Bild: Sara Cantos

117 tote Menschen hat das Meer in der vergangenen Woche an die libysche Küste gespült. Ertrunken sind sie im Mittelmeer – auf dem Weg von Afrika nach Europa (Süddeutsche). Wir Europäer haben uns an das Massensterben im Mittelmeer gewöhnt. Empören tun sich nur noch Wenige.

Es gibt mittlerweile genug Menschen, die mit uns leben und persönlich berichten könnten, wie schrecklich die Flucht über das Mittelmeer ist – selbst wenn sie nicht mit dem Tod endet. Auch die Bilder des toten Aydan Kurdi gingen um die Welt, für einen Moment wurde Millionen Menschen die Grausamkeit der Situation bewusst. Geändert hat beides bisher nichts.

2809 Flüchtlinge sind in diesem Jahr nach Angaben der International Organization for Migration bereits im Mittelmeer gestorben. Fast alle von ihnen sind ertrunken. Das Schlimmste steht wohl noch bevor, mit dem milderen Wetter über die Sommermonate steigen die Flüchtlingszahlen kontinuierlich an. Allein im Mai hat die Organisation 1131 Tote registriert. Das Unglück vor der libyschen Küste war eines von vielen.

Was aber wäre, wenn die Toten plötzlich an unseren Stränden lägen?

Dort wo wir leben oder Urlaub machen. Wie würden wir dann reagieren?

1/12
Wir waren entsetzt über die kollektive Apathie der Europäer
Sara Cantos García

Genau das haben sich zwei spanische Journalisten gefragt. Sara Cantos García und José Sánchez Hachero hörten von den 117 toten Flüchtlingen in Libyen. "Wir waren entsetzt über die kollektive Apathie der Europäer", sagt Sara Cantos García zu bento. Spontan beschlossen sie, etwas zu tun, um die Menschen aufzurütteln.

Per Facebook und Twitter suchten sie in ihrer Heimatstadt Cádiz nach Freiwilligen. Innerhalb von Stunden meldeten sich 50 Personen. Für eine knappe Stunde legten sie sich an den Strand, stellten sich tot – und zeigten den Passanten, wie es an libyschen Küsten aussieht.

Wenn die Toten an dem Strand ihrer Stadt angespült worden wären und nicht an der libyschen Küste, würden die Menschen anders reagieren.
Sara Cantos García

"Wir wollten die Menschen auf die dramatische Situation der Flüchtlinge aufmerksam machen", sagt Sara Cantos García. Wenn die Toten an dem Strand ihrer Stadt angespült worden wären und nicht an der libyschen Küste, würden die Menschen anders reagieren. Das wollten wir ihnen vor Augen führen."

Einige der Passanten drehten sich entsetzt weg, erzählt die Journalistin. Andere blieben bis die Aktion vorbei war, um mit den Freiwilligen zu sprechen.

Die Aktion mag auf den ersten Blick geschmacklos erscheinen. Sara Cantos García hat das bewusst in Kauf genommen. "Wir müssen uns vor Augen halten, dass das was gerade passiert, nicht normal ist. Nur so können wir unsere Empathie bewahren", sagt die Journalistin. "Dazu muss man sich nur in die Situation der Flüchtlinge versetzen."

Lass uns Freunde werden!


Streaming

Darum ist Bo Burnham der beste Komiker unserer Generation
Are you happy?
"Bo Burnham hat ein neues Comedy-Special herausgebracht"

Wenn du oben stehenden Satz liest, gibt es zwei erlaubte Reaktionen: Entweder fragst du dich, wer dieser Bo Burnham ist. Oder du läufst so schnell wie möglich zum nächsten Bildschirm. So oder so kannst du dich glücklich schätzen, denn du darfst das neue Comedy-Special "Make Happy" von Bo Burnham gucken: Am vergangenen Wochenende wurde es auf Netflix veröffentlicht.