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Donald Trump ist seit 100 Tagen im Amt. Und selten war der Neustart eines US-Präsidenten so umstritten. Trumps Politik bringt die Menschen auf die Straßen, Atomphysiker haben die Apokalypse-Uhr neu gestellt (bento). Die Abos kritischer US-Medien steigen, der Widerstand von Wissenschaftlern auch (bento).

Aber ist alles wirklich so schlimm? Was ist die Bilanz nach 100 Tagen Trump?

Trump selbst hatte sich dieses Ziel gesetzt. Vor seinem Amtsantritt Mitte Januar hat Trump auf seiner Homepage einen "Pakt mit dem Wähler" hochgeladen – und dort einen Aktionsplan für seine ersten 100 Tage definiert. 

Später ruderte er zurück und erklärte auf Twitter, dieser "sinnlose Standard der ersten 100 Tage" sei gar nicht so wichtig:

Im Überblick – Das sind die 5 wichtigsten Versprechen, die Trump gab:
Die Einreise von Menschen aus "Terror-Regionen" ganz verbieten. Strengere Einreisekontrollen durchführen.
Eine Mauer an der Grenze nach Mexiko bauen – und Mexiko dafür zahlen lassen.
Die Gesundheitsvorsorge "Obamacare" abschaffen und durch eine bessere Version ersetzen.
Korruption in der Politik abbauen – den Einfluss von Lobbyisten verhindern.
Wieder mehr Arbeitsplätze auf US-Boden schaffen.
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Und so gut konnte Trump jedes dieser Ziele umsetzen:
1. Die Einreise von Menschen aus "Terror-Regionen" ganz verbieten. Strengere Einreisekontrollen durchführen.

Das ging schief. Trump hatte zwar früh einen "Muslim Ban" per Dekret verhängt, US-Gerichte blockierten das Vorhaben jedoch (bento). Begründung: Das willkürliche Einreiseverbot verstößt gegen die Verfassung.

Trumps Team besserte nach – doch auch die zweite Version des "Muslim Ban" kam vor Gericht nicht durch (bento). Bis heute ist das Versprechen nicht eingelöst.

2. Eine Mauer an der Grenze nach Mexiko bauen – und Mexiko dafür zahlen lassen.

Auch das wurde bislang nicht umgesetzt. Immerhin steht mittlerweile ein Finanzierungsplan, nur dass nicht mehr Mexiko für den Mauerbau aufkommen muss – sondern der US-Bürger. 

Die US-Regierung will das Geld durch Kürzungen in der Gesundheitsforschung, beim Straßenbau und bei Gemeinden reinholen ("Boston Globe"). Auch eine Architektur-Ausschreibung gibt es mittlerweile. Zumindest die deutschen Interessen haben aber eher subversive Ideen:

3. Die Gesundheitsvorsorge "Obamacare" abschaffen und durch eine bessere Version ersetzen.

Ebenfalls gescheitert. Der Kongress versagte Trump die Zustimmung zu seinem Vorschlag für ein neues Gesundheitssystem – auch mit Stimmen der Republikaner, also der Partei, die hinter Trump steht. 

Der Grund: Viele Abgeordnete konnten Trumps Ideen nicht überzeugen. Die US-Regierung muss bessere Ideen vorlegen (bento). Immerhin das Netz amüsierte sich über "Trumpcare":

4. Korruption in der Politik abbauen – den Einfluss von Lobbyisten verhindern.

Das Gegenteil ist der Fall. Keine US-Regierung hatte so viele Lobbyisten, Ex-Banker und Millionäre wie das Team von Trump (bento). Noch schlimmer: Trump bringt Familienmitglieder wie Tochter Ivanka Trump oder ihren Ehemann Jared Kushner auf offizielle Posten.

5. Wieder mehr Arbeitsplätze auf US-Boden schaffen.

Das könnte gelingen. Trump hat Einschränkungen für Öl-, Gas- und Kohleproduktion per Dekret aufgehoben. Auch das Handelsabkommen TPP mit mehreren asiatischen Staaten hat Trump aufgekündigt. Er hofft, dass beide Aktionen neue Jobs daheim bringt.

Was bereits konkret Jobs bringt, ist die "Dakota Pipeline", eine Erdöl-Pipeline quer durch die USA. Das Projekt hatte Ex-Präsident Barack Obama lange gestoppt, Trump hat es nun wieder genehmigt (Bloomberg). Allerdings auch aus Eigeninteresse: Er und andere Regierungsmitglieder waren schon seit Jahren Investoren (bento).

Wissen, was die ersten 100 Tage los war? Hier listen wir die wichtigsten Handlungen der US-Regierung auf:
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Gerechtigkeit

5 1/2 Frauen, die Trump die Stirn geboten haben

Donald Trump ist seit 100 Tagen US-Präsident – und seine Arbeit spaltet die USA. Vor allem viele Frauen engagieren sich gegen "Grab them by the pussy"-Trump – sie organisieren Demonstrationen, kämpfen für Gerechtigkeit, halten mutige Reden. 

Hier sind 5 Frauen, die besonders positiv aufgefallen sind. (Und eine 1/2)