"Was tun Sie da, Senator?"

Jeff Flake steht in der Ecke eines holzgetäfelten Aufzuges. Er blickt zu Boden, wirkt zerknirscht. Ihm gegenüber stehen zwei Frauen, die aufgebracht mit ihm reden. "Was tun Sie da?", fragen sie.

Jeff Flake ist US-Senator der republikanischen Partei. Als solcher hatte er kurz zuvor erklärt, dass er Donald Trumps Kandidaten für den obersten Gerichtshof, Brett Kavanaugh, unterstützen würde – obwohl dieser beschuldigt wird, drei Frauen sexuell missbraucht zu haben. (bento)

Ana Maria Archila und Maria Gallagher, zwei liberale Aktivistinnen, wollen das nicht hinnehmen. Sie konfrontieren Flake in besagtem Aufzug. Journalisten begleiten sie, es gibt Videos von dem Zusammentreffen. (SPIEGEL ONLINE)

In den Aufnahmen sieht man, wie zunächst Archila das Wort ergreift: "Sie haben Kinder, denken Sie an die", sagt sie, "Ich habe auch Kinder. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass für die nächsten 50 Jahre jemand im Supreme Court sitzt, der beschuldigt wurde, ein junges Mädchen vergewaltigt zu haben."

Hier die ganze Szene im Video:

Dann beginnt Gallagher zu sprechen: "Ich wurde missbraucht und niemand hat mir geglaubt, deswegen erzählte ich keinem davon. Sie zeigen allen Frauen, dass sie schweigen sollen, denn wenn sie reden, dann werden Sie sie ignorieren!" Sie klingt dabei den Tränen nahe.

„Sie sagen allen Frauen in Amerika, dass sie egal sind.“

Gallagher und Archila beziehen sich dabei auf die Anhörung von Christine Blasey Ford. Die hatte am Donnerstag dem US-Senat geschildert, wie Kavanaugh versucht haben soll, sie zu vergewaltigen (bento). Ihren Aussagen zum Trotz hielten die Republikaner aber an Kavanaugh als Kandidat fest.

Doch nun scheint der Auftritt der beiden Frauen eine Wende im Fall Kavanaugh herbeigeführt zu haben.

Zunächst hatte Flake auf ihre Fragen keine Antwort. "Thank you", stammelt er, eine typische Ausweichantwort von US-amerikanischen Politikern auf unangenehme Fragen.

Kurze Zeit später änderte der Senator jedoch seine Position zu Kavanaugh: Er werde den Richterkandidaten nur unter der Voraussetzung unterstützen, dass die Abstimmung um eine Woche verschoben wird und das FBI in dieser Zeit keine "glaubhaften Vorwürfe" findet.

Da die Mehrheit der Republikaner im Senat nur knapp ist, ist Präsident Trump nach Flakes Sinneswandel gezwungen, eine FBI-Untersuchung der Vorwürfe einzuleiten.

Archila und Gallagher zeigen sich froh, dass ihre Aktion Eindruck hinterlassen hat. "Ich bin erleichtert, dass Jeff Flake im Aufzug des Senats meine und Ana Marias Stimme gehört zu haben scheint", schrieb Gallagher später auf Twitter, ein Foto zeigt die zwei in einer Umarmung.


Today

New Yorks Ratten sind so groß, dass Katzen Angst vor ihnen haben
Die Ninja Turtles bekommen langsam Konkurrenz.

New York hat viele Wahrzeichen: die Brooklyn Bridge, das Empire State Building oder den Times Square. Ein etwas weniger beliebtes Wahrzeichen sind die Ratten, die sich insbesondere für Fahrgäste der New Yorker U-Bahn zum Problem entwickelt haben. Eigentlich sollten Schädlingsbekämpfer das Problem lösen, sie scheitern jedoch regelmäßig daran. (SPIEGEL ONLINE)

Deshalb setzen viele im Kampf gegen Ratten auf Katzen.

Doch auch die scheinen keine besonders große Hilfe zu sein. Das ist jedenfalls das Ergebnis einer Studie des Biologen Michael Parsons. Für die Studie wollte Parsons ursprünglich eine Rattenkolonie beobachten, die in einer New Yorker Müll-Recyclinganlage lebt. Irgendwann machten ihm mehrere Katzen, die auf das Testgelände eindrangen, einen Strich durch die Rechnung und er entschied sich dafür, stattdessen den Einfluss von Katzen auf Ratten zu studieren. (Citylab)

Zu welchem Ergebnis kam Parsons?

In fünf Monaten töteten die Katzen nur zwei Ratten, so Parsons. In der Kolonie lebten aber rund 150 Ratten. Die Überwachungskameras, die Parsons für seine Studie installierte, nahmen 20 Beobachtungsversuche und einen fehlgeschlagenen Tötungsversuch durch die Katzen auf. Parsons Studie bestätigte also die bisherigen Annahmen von Experten, die der Meinung sind, dass Katzen im Umgang mit Stadtratten nicht gut seien. 

Ratten sind nunmal keine Mäuse.

Katzen seien zwar gut darin, Mäuse zu jagen – ausgewachsene Ratten sind jedoch zehnmal so groß wie Mäuse. "Sobald Ratten eine bestimmte Größe erreicht haben, ignorieren Ratten Katzen und Katzen ignorieren sie", sagt Gregory Glass, Professor an der University of Florida. (Citylab)