Bild: dpa/Mike Brown
Es könnten aber auch neue Einlieferungen geben.

In dem Lager Guantanamo auf Kuba inhaftieren die USA Terrorverdächtige. Auch ohne näheren Verdacht – weshalb viele die Praxis kritisieren. Das US-Verteidigungsministerium teilte nun mit, dass ein Gefangener Guantanamo verlassen wird. Es ist der erste in der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump. (SPIEGEL ONLINE)

  • Der Gefangene Ahmed al-Darbi hat sich am 20. April 2014 dazu schuldig bekannt, für das Terrornetzwerk Al-Qaida gearbeitet zu haben.
  • Er habe dort geholfen Anschläge vorzubereiten. 
  • Al-Darbi war 2002 in Aserbaidschan festgenommen worden. 
  • Zunächst wurde er auf dem US-Militärstützpunkt Bagram in Afghanistan gefangen gehalten und noch im selben Jahr in das Gefangenenlager nach Guantanamo gebracht.
  • Nach eigener Aussage wurde er dort gefoltert.

Warum kann er das Lager verlassen?

Weil Al-Darbi gar nicht frei kommt – sondern den Rest seiner 13-jährigen Haftstrafe in seinem Heimatland Saudi-Arabien absitzen wird. 

  • Nach seinem Schuldgeständnis 2014 habe er sich bereit erklärt, gegen zwei andere Gefangene des Lagers auszusagen.
  • Damit wurde ihm eine Verlegung nach Saudi-Arabien nach vier Jahren zugesagt. 

Wie viele Insassen sind noch in Guantanamo?

  • Nach der Verlegung von al-Darbi sind noch 40 Insassen im US-Lager.
  • Das Lager befindet sich auf einem Marinestützpunkt der Amerikaner auf Kuba.
  • Neun Insassen wurden vor Militärtribunalen angeklagt, einer von ihnen verurteilt.
  • Alle anderen Verfahren verlaufen schleppend.
  • Unter den neun Angeklagten ist auch Chalid Scheich Mohammed, der der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001 sein soll.

Weitere 26 Insassen wurden nie angeklagt, freilassen will sie die Regierung aber auch nicht, da sie zu gefährlich seien. Das lässt US-Präsident Donald Trump auch per Twitter vermelden:

Errichtet wurde das Lager auf Kuba nach den Anschlägen des 11. September 2001. 

  • Der damalige Präsident George W. Bush lies das Gefangenenlager bauen, um mutmaßliche Terroristen ohne Prozess festzuhalten. 
  • Sein Nachfolger Barack Obama wollte das Lager auf Kuba schließen, hatte damit aber keinen Erfolg.
  • Im Januar stellte der aktuelle Präsident der USA Donald Trump dann klar, dass er das Lager behalten will.

Trump hat außerdem seinen Verteidigungsminister James Mattis dazu angewiesen, neue Richtlinien für das Lager auszuarbeiten. Außerdem könnten weitere Häftlinge aus den USA nach Guantanamo gebracht werden, falls dies notwendig sei. Den letzten Zugang ins Lager gab es 2008, die letzte Entlassung im Januar 2017 als eine der letzten Amtshandlungen von Obama.


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In Iowa gilt jetzt das schärfste Abtreibungsgesetz der USA
Bisher waren Schwangerschaftsabbrüche bis zum fünften Monat legal.

Das republikanisch geprägte Parlament in Iowa hat am Donnerstag das strengste Abtreibungsgesetz der USA verabschiedet. 

Künftig gilt: Sobald ein Herzschlag erkennbar ist, darf ein Fötus nicht mehr abgetrieben werden.

Das ist medizinisch gesehen ab der sechsten Woche der Schwangerschaft der Fall. Bisher waren Schwangerschaftsabbrüche bis zur 20. Woche, also dem 5. Monat, im US-Bundesstaat Iowa legal.  (SPIEGEL ONLINE)