Bild: dpa/Rainer Jensen

Die AfD ist drittstärkste Kraft im Bundestag und sitzt in 14 von 16 Landtagen. Mit ihr kehrt die "Das wird man ja noch sagen dürfen"-Haltung in die deutsche Gesellschaft zurück, Fremdenhass ist wieder Teil der deutschen Politik. 

Rechte Politik darf in Deutschland möglich sein, Rechtspopulismus und gar Rechtsradikalismus hingegen nicht. Wie konnte es also kommen, dass eine Partei mit rechtsradikalen Mitgliedern aus dem Nichts so erfolgreich wurde?

Ein Antisemitismusforscher ist sich sicher: Die AfD verdankt ihren Aufstieg der Fußball-WM von 2006.

Clemens Heni ist Politikwissenschaftler und hat das  Berlin International Center for the Study of Antisemitism gegründet. Mit der "Frankfurter Rundschau" sprach er über die Rückkehr des Nationalismus in Deutschland in den vergangenen Jahren. Er zieht eine Linie vom "Sommermärchen" 2006 bis zur Bundestagswahl 2017.

Heni sagt:

Ohne 2006 wäre es nicht in diesem Ausmaß zu Pegida gekommen, und ohne Pegida gäbe es keine AfD in dieser Form.

Laut dem Wissenschaftler sei das Schwenken der Deutschlandfahne im Fußballsommer 2006 wieder salonfähig geworden. Und eine deutsch-nationale Identität sei zurückgekehrt. Laut Heni ging es beim gemeinsamen Gucken der Spiele der Nationalelf nicht um Fußball – "sondern nationale Identität". 

Während der WM habe es ziemlich viele fragwürdige Aussagen und Artikel gegeben, die diese Nationalität beschworen hätten. 

Nationaltrainer Jürgen Klinsmann habe vor einem Spiel gegen Polen zum Beispiel gesagt: "Die stehen mit dem Rücken zur Wand und wir knallen sie durch die Wand hindurch." Und die Sportmoderation Katrin Müller-Hohenstein kommentierte bei der folgenden WM 2010 einen Torschuss als "inneren Reichsparteitag".

Solche Sätze hätten die Neue Rechte in Deutschland aufhören lassen:

Klinsmann hat es geschafft, dass sich die Uninteressiertesten auf einmal für etwas interessieren, nämlich für Deutschland.

Die Stimmung sei in vielen Medien geteilt worden, "da hörten sich Texte teils so an, als wären sie 1937 geschrieben worden", sagt Heni.


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