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Und einem anderen die Wahlen in Florida und Ohio zum Verhängnis wurden.

Der Wahlkampf in den USA ist ein mehrmonatiges Spektakel – und voller Höhepunkte. Bislang dominieren Donald Trump bei den Republikanern und Hillary Clinton bei den Demokraten die Vorwahlen. Entschieden ist allerdings noch nichts, beide haben ihre Verfolger.

Am Dienstag standen nun Wahlen an, aus denen Trump endgültig als Nummer 1 der Republikaner hervorging – und Clinton als die aussichtsreichste Kandidatin der Demokraten

Trump triumphierte bei den Republikanern in Florida, Illinois, North Carolina und Missouri. Bei den Demokraten setzte sich Clinton in Florida, Ohio und North Carolina durch – mit deutlichem Vorsprung vor Bernie Sanders.

Wer kämpft alles um das Weiße Haus?
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Wo wurde gewählt?

Am Dienstag wählten die Republikaner in sechs Staaten, darunter in Florida, Ohio und Illinois. Die Demokraten hielten Vorwahlen in fünf Staaten ab. ("New York Times") Die Republikaner haben dann schon in mehr als der Hälfte aller US-Bundesstaaten abgestimmt.

Was ist das Besondere daran?

Die Republikaner führten sogenannte "Winner takes all"-Wahlen durch: Der Kandidat, der in den Umfragen am weitesten vorne liegt, erhält dann automatisch alle Delegiertenstimmen. Die Mitbewerber gehen leer aus, selbst wenn sie laut Umfrage nur knapp hinter dem Erstplatzierten lagen. Für den Favoriten bedeutet das einen enormen Boost für seine Kampagne – Gegner sehen sich spätestens jetzt wohlmöglich genötigt, von der Kandidatur zurückzutreten. ("Washington Post") Bei den bisherigen Vorwahlen war dieses System nicht erlaubt.

Ausgerechnet in den bevölkerungsreichen Staaten Ohio und Florida fanden solche "Winner takes all"-Wahlen statt, in Illinois eine "Winner takes most"-Variante.

Donald Trump holte sich also in Florida ganze 99 Stimmen. Insgesamt hat er jetzt 621 Delegiertenstimmen – grob die Hälfe derer, die er braucht, um auf dem Parteitag im Juli endgültig als Präsidentschaftskandidat gewählt zu werden. (SPIEGEL ONLINE)

Der Erfolg Trumps stellte einen seiner Verfolger bloß: Marco Rubio ist Senator von Florida. Da er ausgerechnet in seinem Heimatstaaten gegen den Populisten Trump verlor, ist seine Kampagne nun am Ende. Rubio zog sich noch am Abend aus dem Wahlkampf zurück. Er galt vielen als einzig moderate Stimme der Republikaner, die Trump noch Konkurrenz machen konnte. Ein anderer Gegner ist Ted Cruz, der wie Trump mit Populismus gewinnen will.

Viele hoffen nun, dass John Kasich (der Gouverneur von Ohio hat dort die "Winner takes all"-Wahl gewonnen) Rubios Platz einnehmen könnte. Tatsächlich war Ohio jedoch Kasichs erster Sieg, insgesamt hat er erst 138 Delegiertenstimmen.

Wie bereiteten sich die Kandidaten vor?
  • Marco Rubio hat kubanische Wurzeln und versuchte daher vor allem, lateinamerikanische Wähler gegen Trumps Migrantenpolitik zu mobilisieren.
  • John Kasich versuchte es mit Heimatliebe – und konzentriert sich daher auf die Wähler in Ohio und andere Staaten im sogenannten "Rust Belt", dem einstigen Industrieherzen der USA.
  • Donald Trump pöbelt auf Twitter und hetzt in seinen Reden – und die Wähler lieben oder hassen ihn dafür. In Chicago musste jüngst eine Wahlveranstaltung von Trump vorzeitig abgebrochen werden, weil Anhänger und Gegner mit Fäusten aufeinander losgegangen waren. (tagesschau.de) Trump witterte eine Verschwörung der Demokraten, in den Umfragen hatte es ihm geholfen.
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