Bild: Stephanie Lecocq / dpa

Es gebe „relativ präzise Informationen auf ein Risiko eines Anschlags vergleichbar mit dem in Paris“, sagte Premierminister Charles Michel. In der belgischen Hauptstadt, in der auch die EU-Kommission und weitere europäische Institutionen sitzen, wurden öffentliche Gebäude, Einkaufszentren und Märkte geschlossen. Die Einkaufsstraße leerten sich, Geschäfte schlossen ihre Rollläden.

Alle Metro-Stationen und mehrere Tram-Routen wurden bis mindestens Sonntagnachmittag um 15 Uhr geschlossen. Die Regierung rief die Menschen auch auf, belebte Plätze, Konzerte, Flughäfen und andere große Menschenansammlungen zu meiden

Brüssel gilt auch als islamistischer Brennpunkt Europas. Die belgische Polizei fahndet in der Stadt Sala Abdeslam, einer der mutmaßlichen Terroristen von Paris. Es gab mehrere Medienberichte, dass Abdeslam in Anderlecht nahe Brüssel gesichtet worden sein soll, die Polizei bestätigte die Berichte allerdings nicht.

Alles leer: Die Stadt ließ öffentliche Gebäude und Plätze räumen.(Bild: Stephanie Lecocq / dpa)
Wie geht es jetzt weiter?

Der Uno-Sicherheitsrat hat derweil eine Resolution verabschiedet, die alle Staaten auffordert, "alle nötigen Maßnahmen" im Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) zu ergreifen (Zeit Online). Und auch die Europäische Union scheint wachgerüttelt: Die Innenminister der einzelnen Länder wollen nun verschiedene Sicherheitsmaßnahmen auf den Weg bringen. Bei einem Sondertreffen in Brüssel beschlossen sie...

  • ... dass es an den EU-Außengrenzen schon bald systematische Kontrollen geben soll – auch bei EU-Bürgern. Diese müssen bei der Ein- und Ausreise aus dem Schengen-Raum dann nicht mehr nur ihren gültigen Pass vorzeigen; er wird auch mit der europaweiten Fahndungsdatendank Schengener Informationssystem (SIS) abgeglichen. Das könnte zu deutlich längeren Schlangen führen als bisher.
  • ... dass Daten von Fluggästen noch umfangreicher gespeichert werden sollen. Die sogenannte Fluggast-Datenspeicherung soll demnächst auch für Flüge innerhalb von Europa gelten. Von Flugreisenden in der EU werden beispielsweise Kreditkartennummern, Reiserouten und Kontaktdaten gespeichert.
  • ... dass bald Standards für Gebrauch und Kennzeichnung von Schusswaffen vereinbart werden müssen. Im Fokus stehen dabei auch unbrauchbar gemachte Waffen. Sie können bisher nicht verfolgt werden, aber unter Umständen wieder brauchbar gemacht werden (SPIEGEL ONLINE).
Du hast Angst vor einem möglichen Attentat? Eine Psychologin gibt Tipps, wie du damit umgehen kannst.