Bild: Pablo Martinez Monsivais/AP/dpa
Tippfehler passieren. Doch diesmal hat ein falsches "s" aus dem Weißen Haus großes, politisches Gewicht.

Wer viel tippt, macht auch Fehler, wir genauso wie Kolleginnen und Kollegen anderswo. Nicht immer werden sie vor Veröffentlichung erkannt, das ist dann peinlich und manchmal lustig.

Auch in der Politik bleiben Tippfehler nicht aus. Ein Lapsus des Weißen Hauses in Washington allerdings könnte mehr gewesen sein als nur ein Ausrutscher auf der Tastatur.

Kurz nachdem Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu am Montag erklärt hatte, Iran habe in der Vergangenheit ein geheimes Atomwaffenprogramm unterhalten (was bekannt war) und die Unterlagen dazu in Teheran versteckt, gab das US-Präsidialamt eine fehlerhafte Mitteilung heraus.

Hat? Oder hatte?

"Iran hat ein umfängliches geheimes Atomwaffenprogramm", hieß es in einer offiziellen Pressemeldung und in einem dazugehörigen Tweet. Das allerdings hatte nicht einmal Netanyahu in seiner umstrittenen Pressekonferenz behauptet.

Nachträglich und ohne offizielle Korrektur machte das Weiße Haus aus dem Wörtchen "has" ein "had", aus "hat" also "hatte", den Tweet löschte der Pressestab. Aus einem angeblich andauernden Programm - was ein klarer Bruch des Atomabkommens wäre - wurde so ein gestopptes Programm, über das die Welt seit Langem Bescheid wusste.

Versuchte die US-Regierung hier, Stimmung gegen Iran zu machen und das "Wasser zu trüben", wie ein Berater des früheren US-Präsidenten Obama erklärte? Oder war es ein "Schreibfehler", wie es das Weiße Haus auf Nachfrage von US-Journalisten erklärte?

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Unplausibel klingt letztere Erklärung nicht, denn Fehler unterlaufen den Schreibern im Weißen Haus häufiger – genau wie ihrem Chef, US-Präsident Donald TrumpDie BBC listet auf:

  • Kurz vor einer Nahostreise Trumps im Mai 2017 schrieb das Weiße Haus, der Präsident "fördere die Möglichkeit eines haltbaren Pfirsichs" ("promote the possibility of a lasting peach"), natürlich war eigentlich "Frieden" ("peace") gemeint.
  • Und vor dem Besuch der britischen Regierungschefin Theresa May in Washington wurde deren Vorname mehrfach falsch, nämlich ohne "h", geschrieben. Wie der britische "Independent" feststellte, ist das dann auch der Name eines in der Szene bekannten Pornostars.
  • Außerdem verlinkte der US-Präsident eine unbekannte Theresa May aus Sussex in England in einem Tweet, was der Frau plötzlich und ungewollt große Aufmerksamkeit bescherte.
  • Und natürlich Trumps bekanntester Tippfehler und - womöglich - seine global bislang beliebteste Handlung als Präsident: In einem Tweet im Mai 2017, der sich einmal mehr gegen die Medien richtete, schrieb Trump von der "negative press covfefe".
Screenshot von twitter.com(Bild: Screenshot bento)

Einige Tage lang beschäftigten sich weltweit Menschen mit Erklärungsversuchen: Was ist nur ein "covfefe"? Vielleicht stimmt ja dieser Eintrag aus dem "Urban Dictionary":

Dafür, dass im Weißen Haus so viele Tippfehler passieren, macht eine BBC-Reporterin die Arbeitsorganisation unter Trump verantwortlich. 

Es gebe nur eine "Rumpfmannschaft", weil Trump keine Fremden möge, meint sie. Das Personal sei zu knapp bemessen, darum übermüdet, und es würden sich deshalb mehr Fehler einschleichen als sonst.

Dieser Artikel ist zuerst bei SPIEGEL ONLINE erschienen.


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11 Tweets, die zeigen, dass wirklich niemand auf Facebook-Dating gewartet hat
Hast du jemals Tinder benutzt und gedacht: "Tolle App, aber mir wird der Datenschutz nicht genug missachtet"?

In letzter Zeit lief es eher nicht so gut für Facebook. Seit bekannt wurde, dass eine externe Firma Millionen private Daten von Facebook-Nutzerinnen und Nutzern abgegriffen hat, stehen Mark Zuckerberg und sein Unternehmen dauerhaft in der Kritik. (bento)

Um all den Negativschlagzeilen mal etwas entgegen zu setzen, hat Facebook am Dienstag ein neues Feature vorgestellt: Es soll jetzt einen eigenen Dating-Service innerhalb von Facebook geben (bento).

Denn hey, dachte sich Zuckerberg wahrscheinlich, wer kann schon etwas gegen LIEBE sagen?

Das können einige, wie diese Reaktionen zeigen. Denn die Twitter-User und Userinnen zeigten sich von der Ankündigung größtenteils alles andere als begeistert.