Bild: dpa/Kay Nietfeld
Seine drei wichtigsten Sätze aus der Islam-Konferenz – und was er damit meint.

Für Innenminister Horst Seehofer gehörte der Islam lange Zeit zu den größten Problemen des Landes. 

Dass er nicht zu Deutschland gehöre, stellte er gleich zu Beginn seiner Amtszeit noch mal fest – obwohl niemand danach gefragt hatte (bento). Und den Umgang mit dem Thema Migration bezeichnete Seehofer als die "Mutter aller Probleme", kurz nachdem Geflüchtete aus einem mehrheitlich muslimischen Land einen Deutschen getötet hatten (bento).

Nun hat Horst Seehofer die Deutsche Islam-Konferenz in Berlin eröffnet – und schlug vor den versammelten Muslima und Muslimen plötzlich versöhnliche Töne an.

In einer Grundsatzrede machte er sich Gedanken, wie ein "deutscher Islam" aussehen könnte. Und erteilte islamophoben Hetzern eine Absage.

Die wichtigsten Sätze – und was sie bedeuten:

1 "Muslime gehören zu Deutschland!"

Und sie hätten "selbstverständlich die gleichen Rechte und die gleichen Pflichten wie jeder hier in Deutschland", sagt Seehofer. Es ist zwar seltsam, das noch mal extra betonen zu müssen – aber Seehofer will damit eine Brücke schlagen. 

Muslime dürften hierzulande nicht ausgegrenzt werden, sollen sich aber auch selbst nicht abwenden und stattdessen um Integration bemühen, so die Botschaft.

2 "Wer spricht für die Muslime?"

Mit dieser Frage wünscht sich Seehofer die Gründung einer Organisation, die die Belange der in Deutschland lebenden Muslime vertritt. Das ist eine deutliche Kritik an die bisherige Deutsche Islam-Konferenz (DIK). Die DIK es schon seit 2006, der große Erfolg blieb aber bislang aus. 

Bislang war die Konferenz ein Treffen der wichtigsten Moscheeverbände mit der Bundesregierung. Viele dieser Verbände werden aus der Türkei und Saudi-Arabien heraus finanziert. Kritiker sagen, die DIK bringe daher nur wenig, um deutsche Muslime wirklich zu integrieren. Und viele Muslime in Deutschland fühlen sich von den altbackenen Verbänden sowieso nicht mehr repräsentiert.

Imame in Deutschland

Nur in wenigen Moscheen in Deutschland wird auf deutsch gepredigt. Viele arabische Imame sind Wanderprediger, die mit Touristenvisa in Deutschland sind. Und die türkischen Imame werden von türkisch-islamischen Dachverband DiTiB entsandt.

Die Bundesregierung will das jedoch ändern – und Imame an deutschen Hochschulen ausbilden.

Jetzt hat Seehofer erstmals auch Theologen, Aktivisten und Wissenschaftler zur DIK eingeladen. Er will, dass Imame künftig in Deutschland ausgebildet werden. Die islamischen Gemeinden wurden aufgefordert, sich schrittweise von ihren ausländischen Geldgebern zu lösen.

Wie er sich die Finanzierung konkret vorstellt, sagte Seehofer nicht – er kündigte aber Förderprogramme für Integrationsprojekte an.

3 "Die Taten Einzelner dürfen nicht der großen Mehrheit der friedlichen Muslime angelastet werden."

Mit diesem Satz erkennt Seehofer an, dass es einen Unterschied zwischen gewaltbereiten Islamisten gibt – und eben Millionen von Muslimen, die einfach nur ein normales Leben führen wollen und für die ihre Religion nur Privatsache ist.

Die Aussage ist vor allem an Rechtspopulisten und islamophobe Gruppen gerichtet, die mit Pauschalisierungen Stimmung machen wollen. Vor allem die AfD und das Pegida-Bündnis versuchen immer wieder, Vorurteile gegen Muslima und Muslime zu schüren. Seehofer warnte davor – und wünscht sich stattdessen einen "ehrlichen, offenen, von Respekt und Toleranz getragenen Dialog" untereinander. 

Dabei wird auch Seehofer selbst immer wieder der Vorwurf gemacht, Vorurteile zu schüren – zum Beispiel, als er Verständnis für die rechten Pöbler in Chemnitz zeigte. Oder sich freute, als zu seinem 69. Geburtstag 69 Geflüchtete nach Afghanistan abgeschoben wurden (bento).


Musik

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