Bild: Getty Images; Montage: bento

Es läuft nicht so beim US-Präsidenten. Donald Trumps Pressesprecher haute ab, der Leiter des Kommunikationsteams musste gehen. Auch zwei Beratergremien für Infrastruktur und Wirtschaft wurden vergangene Woche von Trump aufgelöst, nachdem einige Wirtschaftsbosse zurückgetreten waren (Tagesschau). 

Dann trat der Kulturausschuss des Weißen Hauses zurück, ein Team aus Professoren, Schauspielern und Schriftstellern. Das Gremium war entsetzt über Trumps Äußerungen nach den rechten Ausschreitungen in der US-Kleinstadt Charlottesville (bento). In seinem Rücktrittsbrief versteckte das Team eine Geheimbotschaft, das Wort "Resist":

Jetzt wiederholt sich das Spiel mit den Geheimbotschaften: Ein Wissenschaftler hat seinen Rücktritt eingereicht, ebenfalls mit einer eindeutigen Botschaft.

Daniel M. Kammen ist Professor für Erneuerbare Energien an der University of California in Berkeley. Er ist war einer von drei Wissenschaftlern, die als Sonderbotschafter des Weißen Hauses arbeiteten. Ex-Präsident Barack Obama hatte die Stellen 2010 geschaffen, um den wissenschaftlichen Austausch mit anderen Ländern zu verbessern. (Nature)

Im Speziellen ging es um Nachhaltige Energien und Klimaforschung, der Austausch sollte sich auf mehrheitlich muslimische und asiatische Länder konzentrieren. In den Ländern leben viele Menschen in Armut, durch schlechte Infrastruktur verursachen die Nationen einen hohen CO2-Ausstoß.

Mehr als sechs Jahre hatte Kammen diesen Job, nach einem halben Jahr Trump wurde es ihm nun zu viel.

Kammen bleibt im Brief höflich, er spricht Trump immer als "Mr. President" an. Die Worte haben es allerdings in sich:

Ihre Handlungen haben bis heute, traurigerweise, der Lebensqualität in den USA, unserem Ansehen in der Welt und der Nachhaltigkeit des Planeten geschadet.
Daniel M. Kammen

Kammen kritisiert vor allem Trumps Rückzieher vom Pariser Abkommen, das fast alle Länder der Erde unterschrieben haben, um gemeinsam das Klima zu schützen. Auch Trumps Umgang mit rechter Gewalt ist für den Wissenschaftler untragbar. 

Wie schon das Kultur-Team versteckt auch er eine geheime Botschaft in seinem Rücktrittsbrief. 

Weil die Idee nicht mehr neu ist, versucht er noch einen draufzusetzen. "Widerstand" reicht ihm nicht.

Die Anfangsbuchstaben eines jeden Absatzes ergeben ein eigenes Wort:

I

My

Particularly

Examples

Acts

Character

Herein

Kammen fordert also "Impeach". 

Dass es sich nicht um einen Zufall handelt, zeigt er mit weiteren Tweets – in denen er US-Artikel teilt, die die Botschaft entziffert haben.

Das Impeachment ist ein in der US-Verfassung festgelegtes Verfahren zur Amtsenthebung eines Präsidenten. Es kann im Falle von Hochverrat, Bestechlichkeit oder eines anderen "schwerwiegenden" Fehlverhaltens eingeleitet werden (SPIEGEL ONLINE). 

In den USA sprechen viele Gegner Trumps von einem Impeachment-Verfahren.

Amtsenthebung oder Thron-Besteigung? Kannst du die Zitate jeweils Donald Trump oder Daenerys Targaryen zuordnen?

Gerechtigkeit

Warum der 21-jährige Dennis um jede Stimme kämpft, obwohl er keine Chance hat

Dennis Nusser hat keine Chance. Mit 21 Jahren ist er bei der Bundestagswahl der jüngste Kandidat der FDP in Baden-Württemberg. Sein Ziel: mindestens 8 Prozent für seine Partei holen.

Das Kernstück seiner Kampagne heißt Dennis@Home

Man kann ihn buchen. 

Für eine Diskussion in kleiner Runde. In Wohnzimmern und Kneipen oder auf den Neckarwiesen. "Die beste Möglichkeit, mit den Leuten zu diskutieren, ist, mit ihnen persönlich zu reden", sagt er. 

An einem verregneten Mittwochabend stapft Nusser mit einem Kasten Radler und Fassbrause ins Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Fünf Forscher um die 30 wollen mit ihm reden. Es gibt Pizza. 

Die Teilnehmer begegnen ihm mit Neugier, aber teilweise mit Abwehrhaltung. Verschränkte Arme, hochgezogene Augenbrauen.