückhalten.

Was heißt das für den anstehenden Bundestagswahlkampf: Punktet auch der, der am lautesten pöbelt?

Eine Analyse von Politifact zeigte zuletzt: Nur etwa jede vierte Aussage Trumps im Wahlkampf war "wahr" oder "halbwegs wahr".

Für viele Wähler war das anscheinend nicht wichtig, Trumps Weltanschauung überzeugte. Er brauchte keine Zeitungen oder Fernsehsender, um Mehrheiten zu erreichen: sein Twitter-Kanal und sein Facebook-Profil reicht.

Auch die AfD kann Mehrheiten mobilisieren: Keine deutsche Partei hat so viele Facebook-Fans wie sie, knapp 300.000. Dann folgen "Die Partei", die NPD und auf Platz vier die Linkspartei mit 157.000 Fans.

Was die Rechtspopulisten im Netz verbreiten, findet sein Publikum. Notfalls auch mit Fake-AccountsTrump hat sie eingesetzt, die AfD hat es vor. Kontrollinstanzen, die Falschmeldungen – hier auch von deutschen Rechtspopulisten – aufdecken, werden so kaum wahrgenommen.

Der neue Populismus – Diese Dinge denkt Trump über die Welt:
Über mexikanische Einwanderer sagte Trump:
Über Frauen, mit denen er Sex hatte:
Über sich selbst:
Über Hillary Clinton:
Über den IS und Obama:
Über eine Mauer zu Mexiko:
Über einen Chinesen, dem er eine Wohnung verkauft hat:
Über Politiker in Washington:
Über Verlierer:
Über Bio-Essen:
Über Schwarze:
Über seine Kindheit:
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Was Trumps Sieg auch ahnen lässt: Russland könnte sich in den Bundestagswahlkampf einmischen.

US-Behörden behaupten, russische Geheimdienste hätten E-Mail-Konten der US-Demokraten gehackt (bento III). Die Daten tauchten später bei WikiLeaks auf, wöchentlich gab es im Wahlkampf neue Enthüllungen über Hillary Clinton.

Auch auf deutsche Politiker wurde bereits eine Cyber-Attacke verübt – Sicherheitsbehörden vermuten ebenfalls russische Hacker dahinter (SPIEGEL ONLINE).

Ähnlich wie bei Trump wird auch der AfD eine große Nähe zu Russland nachgesagt (BR).

Trump schloss seine Siegesrede am frühen Mittwochmorgen übrigens mit einem einfachen Bekenntnis:

"Politik ist oft widerlich."

Es klingt wie ein Versprechen.

Trump ist Präsident. So fühlt es sich an:


Tech

World of Final Fantasy: Das knuddelige Rollenspiel im 50-Stunden-Test

Bevor das nächste richtige "Final Fantasy" Ende November erscheint, hat Hersteller Square Enix ein Spiel im knuddeligen Comic-Stil zur Überbrückung der Wartezeit veröffentlicht. Das Spiel für Playstation 4 und PS Vita heißt "World of Final Fantasy". Wir haben es seitdem 50 Stunden getestet.

Das Besondere an dem Spiel ist, dass es die beliebtesten Figuren aus den vergangenen Teilen auftreten und ins Kampfgeschehen eingreifen lässt. (#fanservice!)