Bild: C-SPAN
Drei Minuten, die nachdenklich machen.

Seit Mitte Dezember befinden sich die USA in einem "Shutdown", Teile der US-Regierung stehen still, eine Einigung über den Haushalt ist nicht in Sicht (bento). US-Präsident Donald Trump will Geld für seinen Mauerbau entlang der Grenze zu Mexiko – die Demokraten im US-Kongress wollen die Gelder allerdings nicht bewilligen. 

Beide Seiten rücken von ihrer Position nicht ab – und werfen der jeweils anderen Seite vor, nicht kompromissbereit zu sein. Der Shutdown, der durch diesen Patt entstand, ist schon jetzt der längste in der US-Geschichte. Fluglotsen müssen ohne Lohn weiterarbeiten, viele Nationalparks werden nicht mehr gepflegt. Kanadische Fluglotsen schicken nun sogar Pizza zu ihren US-Kollegen im Zwangsurlaub (bento). 

Nun hat die junge Demokratin Alexandria Ocasio-Cortez ihre erste Rede im US-Kongress gehalten – und Donald Trumps Verweigerungshaltung hart angegriffen.

Ocasio-Cortez ist 29 Jahre alt und wurde neu in den US-Kongress gewählt. Das Haus ist nun so vielfältig und weiblich wie nie zuvor – auch wenn der Frauenanteil immer noch nur bei rund einem Viertel liegt. Ocasio-Cortez selbst gilt als eine der Aushängeschilder der neuen jungen Abgeordneten. 

Sie kommt aus der Bronx und steht für eine moderne Politik, die auf Liberalismus und Miteinander setzt. Alexandria Ocasio-Cortez ist im besten Sinne eine Anti-Trump.

In ihrer Rede erzählt sie die Geschichte eines Fluglotsen aus ihrem Wahlkreis in der Bronx. Der Mann floh einst aus dem Jemen, um in den USA neu anzufangen. Heute hat er zwei Kinder und müsse eine Hypothek abbezahlen – aber sein Gehaltsscheck bleibe wegen des Shutdowns aus. Seine Arbeit am JFK-Flughafen in New York verrichte er im Ungewissen.

Und das sei gefährlich:

„Jeden einzelnen Tag liegt das Leben tausender Menschen in den Händen der Fluglotsen.“
Alexandria Ocasio-Cortez

Sie sagt, es sei "gruselig", dass beinahe jeder Flutlotse in den USA sich nicht nur auf die Arbeit konzentrieren könne. Ihr Job – so wie der eines jeden Angestellten im öffentlichen Dienst – sei schon stressig. Nun erhöhe Trump den Druck:

„Es ist nicht normal, die Gehaltsschecks von 800.000 Arbeitern als Geisel zu nehmen, nur weil man nicht bekommt, was man will.“
Alexandria Ocasio-Cortez

Trump habe eine Verantwortung gegenüber all diesen Arbeiterinnen und Arbeitern und er habe eine Verantwortung, die Regierung der USA am Laufen zu halten.

Im Endeffekt, unterstellt Ocasio-Cortez, ginge es Donald Trump nicht um Gelder für seine Mauer – sondern um die Spaltung der Gesellschaft:

„Die Wahrheit ist, bei diesem Shutdown geht es um die Erosion der amerikanischen Demokratie und der Untergrabung unserer grundlegendsten Werte.“

Hier kannst du die Rede von Alexandria Ocasio-Cortez anschauen:

Was die Abgeordnete unerwähnt lässt: Auch die Demokraten könnten sich auf Trump zubewegen, ihm Alternativen zu seinen Mauerplänen vorlegen. 

Von "AOC", wie Ocasio-Cortez von vielen genannt wird, gilt das aber eher als unwahrscheinlich: Sie wird für ihre Kompromisslosigkeit geschätzt – Menschenrechte sind unverhandelbar, die USA wurden durch die Haltung, Geflüchteten Schutz zu bieten, erst groß. Mauern sind daher keine Lösungen.

Was Ocasio-Cortez gemeinsam mit anderen Demokraten immerhin versucht hat: Auf die Republikaner im US-Kongress zuzugehen. Am Mittwoch haben sie Mitch McConnell, dem republikanischen Fraktionsvorsitzenden, einen Brief überreicht. Darin stand die Bitte, den Shutdown endlich zu beenden. (The Hill)

Denn egal, was sich Trump wünscht: Am Ende müssen sich Demokraten und Republikaner über den Haushalt einig werden.


Style

Haute Couture aus Haushaltsmüll: Diese Mutter bastelt für ihre Tochter die Kleider von Hollywood-Stars nach
High-Fashion, aber DIY.

Absurd teure Unikate schweben bei den zahlreichen Preisverleihungen und elitären Partys in Hollywood über den roten Teppich: Kleider, die mehr kosten, als so manche Eigentumswohnung. Roben, die länger sind, als manche Promi-Ehen. Dass solche High-Fashion-Stücke allerdings keine Tausende Euros kosten müssen, zeigt Alya Chaglar.

Die 32-jährige Mutter aus der Türkei bastelt für ihre Tochter Stefani die aufwendigen Designerkleider der Weltprominenz nach. Alya, die mit ihrer Tochter in Antalya lebt, macht das ohne Nadel und Faden. Stattdessen kreiert sie die Outfits nur mit den Materialien, die sie gerade bei sich zu Hause hat – und das kann auch mal ein großer Müllsack sein, der nur von Tackernadeln zusammengehalten wird. 

Neben mehr als 200.000 Followern erntet die Mutter aber nicht nur Lob, sondern auch Kritik dafür, dass sie ihr Kind so offensiv auf Instagram präsentiert. 

Wir haben mit Alya über ihre Kleider, Bilder und Kritiker gesprochen.