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Das Video ist Größenwahn pur.

Donald Trumps Verhandlungsstrategie lässt sich offenbar so zusammenfassen: Ihr tut, was ich möchte, sonst lasse ich den Streit eskalieren – und ich sitze immer noch am längeren Hebel.

So ist er am Wochenende beim G7-Gipfel aufgetreten, so verhandelt er bisher mit (Ex-)Partnern und Gegnern wie Nordkorea oder Iran.

Wichtig bei dieser Strategie: Der Verhandlungspartner (bei Trump: Gegner) muss ihm das Image des harten, unberechenbaren Mannes abnehmen. Wenn sich rumspräche, dass man Trump die Stirn bieten kann, ohne dass das Folgen hat, käme das seiner Strategie in die Quere.

In diesem Kontext muss man sich folgendes Video anschauen: Der Leiter von Trumps Nationalem Handelsrat und Berater im Weißen Haus, Peter Navarro, erklärte live im amerikanischen Fernsehen, warum Trump den mühsam errichteten Eindruck der Einigkeit beim G7-Gipfel mit nur einem Tweet zerstört hat.

Trudeau sei der US-Regierung in den Rücken gefallen, argumentiert Navarro. Der kanadische Premier habe Trump und die anderen G7-Mitglieder verraten, indem er gesagt habe, dass sein Land die USA ebenfalls mit Strafzöllen belegen werde, so wie die USA es vorher schon mit Kanada getan hatten.

"Wir Kanadier sind höflich. Wir sind vernünftig. Aber wir lassen uns nicht herumschubsen", hatte Trudeau gesagt. (bento)

Zuvor hatte sich Trumps wichtigster Wirtschaftsberater Larry Kudlow ähnlich geäußert. Während des Gipfels habe in der Gruppe der G7 Einigkeit geherrscht, die USA hätten Kompromisse gemacht und Trump sei charmant gewesen, sagte er. Trump und Trudeau seien sogar nah an einer Einigung beim Nordamerikanischen Freihandelsabkommen (Nafta) gewesen.

Nach Trumps Abreise aber habe Trudeau die USA in einer Pressekonferenz heftig kritisiert und sei aus der Reihe getanzt. Der US-Präsident lasse sich aber nicht von einem kanadischen Premier "herumschubsen."

Das ist, was der schwache, unehrliche Justin Trudeau getan hat.
Trumps Berater Peter Navarro

Trudeaus Aussage sei eine der "schlimmsten politischen Fehlkalkulationen" in der modernen politischen Geschichte Kanadas gewesen, sagt Navarro. Trump hätte Trudeau einen Gefallen getan, sei nach Kanada gereist, hätte sogar diese "sozialistische Abschlusserklärung" unterschrieben. 

Dann kommt der entscheidende Teil: Trump erlaube vor dem Gipfel mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un kein Anzeichen von Schwäche, sagt Navarro. Deswegen habe Trump gar keine andere Wahl gehabt, als sofort zu twittern und die Abschlusserklärung zu torpedieren.

Schließlich muss er sich am Dienstag mit Kim treffen und über dessen Atomwaffen verhandeln – und seine einzige Strategie scheint darin zu bestehen, als ein Präsident zu gelten, der selbstbewusst und verrückt genug ist, jede seiner Drohungen knallhart durchzuziehen. Da kommt selbst ein besonnener Widerspruch wie der von Trudeau zur Unzeit.

Mit Material von dpa


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