Bild: Getty Images/Pixabay; Montage: bento

Das Gipfeltreffen der beiden großen Führer ist vorbei. Und den Menschenrechten sind wir keinen Schritt näher gekommen. Am Dienstag hatten sich US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Diktator Kim Jong-un in Singapur getroffen. (bento)

Dass die USA und Nordkorea nach Jahren der offenen Feindschaft miteinander reden, ist ein großer Erfolg. Trump und Kim wollen die koreanische Halbinsel sicherer machen, sprechen von "Frieden".

Aber dass Donald Trump für ein paar schöne Bilder bereit ist, die Menschenrechte zu opfern, ist beschämend – am besten zeigt das ein skurriles Video, dass Trump präsentierte.

Um den Gipfel besser dazustellen – und wohl um Kim zu schmeicheln – hatte das Weiße Haus ein Propagandavideo in Auftrag gegeben. Der vierminütige Clip lief vor Trumps Pressekonferenz im Saal vor Hunderten Journalisten und Delegierten.

Darin wird der Gipfel als Treffen großer Staatsmänner gefeiert. Die Bilder wirken wie Werbefilmchen, eine kräftige Stimme frohlockt, dass sich Trump und Kim treffen, "um Geschichte neu zu schreiben, um in der Sonne zu glänzen". 

Dann sagt die Erzählstimme: 

Zwei Männer. Zwei Anführer. Ein Schicksal.

Hier ist Trumps Clip:

Anwesende dachten laut "Washington Post" zunächst, es handele sich um einen Propagandafilm aus Pjöngjang

Das Problem: Mit so einem Kitschfilm wird der Verbrecher Kim Jong-un normalisiert.

Kim ist ein brutaler Diktator, die Herrschaft in Nordkorea hat er von seinem Vater und Großvater geerbt. 80.000 bis 120.000 Menschen werden nach Schätzungen in Arbeitslagern gefangen gehalten. Viele Nordkoreaner leiden unter eine Mangelwirtschaft, während sich das Regime bereichert.

Schon 2014 warfen die Vereinten Nationen dem Diktator schlimmste Gräueltaten gegen das eigene Volk vor – sie hätten "Ähnlichkeiten mit Verbrechen aus der Nazi-Zeit", heißt es in dem Uno-Bericht.

All das spielt nun unter Trump keine Rolle – sein "Deal" ist ein schlechter. 

Die USA versprechen, sich militärisch zurückzuziehen – Nordkorea verspricht im Gegenzug nur eine vage "Denuklearisierung". Das hatte das Regime schon oft versprochen und nie eingelöst. 

Erst vor wenigen Wochen kündigte Trump einen anderen Atomdeal mit Iran (bento).

Der Vertrag sah eine Denuklearisierung nach festen Regeln vor. Es gab Absprachen schwarz auf weiß, doch Trump kippte den Vertrag. Nun gibt es gar nichts.

Trump hat sich vom jungen Kim an der Nase herumführen lassen – aber immerhin ein hübsches Propagandavideo.


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