Bild: dpa/Swen Pförtner

Der deutsche Regisseur Dieter Wedel soll einigen Schauspielerinnen gegenüber sexuell übergriffig geworden sein. 

Diese Vorwürfe wurden Anfang Januar bekannt. Nun hat die Staatsanwaltschaft München ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Es gehe dabei um den Anfangsverdacht einer möglicherweise nicht verjährten Straftat, wie eine Sprecherin mitteilte.

Die Ermittlungen nehmen die Aussagen der Schauspielerinnen als Ausgangspunkt, die am 3. Januar im "Zeit-Magazin" ihre Erlebnisse mit Wedel schilderten. Die Vorfälle sollen sich in den 90ern ereignet haben, dabei soll es auch zu einer Vergewaltigung gekommen sein. Wedel widersprach in einer eidesstattlichen Erklärung den Vorwürfen. (bento

Die Einleitung des Ermittlungsverfahrens sei noch kein Hinweis für eine Schuld Wedels, betonte eine Sprecherin. Diese gelte es nun herauszufinden. (BILD, Abo

"Erträgliches Maß weit überschritten"

Ebenfalls am Montag wurde bekannt, dass Wedel als Intendant der Bad Hersfelder Festspiele zurückgetreten ist. Wie seine Sprecherin sagte, habe der 75-Jährige eine Herzattacke erlitten und liege im Krankenhaus. In einer persönlichen Mitteilung erklärte Wedel, die Anfeindungen gegen ihn hätten „ein für meine Gesundheit und natürlich auch für meine Familie erträgliches Maß weit überschritten“. 

Wedel gehört zu den prominentesten deutschen Regisseuren und machte sich mit Filmen wie "Der große Bellheim" oder "Der König von St. Pauli" in den 90ern einen Namen.

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