Bild: dpa/Uwe Zucchi

Vor rund drei Wochen erhoben mehrere Frauen im "Zeit"-Magazin Anschuldigungen gegen den deutschen Regisseur Dieter Wedel, sie sexuell belästigt, missbraucht oder schikaniert zu haben. Nun gibt es weitere Anschuldigungen. (Die Zeit)

Ebenfalls im "Zeit"-Magazin (Abo) schildern vier weitere mutmaßliche Opfer ihre Erlebnisse mit Dieter Wedel. Das soll geschehen sein:
  • Esther Gemsch hoffte 1980 auf eine Rolle in "Die Bretter, die die Welt bedeuten". Die Schweizer Schauspielerin war damals 24 Jahre alt. In einem Hotel in Bad Kissingen soll Wedel plötzlich vor ihrer Tür gestanden haben. Dann sei alles sehr schnell gegangen. Er packte Gemsch am Schopf und soll ihren Kopf mehrfach aufs Bett, gegen die Wand und auch gegen die Bettkante geschlagen haben. Er habe ihr ins Gesicht gespuckt, anschließend seine Spucke wieder abgeleckt und gesagt: "Wenn du mich küsst, kriegst du Schokolade". Gemsch konnte Wedel entkommen, sie wurde allerdings schwer verletzt und musste später medizinisch behandelt werden. Aus dem Filmprojekt stieg sie aus.
  • Die Rolle in "Die Bretter, die die Welt bedeuten" erhielt anschließend Ute Christensen. Sie sei von dem Regisseur drangsaliert worden. So sollen Texte, die sie lernte, über Nacht von Wedel geändert worden sein. Nur um sie beschimpfen zu können. Christensen erlitt im Mai 1981 einen Nervenzusammenbruch und eine Fehlgeburt. Denn die Schauspielerin war damals im zweiten Monat schwanger.
  • Nicht namentlich genannt werden will eine weitere Schauspielerin, die von Wedel schikaniert wurde, nachdem sie seine Annäherungsversuche abgelehnt hatte. "Als mein Auftritt für die Szene kommen sollte, stieß er mich mit der Faust von hinten so in den Rücken, dass ich stolperte und auf die Knie fiel."
  • Anonym bleiben will auch eine Schauspielerin, die von Wedel zum Sex gezwungen wurde. 1975 hätte Wedel sie in seinem Auto mitgenommen und sei plötzlich in ein Waldstück abgebogen. Dort hätte der Regisseur versucht, sie zu küssen. Dabei soll er gewalttätig geworden sein: "Irgendwann dachte ich: Der einzige Weg, das zu beenden, liegt darin, meinen Widerstand aufzugeben. Dann ist es schnell vorbei. Er hat mich penetriert. Als er befriedigt war, hat er sich sofort von mir abgewendet."

In dem dreiseitigen Dossier berichten allerdings nicht nur die mutmaßlichen Opfer. Auch Schauspieler Michael Mendl kommt zu Wort, der sich an Vorfälle mit Dieter Wedel erinnert. Im Rahmen der Dreharbeiten zu "Der Schattenmann" in den 90er Jahren berichtet Mendl von einer Kollegin, die von Wedel auf sein Hotelzimmer gebeten worden sei. 

"Als die Frau am nächsten Morgen zu uns in den Frühstücksraum kam, war sie in Tränen aufgelöst und seelisch mitgenommen."

Am Montag hat die Staatsanwaltschaft München ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Es gehe dabei um den Anfangsverdacht einer möglicherweise nicht verjährten Straftat. Ausgangspunkt der Ermittlungen sind die Enthüllungen vom 3. Januar. (bento) Ebenfalls am Montag wurde bekannt, dass Wedel als Intendant der Bad Hersfelder Festspiele zurückgetreten ist. Wie seine Sprecherin sagte, habe der 75-Jährige eine Herzattacke erlitten und liege im Krankenhaus. In einer persönlichen Mitteilung erklärte Wedel, die Anfeindungen gegen ihn hätten „ein für meine Gesundheit und natürlich auch für meine Familie erträgliches Maß weit überschritten“.

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