Bild: EPA/dpa; Montage: bento

Ist Donald J. Trump eigentlich ein Faschist? Der Millionär will für die Republikaner ins Weiße Haus einziehen, in seinem Wahlkampf wirbt er mit dem Slogan "Make America Great Again". Viele Beobachter werfen dem Präsidentschaftskandidaten vor, den Wahlkampf mit populistischen Parolen zu befeuern: Er verunglimpft Frauen, hetzt gegen Minderheiten, buhlt um ein reines, weißes Amerika.

Die "Washington Post" hat daher nun die Frage gestellt: Wie faschistisch ist Trump?

Die Methode: Eine Skala, die Historiker seit den 1950ern anwenden, um politische Persönlichkeiten auf faschistische Züge hin einzuordnen. Die Skala gliedert sich in acht Punkte, die die politische Ideologie einer Person untersuchen und weiteren drei, die ihr Mobilisierungspotential messen. Für die "Washington Post" hat der Historiker John McNeill die Analyse Trumps durchgeführt.

So schneidet Donald Trump auf der Faschismus-Skala ab:
1. "Hyper-Nationalismus" ... Trump wolle US-Amerikaner bevorzugen und einen Handelskrieg starten, bleibt aber nach historischen Maßstäben friedlich. 2 von 4 Punkten
2. "Militarismus": Trump glorifiziere das Militär, denkt über Bodentruppen in Syrien nach. Damit ist er aber nicht allein. 2 von 4 Punkten, urteilt Historiker John McNeill in der "Washington Post".
3. "Gewaltverherrlichung": Bei Trumps Reden gibt es immer wieder Ausschreitungen, aber er ruft nicht offen zu Gewalt auf. 1 von 4 Punkten
4. "Überhöhung der Jugend": Trump hat keine Jugendorganisation unter sich. 0 von 4 Punkten
5. "Überhöhung von Maskulinität": Trump redet über sein Stehvermögen und die Größe seines Schwanzes, Frauen macht er routiniert klein. 4 von 4 Punkten
6. "Anführerkult": Trump hebe ständig seine "Erfahrung" als Geschäftsmann hervor und verteidige sie verbissen gegen Kritik. 4 von 4 Punkten
7. "Golden-Age-Syndrom": Sein Slogan lautet "Make America Great Again", bei ihm gab es in der Vergangenheit eine bessere USA. 4 von 4 Punkten
8. "Selbstbeschreibung durch Abgrenzung": Faschisten brauchen Feinde. Trump sehe diese in der Politik, den Medien, den Gutmenschen. 3 von 4 Punkten
9. "Mobilisierung der Massen": Trump habe keine eigene Organisation, sich aber immerhin die Republikanerpartei zueigen gemacht. 2 von 4 Punkten
10. "Parteihierarchie": Faschisten stürzen frühere Weggefährten und setzen auf blinden Gehorsam. Trump hat diese Macht nicht. 1 von 4 Punkten
11. "Theatralische Art": Faschisten seien in Inszenierung und Pose immer auch "clownische Idioten". Trump kopiere da Mussolini perfekt. 3 von 4 Punkten
1/12

McNeill misst für Trump also Punkte in zehn der elf Kategorien. Insgesamt erhält er 26 von möglichen 44 Punkten – und wäre damit ein "Semi-Faschist".

Der Historiker McNeill zieht die ganze Analyse aber auch mit einem Augenzwinkern auf; die Punkte nennt er "Benitos" in Anlehnung an den italienischen Faschisten Benito Mussolini. Trotzdem erinnert er in seiner Auswertung auch immer an die gefährlichen historischen Parallelen, die bei Äußerungen und Mimiken Trumps zu Mussolini deutlich werden.

Das ironisch formulierte Fazit:
"Im Faschisten-Derby ist Trump ein Loser. Spaniens Francisco Franco und Portugals António de Oliveira Salazar würden höhere Punkte erzielen."
Die US-Wahl auf bento: Am 8. November fällt die Entscheidung, ob künftig Donald Trump oder Hillary Clinton das mächtigste Land der Welt regiert. Hier sind alle Beiträge

Mehr zu Donald Trump:


Sport

Der Zopf stört beim Tennisspiel? Einfach abschneiden
Es geht immerhin um mehr als 1 Million Euro.

Jeder kennt den Bad Hair Day: Die Haare nerven einfach nur. Bei der russischen Tennisspielerin Swetlana Kusnezowa war es jetzt so schlimm, dass sie sich kurzerhand während eines Spiels den Zopf abschnitt.

"Er hat mich sehr gestört. Immer wenn ich eine Vorhand geschlagen habe, ist er mir ins Auge geflogen", sagte Kusnezowa nach dem Spiel.

Manches geht eben vor.