Bild: David Ebener/dpa

Die Deutsche Post hat Nachwuchsprobleme. Diese will sie einem Bericht der "Bild am Sonntag" zufolge nun lösen, indem sie Schulabgängerinnen und Schulabgänger anbietet, direkt als Zusteller zu arbeiten – ohne klassische Ausbildung. Der Zeitung zufolge geht das aus vertraulichen Konzernunterlagen hervor.

Wie ist das bislang geregelt?

Normalerweise müssen Postbotinnen und Postboten eine zweijährige Ausbildung zur "Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienste" (FKEP) machen. Stattdessen bekommen dem Bericht zufolge junge Schulabgängerinnen dann sofort das Einstiegsgehalt als Zusteller, also 2172 Euro – mehr als doppelt so viel wie das Ausbildungsgehalt. Dort liegt das Gehalt ab Oktober bei 820 Euro im ersten Lehrjahr.

Beim neuen Angebot steigt man bei der Post direkt als Vollzeitmitarbeiterin ein. Wer dann nach drei Monaten einen internen Wissenstest besteht, darf sich "zertifizierter Zusteller" nennen, heißt es im Entwurf einer Konzernbetriebsvereinbarung. Daneben bietet die Post weiterhin die klassische FKEP-Ausbildung an. 

Für beides sucht der ehemalige Staatskonzern 2018 insgesamt 1500 junge Leute.

Welche Reaktionen gibt es?

Während die Post ihr neues Modell als "innovatives Konzept" lobt, sind Betriebsräte und Gewerkschaften nicht begeistert: Sie sprechen von einer Schmalspur-Qualifikation und fürchten, dass sich die Post absehbar ganz aus der Postboten-Ausbildung verabschiedet. Bislang weigern sich die Betriebsräte, eine Konzernbetriebsvereinbarung dafür zu unterschreiben.

Dieser Artikel ist zuerst auf SPIEGEL ONLINE erschienen.


Gerechtigkeit

2017 gab es zehn Prozent weniger Verbrechen in Deutschland
Es gab wesentlich weniger Laden- und Taschendiebstähle.
Was ist passiert?

In Deutschland sind im vergangenen Jahr zehn Prozent weniger Verbrechen verübt worden. Die Zahl der registrierten Straftaten sank auf 5,76 Millionen, insgesamt gab es knapp 611 000 weniger Verbrechen. Das berichtet die "Welt am Sonntag" vorab aus der Polizeilichen Kriminalstatistik, die Innenminister Horst Seehofer am 8. Mai vorstellt. Einen so hohen Rückgang gab es seit 25 Jahren nicht. (Welt)

Warum ist die Zahl gesunken?

Da die Kriminalstatistik noch nicht offiziell vorgestellt wurde, sind weitere Details zu den Ursachen noch nicht bekannt. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Oliver Malchow, sagte, dass es damit zusammenhänge, dass weniger Asylsuchende nach Deutschland gekommen seien. 

Inwiefern das aber tatsächlich den Rückgang erklären kann, ist fraglich. Zumindest im Jahr 2015 war der Anteil von Zuwanderinnen und Zuwanderern unter den Kriminellen gering: Er lag bei 6,5 Prozent. (Dokument beim BKA)