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Warum die Menschen auf dem Schiff festsitzen – und drei weitere Antworten.

Was ist passiert?

Nach mehreren Tagen im Mittelmeer ist die "Diciotti", ein Schiff der italienischen Küstenwache, mit 177 Migranten an Bord im sizilianischen Catania eingelaufen. Allerdings dürfen die Geretteten das Schiff zunächst nicht verlassen, wie die Nachrichtenagentur Ansa in der Nacht zu Dienstag berichtete. 

Warum dürfen die Geflüchteten nicht von Bord der "Diciotti"?

Seit Amtsantritt der neuen populistischen Regierung in Rom im Juni werden immer wieder Schiffe mit geretteten Migranten tagelang im Mittelmeer blockiert. Innenminister Matteo Salvini hatte zunächst selbst der Küstenwache die Erlaubnis verweigert, einen italienischen Hafen einzulaufen. Nun will er die Menschen allerdings nicht an Land gehen lassen, solange es keine "Antworten von Europa" gebe, verlautete aus Kreisen des Ministeriums.

(Bild: dpa/Simone Arveda/ANSA)

Gemeint ist: Zunächst sollen sich andere EU-Staaten dazu bereiterklären, zumindest einen Teil der geflüchteten Menschen aufzunehmen. Italien hatte die EU-Kommission am Sonntag dazu aufgefordert, andere Mitgliedsstaaten auszumachen, die die im Meer Geretteten aufnehmen. Die Kommission ist einer Sprecherin zufolge daraufhin mit den EU-Staaten in Kontakt getreten.

Neben Italien weigert sich auch Malta seine Häfen für sie zu öffnen. Die beiden Länder handelten in den vergangenen Wochen mehrmals ad hoc mit anderen EU-Staaten die Verteilung der Menschen aus. Auch Deutschland beteiligte sich daran.

Verkehrsminister Danilo Toninelli von der Fünf-Sterne-Bewegung hatte dem Schiff am Montag die Erlaubnis für die Einfahrt in den Hafen gegeben. Zunächst war über Unstimmigkeiten zwischen den beiden Ministern spekuliert worden, das wiesen die anonymen Quellen im Verkehrsministerium nun zurück.

Wer ist auf dem Schiff der Küstenwache?

(Bild: dpa/Igor Petyx/ANSA)

Die "Diciotti" hatte am Donnerstag 190 Migranten von einem Boot in der Such- und Rettungszone Maltas aufgenommen. Die Italiener brachten 13 Menschen, die dringende medizinische Hilfe benötigten, auf die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa. Die "Diciotti" sollte die anderen Migranten nach Malta bringen. Dafür wurde ihr aber von Malta die Erlaubnis verweigert.

Was sagen die privaten Seenotretter?

Hilfsorganisationen kritisieren diese Vorgehensweise nicht nur, weil die geretteten und oft traumatisierten und geschwächten Menschen lange auf Schiffen im Meer ausharren müssten. Sie befürchten auch, dass durch die Ungewissheit über einen sicheren Hafen die Bereitschaft der Schiffskapitäne sinkt, Menschen von seeuntüchtigen Booten aufzunehmen.

Mit Material von dpa


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