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"Es kann keine Rede davon sein, dass die Deutschen ein Volk von Egoisten sind."

Die Menschen interessieren sich nur noch für sich selbst, und jeder ist sich selbst am nächsten? Auch wenn manche Schwarzseher das denken mögen – ganz so schlimm ist es vielleicht doch nicht.

Denn jeden Tag engagieren sich Menschen für andere Menschen – freiwillig, oft ganz ohne Gegenleistung. Das gilt auch für die Menschen, die ehrenamtlich dem Deutschen Roten Kreuz helfen. Das Rote Kreuz ist die größte humanitäre Organisation der Welt. Ihr deutscher Ableger ist unter anderem im Rettungsdienst, in der Alten- und Familienhilfe, aber auch in der Flüchtlingshilfe aktiv. 

Um das stemmen zu können, ist das Rote Kreuz auf Freiwillige angewiesen – und von denen gibt es immer mehr.

Allein im vergangenen Jahr stieg die Zahl ehrenamtlicher Helfer um rund 11.000 auf 425.800 aktive Mitglieder, sagte DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Das sei der höchste Stand seit mehr als 15 Jahren.

Hasselfeldt sagt, dass der Anstieg zumindest teilweise auf die Flüchtlingskrise zurückzuführen sei. Viele Menschen, die sich in den Jahren 2015 und 2016 spontan beim DRK gemeldet hätten, um Flüchtlingen zu helfen, seien inzwischen als feste ehrenamtliche Helfer unterwegs. Auch sie sieht darin ein Zeichen der Menschlichkeit: "Es kann keine Rede davon sein, dass die Deutschen ein Volk von Egoisten sind", so Hasselfeldt.

Mit Material von dpa


Fühlen

Katharina hat Krebs: "Mein Make-up ist eine Kampfansage"
Wie Kosmetik dabei helfen kann, sich trotz Krankheit stark zu fühlen.

Manchmal kann ein winziges Knötchen das ganze Leben verändern. Katharina Meier zieht an einem Tag im Februar ihren Pulli aus, streicht dabei zufällig über ihre Brust. Und fühlt noch einmal genauer über eine kleine Stelle an der rechten Seite. Da ist etwas, das da nicht hingehört, denkt die 25-Jährige. Ein Knubbel, etwa zwei Zentimeter groß. "Oh Gott, Brustkrebs", habe sie im ersten Moment gedacht. Und sich dann beruhigt: "Das ist bestimmt etwas Gutartiges." Zwei Wochen später hat sie Gewissheit. Es ist ein Tumor. Katharina hat Brustkrebs.

Bei den weiteren Untersuchungen wird klar, dass die Erkrankung erblich bedingt ist, Schuld ist eine Genmutation. Es fällt Katharina nicht leicht, sich damit abzufinden. Sie muss ihr Referendariat abbrechen, das sie erst vor einer Woche angefangen hat. Sie war extra deswegen nach Potsdam gezogen. Katharina hat Lehramt studiert, sie will Grundschullehrerin werden. Seit sie weiß, dass sie Krebs hat, fährt sie regelmäßig zur Behandlung nach Lüneburg, dort wohnt ihre Familie.